Star
Trek: Deep Space Nine #20
Wrath of the Prophets Autoren: Peter David, Michael Jan Friedman, Robert Greenberger Pocket Books ISBN 0-671-53817-9 274 Seiten |
Peter David, Michael Jan Friedman und Robert Greenberger, die zusammen schon den TNG-Roman "Doomsday World" geschrieben haben (damals war außerdem noch Carmen Carter im Team) und zur TOS-Reihe "The Disinherited" (deutscher Titel: "Die Enterbten") beigesteuert haben, legen nun den ersten gemeinsam geschriebenen DS9-Roman vor. Und das ist dabei herausgekommen:
Eine Bar in der Stadt Sorshaq auf Bajor wird einfach von allen nur "the Place" genannt. Einen anderen Namen hat das Lokal nicht. In ihr treiben sich massenweise dubiose Personen herum. Normalerweise verwendet hier jeder nur Decknamen. Seinen richtigen Namen zu nennen, könnte später Nachteile nach sich ziehen. Besonders wenn man von den Behörden gesucht wird. Ein Mensch betritt die Bar und begibt sich sofort zu Barkeeper Sandon. Der Mann heißt Gnome und die beiden kennen sich bereits. Gnome erzählt Sandon, daß er in der Bar eine Bajoranerin treffen möchte. Er kennt jedoch nur den Familiennamen, Varis, und fragt Sandon, ob er weiß, ob sie schon hier ist. Sandon verneint, doch kurz darauf betritt Varis auch schon "the Place". Nach einem kurzen Gespräch über die Zahlungsformalitäten führt Gnome die Bajoranerin zu einem Hangar, in dem sich ein Runabout befindet. Im Schiff ist die Ware: Replikatoren. Varis bezahlt die offene Summe, doch Gnome informiert sie, daß sich der Preis erhöht hat. Die Bajoranerin zeigt sich darüber wenig erfreut und betäubt den Menschen. Danach aktiviert sie die Runaboutsysteme und fliegt zurück in ihr Dorf. Wie ein Runabout bedient wird, hat sie vor einiger Zeit von Jake Sisko, dem Sohn des Kommandanten von Deep Space Nine, gelernt. Sie erinnert sich daran, wie sie die Paqu vertreten hat, als es darum ging, wo die Grenze zwischen ihrem Dorf und dem der Navot verläuft. (Erinnert Euch mal an die 1. Season-Folge "The Storyteller"!) Normalerweise ist es nicht ihre Art, sich etwas über den Schwarzmarkt zu besorgen, doch da sie an anderer Stelle keine Hilfe erhalten hatte, mußte sie handeln. Zumindest hat sie jetzt die Replikatoren und die Bewohner des Paqu-Dorfes können ihren Hunger stillen. Als sie in dem Dorf ankommt, wird sofort ein riesiges Fest veranstaltet. Mit Hilfe der Replikatoren können sich endlich wieder einmal alle satt essen.
Auf Deep Space Nine sind O'Brien und einer seiner Mitarbeiter mit Reparaturarbeiten auf der Ops beschäftigt. Doch noch bevor das Problem behoben ist, bricht der Chief ab. Keiko und Molly sind gerade erst von Bajor zurückgekehrt und da ist O'Brien das rechtzeitige Erscheinen zum Dinner mit seiner Familie wichtiger als die Reparatur eines Stationssystems, das ohnehin nicht wirklich wichtig ist. Im Quartier der O'Briens ist Keiko gerade dabei, ein Festessen aufzutischen, als der Chief nach Hause kommt. Molly zeigt ihrem Daddy unterdessen eine Zeichnung und eine Lehm-Figur, die sie gemacht hat. Doch O'Briens Freude über das Wiedersehen mit seiner Familie hält nicht lange. Beim Essen erzählt Keiko ihrem Mann, daß sich die Kollegen von Bajor schon wieder bei ihr gemeldet haben. Sie brauchen ihre Hilfe, da sie irgendwelche neuen Pflanzen gefunden haben. Der Chief ist sauer, obwohl Keiko meint, daß es nur etwa eine Woche dauern wird. O'Brien ist der Appetit vergangen und er verläßt das Quartier. Er kommt schließlich an Quarks Bar vorbei und genehmigt sich ein Bier in dem Etablissement.
Im Paqu-Dorf auf Bajor freut man sich inzwischen auf Rinta-Milch. Rintas sind Nutztiere, die - vorausgesetzt sie kriegen das richtige Futter, daß nun mit Hilfe der Replikatoren hergestellt werden kann - köstliche Milch produzieren. Doch trotz des Futters geht es zwei der Rintas nicht besonders gut. Der Bauer Tres wendet sich an Varis, die das für unmöglich hält. Rintas werden normalerweise nie krank und sind extrem langlebig. Daß es gleich zwei der Tiere erwischt hat, kann Varis schon gar nicht glauben. Doch sie sieht es selbst. Eines der Tiere liegt bereits im Fluß. Tres und Varis schaffen es nicht, das Rinta wieder ins Trockene zu bringen. Varis schickt den Bauern deshalb los, um Hilfe zu holen. Nachdem Tres weg ist, fließt plötzlich eine dicke, dunkle Flüssigkeit aus dem Maul des Tieres in den Fluß. Noch bevor Varis darüber nachdenken kann, bricht auch noch das zweite kranke Rinta zusammen und stürzt ins Wasser. Als Tres zurückkommt, ist das erste Tier bereits verendet und das zweite steht kurz davor.
