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Cover von WalhallaStar Trek: Deep Space Nine #12
Walhalla (OT: Valhalla)
Autor: Nathan Archer
Heyne 06/5512
ISBN 3-453-10945-7
DM 12,90 / öS 94,00
313 Seiten

In letzter Zeit dringen ständig Schiffe der Cardassianer in bajoranisches Territorium ein und erschrecken die bajoranische Bevölkerung. Auf Deep Space Nine diskutieren unterdessen Major Kira und Commander Sisko über diese Vorfälle. Major Kira vertritt lautstark die Ansicht, daß sich die Föderation einmischen und Schiffe, die die Cardassianer vertreiben, an die Grenze schicken müßte. Sisko hält nur wenig von einer solchen Vorgangsweise und meint, daß, würde die Föderation so vorgehen, ein Krieg ausbrechen könnte. Noch während die beiden höchsten Offiziere der Station streiten, registriert Dax ein Schiff, daß aus dem Wurmloch kommt. Die anfängliche Vermutung, daß es sich um ein verfrüht zurückkehrendes Ferengi-Schiff handelt, stellt sich als falsch heraus. Tatsächlich ist es ein Schiff von bisher völlig unbekannter Bauart. Sensorenmessungen ergeben außerdem, daß an Bord offenbar niemand mehr lebt. Nachdem man erfolglos versucht hat, Verbindung mit dem fremden Raumschiff aufzunehmen, beschließt Sisko, es mit dem Traktorstrahl zur Station zu ziehen. Wenig später begeben sich Dax, O'Brien und Bashir an Bord, nicht, ohne vorher entsprechende Schutzkleidung anzulegen, denn das Schiff ist hochgradig radioaktiv verstrahlt. Sie stellen bei ihrem Besuch fest, daß das Raumschiff sicher nicht für Humanoide gebaut wurde, da die Form der Korridore (niedrig, aber dafür breit) für Menschen (und natürlich auch für Trill) nicht sehr komfortabel ist. Außerdem finden sie nur mehr Leichen von krebsähnlichen Aliens. Kurz nachdem die drei wieder auf die Station zurückgekehrt sind, nähert sich ein cardassianisches Schiff der Galor-Klasse. An Bord ist Gul Dukat, der von Sisko verlangt, ihm das fremde Schiff auszuhändigen. Dukat beansprucht es für sich, weil es ursprünglich in Richtung cardassianischen Gebietes getrieben ist, als es aus dem Wurmloch kam. Doch Dukats Schiff ist nicht alleine. Noch während Sisko mit dem Gul spricht, erscheint ein weiteres cardassianisches Kriegsschiff, welches die Waffen auf Dukats Schiff ausrichtet. Sisko vermutet, daß sich die Feindseligkeiten zwischen den beiden Kommandanten, Dukat und ein gewisser Gul Kaidan, auf interne cardassianische Probleme zurückführen lassen. In letzter Zeit tauchten nämlich immer wieder Gerüchte auf, daß es auf Cardassia zu einem Machtkampf zwischen verschiedenen Gruppierungen gekommen ist. Auf jeden Fall verschwindet Dukat erst einmal und Sisko muß sich nun mit Kaidan herumschlagen, der das Schiff ebenfalls beschlagnahmen will. Warum den Cardassianern das fremde Schiff derart wichtig ist, ist der DS9-Crew aber ein Rätsel. Denn interessant daran ist nur das Computersystem, da es den Aliens gelungen ist, eine Technologie zu entwickeln, an der die Föderation schon vor längerer Zeit erfolglos herumgebastelt hat. Schließlich beamt Gul Kaidan auf die Station und unterrichtet Sisko über die politischen Probleme auf Cardassia. Eine Gruppe von Extremisten möchte die Macht übernehmen und Bajor zurückerobern. Kaidan gehört der jetzigen Führung an und möchte das Schiff nach Cardassia bringen, um zu demonstrieren, daß sich die Cardassianer auch nach ihrem Rückzug von Bajor alles holen können, was sie brauchen. Sisko entscheidet schließlich, daß er ihm das fremde Schiff zwar nicht übergeben wird, aber, daß er versuchen wird, in die cardassianische Politik einzugreifen, um die Position der jetzigen Regierung zu stärken. Währenddessen ereignen sich auf Deep Space Nine seltsame Dinge. Jadzia hört in ihrem Quartier seltsame Geräusche und überall tauchen Aliens auf, die genauso aussehen, wie jene die in dem Wrack gefunden wurden. Im Quartier der Siskos öffnet sich eine Tür nicht und immer wieder dringen krächzende Laute aus Lautsprechern auf der Station. Als Sisko beschließt, das Schiff von der Station zu entfernen, lassen sich die Andockklammern nicht mehr lösen. Es wehrt sich. Schließlich erkennt die Crew, daß das fremde Schiff den DS9-Computer benutzt, ohne daß dieser etwas davon bemerkt. Die seltsamen Geräusche sind die Sprache der Fremden und es gelingt, mit dem Schiff zu sprechen. Es stellt sich heraus, daß das Schiff selbst eine Lebensform ist. Es glaubt, daß es gestorben ist und DS9 hält es für den "Himmel" ...

