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Star Trek #89 New Earth #1 Wagon Train to the Stars Autorin: Diane Carey 2000, Pocket Books ISBN 0-671-04296-3 352 Seiten |
Unter der Führung von Evan Pardonnet möchte eine sehr große Gruppe von Bürgern der Föderation auswandern und einen bisher unbewohnten Planeten, der weit außerhalb des Föderationsraumes und des genau erforschten Weltraums liegt. Der Planet soll recht erdähnlich und ideal für eine Besiedelung sein. Von den Kolonisten wird er "Belle Terre" genannt.
Normalerweise wird ein Gebiet zuerst von Starfleet genau erforscht, bevor sich Siedler auf neu entdeckten Planeten niederlassen. Diese Kolonisten wollen jedoch genau das nicht. Sie möchten den Gesetzen und Regeln der Föderation entkommen und auf ihrem neuen Heimatplaneten echte Freiheit genießen. Und so geben sie das gefährliche Projekt auch nicht auf, als sich herausstellt, daß sie keine Unterstützung von offizieller Seite bekommen werden. Um den Konvoi zu schützen, werden Söldner angeheuert.
Im allerletzten Moment entschließt sich Starfleet dann aber doch noch dazu, die Kolonisten nicht völlig ohne "offiziellen" Schutz losziehen zu lassen. Die Enterprise soll mit der Unterstützung einiger kleiner Schiffe auf den Konvoi aufpassen. Für diese Mission wird Admiral Kirk vorübergehend wieder zum Captain und erhält das Kommando über die Enterprise. (Anmerkung: "New Earth" spielt zwischen "Star Trek: The Motion Picture" und "Star Trek II: The Wrath of Khan".) Über diesen Meinungswechsel in letzter Sekunde sind zahlreiche Kolonisten aber nicht übermäßig glücklich, weil sie befürchten, daß ihnen damit erst recht wieder genau jene Regeln und Gesetze aufgezwungen werden könnten, die sie eigentlich hinter sich lassen wollten.
Nachdem der Konvoi, der aus einigen wenigen sehr großen Schiffen, die den Großteil der "normalen" Kolonisten transportieren, und vielen kleinen Schiffen mit speziellen Aufgaben besteht, endlich aufgebrochen ist, läuft kaum etwas nach Plan. Ein Problem nach dem anderen taucht auf. Auf einigen der großen "Conestogas", so werden die riesigen "Menschentransporter" genannt, bricht eine Seuche aus, deren Eindämmung einfach nicht gelingen will, eine Conestoga wird beinahe samt allen an Bord befindlichen Personen zerstört usw. Und so verdichten sich langsam die Anzeichen dafür, daß irgendjemand alles tut, um eine ruhige und zwischenfallsfreie Reise zu verhindern...
Unterdessen wird ein einzelnes Schiff, das nach Belle Terre vorgeschickt wurde, um die Umgebung zu erkunden bevor der große Konvoi aufbricht, von einem fremden Schiff angegriffen. Die "Blood" schaffen es jedoch nicht, das kleine Schiff endgültig zu zerstören. Das erledigt ein Schiff der "Kauld" für sie. Die Blood und die Kauld bekriegen sich schon seit einer Ewigkeit. Es gab zwar Pausen, aber der Krieg zwischen den beiden Völkern ist dann immer wieder ausgebrochen. Doch nun scheinen sie einen gemeinsamen Feind gefunden zu haben: Die Föderation, die sich offenbar direkt in ihrer Nachbarschaft niederlassen möchte. Und so machen die Blood und die Kauld erste zaghafte Schritte in Richtung Zusammenarbeit...
"Wagon Train to the Stars" ist das erste Buch des Sechsteilers "New Earth". Das letzte Buch dieses Sechsteilers - "Challenger" - soll dann die Grundlage für eine völlig neue Buchreihe sein, die - ähnlich wie "Star Trek: New Frontier" - von brandneuen Charakteren handelt.
Mir hat "Wagon Train to the Stars" im Endeffekt recht gut gefallen, auch wenn die Story abschnittsweise ein wenig gestrafft werden könnte. Es war für mich einfach nicht interessant oder spannend genug, ständig zu lesen, welche Probleme Kirk damit hat, daß dem Konvoi hauptsächlich Schiffe und Personen angehören, die nichts mit Starfleet zu tun haben und auch nichts damit zu tun haben wollen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß ich auch keine große Freude damit hätte, wenn mir von einer militärischen Eskorte, die mir im letzten Moment zugeteilt wurde, deren Regeln aufgezwungen würden. Insofern ist dieser Aspekt der Aufregung unter den Kolonisten für mich durchaus nachvollziehbar.
Glücklicherweise ist das aber nicht der überwiegende Eindruck, den ich von diesem Buch gewonnen habe. Die Geschichte wird immer interessanter und spannender, je länger man durchgehalten hat. Und so habe ich mich abschließend betrachtet, doch einige Stunden lang recht gut unterhalten.
Auf jeden Fall ist "Wagon Train to the Stars" ein vielversprechender Auftakt für diesen Sechsteiler. In diesem ersten Buch werden bereits einige "Geheimnisse" von Belle Terre angedeutet, die dann wohl erst in den folgenden Büchern aufgelöst werden. Hier erfährt man die "Auflösung" jedenfalls nicht.
Recht originell gestaltet ist meiner Meinung nach der Konvoi. Um ein Beispiel zu nennen: Es gibt zB ein eigenes "Friedhofsschiff", in dem jene Personen eine letzte Ruhestätte finden, die während der viele Monate lang dauernden Reise nach Belle Terre sterben.
Nicht uninteressant sind auch einige Charaktere, die hier eingeführt werden. Insbesondere die Anführer der Blood und der Kauld sind Persönlichkeiten, über die ich gerne noch mehr wissen möchte. Die Mitglieder des Konvois bleiben leider eher ein wenig farblos. Nur ein gewisser Billy Maidenshore, eine zwilichtige Figur, der Kirk zuvor schon einmal begegnet ist, erhält einiges an Aufmerksamkeit.
Erwähnenswert ist auch, daß die Orioner in diesem Buch wieder einmal auftauchen. Die erste große Schlacht mit ihnen fand ich aber nicht recht spannend. Sie ist einer der Teile der Handlung, die Diane Carey etwas verkürzen hätte können.
Fazit: Das Konzept von "New Earth" selbst, eine Gruppe von Kolonisten aufbrechen und einen neu entdeckten Planeten besiedeln zu lassen, gefällt mir sehr gut. Es bietet viel Potential für spannende, unterhaltsame und mitreißende Star-Trek-Geschichten aller Art. "Wagon Train to the Stars" konzentriert sich aber leider oft ein wenig zu sehr auf genau jene Aspekte, die mich am wenigsten interessieren. Es ist sicher kein schlechtes Buch, kommt aber bei weitem nicht an meine absoluten Lieblingsbücher heran. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, daß weitere "New Earth"-Bücher (die ja teilweise von anderen Autoren geschrieben wurden) und die möglicherweise nachfolgende eigene Serie mehr nach meinem Geschmack sein werden.