Auf der Station verabschiedet Chief O'Brien gerade Keiko und Molly, die im Begriff sind, wieder auf den Planeten zu fliegen, als sich Captain Sisko bei ihm meldet. Er erinnert ihn an die Reparaturen, die er am Vortag abgebrochen hat. Schweren Herzens trennt er sich von seiner Frau und seiner Tochter und geht an die Arbeit.
Im Dorf der Navot, ein Stückchen flußabwärts vom Paqu-Dorf, nutzen die Bajoraner den Fluß wie üblich zum Baden und Trinken. Sie wissen nichts von der Flüssigkeit, die aus dem Körper des Rinta ins Wasser geraten ist. Und als die ersten Rintas bei den Navot krank werden, hat es bei den Paqu schon den Bauer Tres erwischt.
Ompar Tenzil, ein Mitglied der bajoranischen Regierung, spricht mit Kai Winn. Er bittet sie, in der Öffentlichkeit zu behaupten, daß die Seuche, die immer mehr auf Bajor um sich greift, ein Test der Propheten ist. Winn ist schwer dagegen, worauf es Ompar mit einer "Strafe der Propheten" versucht. Doch auch das ist der Kai zu dumm. Winn informiert ihn, daß ihre Nachforschungen ergeben haben, daß die Seuche im Dorf der Paqu ausgebrochen ist. Sie schickt Ompar in das Dorf. Er soll dort mit Varis sprechen und versuchen, mehr darüber herauszufinden.
In seinem Büro auf DS9 sitzt Sisko vor einem leeren Bildschirm. Er kann sich einfach nicht mit dem monatlichen Bericht für Starfleet anfreunden. Noch während er sich über die Bürokratie ärgert, meldet sich Dax. Sie informiert ihn über ein Schiff, welches sich der Station nähert. Die Freude ist riesig, als sie ihm erzählt, wer an Bord ist: Kai Winn. Das Angebot von Dax, ihm dabei zu helfen, sich vor einem Zusammentreffen mit der Kai zu drücken, lehnt er aber ab.
Winn informiert Sisko über die Seuche und darüber, daß die Replikatoren, die Varis für ihre Leute besorgt hatte, ihr Ursprung sind. Die Kai bittet ihn nun um Hilfe. Der Captain setzt daraufhin sofort Dr. Bashir und Lieutenant Dax auf die Seuche an. Doch die ist nicht das einzige Problem von Sisko. Plötzlich nähert sich ein Maquis-Schiff der Station. Erst als der Captain zu drohen beginnt, bekommt er Antwort. Und ratet mal, wer an Bord des Schiffes ist: Ro Laren. Sie ist gekommen, um bei der Bekämpfung der Seuche zu helfen. Obwohl ihr anfangs niemand so recht traut, bricht Ro zusammen mit Kira auf, um sich auf dem bajoranischen Schwarzmarkt umzusehen.
Das ist noch lange nicht alles. So fliegen zum Beispiel Sisko und Quark
gemeinsam mit der Defiant los, um mehr über die Herkunft der Replikatoren
zu erfahren, Kira und Ro werden auf Bajor beinahe auf einem Sklavenmarkt
verkauft und Dax, die in der Zwischenzeit das Kommando auf DS9 innehat,
sitzt nur mehr tagträumend herum, anstatt sich um ihre Arbeit zu kümmern.
Mehr wird jetzt nicht mehr verraten, denn ich will Euch nicht den Spaß
am Lesen verderben.
Bei "Wrath of the Prophets" haben sich drei Autoren, die alle schon hervorragende Star-Trek-Romane geschrieben haben, zusammengetan und was dabei herausgekommen ist, kann sich sehen lassen. Peter Davids Beteiligung zum Beispiel ist klar zu erkennen, wenn Kira und Ro streiten, ob sie sich sehr unterscheiden oder nicht, und Ro meint: "With just a twist or two of fate - if things had slightly zigged instead of zagging - I could have been you." und Kira antwortet: "Ro Laren on Deep Space Nine instead of me. That's laughable." Dazu muß man wissen, daß die Produzenten ursprünglich Ro Laren zum Ersten Offizier auf DS9 machen wollten. Kira gibt es nur deshalb, weil Michelle Forbes sich damals nicht an die Serie binden wollte.
Toll auch, daß es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Nebencharakteren gibt: Kai Winn, First Minister Shakaar und Varis Sul. Doch das alles würde nichts helfen, wäre die Geschichte an sich nicht gut. Doch auch die ist ganz hervorragend und wird nie langweilig.
Also, was soll ich noch viel sagen. "Wrath of the Prophets" ist so gut, daß ich das Ding eigentlich nur jedem empfehlen kann.