Ein cardassianisches Schiff, daß auf einem bajoranischen Planeten abstürzt, ein Raumschiff, welches Deep Space Nine kontrolliert, verzweifelte Crewmitglieder, die überall auf der Station verstreut sind, Cardassianer, die DS9 entern, Philosophisches über Leben und Tod, Quark, der wieder einmal versucht, aus jeder Situation Profit zu schlagen und noch vieles mehr bietet "Walhalla" noch. Doch wann und wie das alles geschieht, solltet Ihr selber lesen.

Nathan Archer hat einen spannenden Roman geschrieben. Die Handlung, die übrigens vor dem Roman "Verrat/Betrayal" angesiedelt ist, ist großartig. Trotzdem gibt's leider jede Menge kleine Fehler: Auf Seite 11 wird die Defiant erwähnt, obwohl die beschriebenen Ereignisse ganz offensichtlich vor Beginn der dritten Season stattfinden. Außerdem wird die Gruppierung, die Kohn-Ma heißt, mit "Khon-ma" bezeichnet. Die Ursache dieses Problems könnte aber natürlich auch beim Übersetzer Harald Pusch zu finden sein. Vielleicht hat er es besonders gut gemeint, und die Schreibung des Wortes verändert, weil es auch im deutschen Titel der Folge "Past Prologue" (Dt. Titel: "Die Khon-Ma") so geschrieben wurde. Weiters kommt eine frühere Inkarnation von Dax namens Penzak Dax vor. Das paßt nicht ganz zur Episode "Facets" (3. Season). Da das Buch aber vermutlich vor Ausstrahlung von "Facets" geschrieben wurde, trifft den Autor hier keine Schuld.

Ein anderes Problem, das ich mit "Walhalla" habe, ist, daß sich die Charaktere ziemlich atypisch verhalten: Sisko schreit ständig gereizt herum und Odo würde einer fremden Lebensform sofort beim Sterben helfen, nur um einige Probleme für die Station aus der Welt zu schaffen, ohne vorher zu versuchen, ihr zu helfen. Auch Kira ist einfach als zu streitsüchtig und stur dargestellt, während O'Brien - einfach so - Quark von dem tollen Computer an Bord des fremden Schiffes erzählt, obwohl man sonst versucht, diese Information so gut wie möglich geheim zu halten.

Empfehlen kann ich das Buch allen, die sich von den oben genannten Ungereimtheiten nicht stören lassen, denn die Handlung selbst ist gut. Wer sich über solche Kleinigkeiten aber aufregt, der sollte die Finger davon lassen.

© Patrick Ahrer
(patrick@afss.cjb.net)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures