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Star Trek: New Frontier #2
Into the Void Autor: Peter David 1997, Pocket Books ISBN 0-671-01396-3 151 Seiten |
Im 2. Buch des Auftakt-Vierteilers der "New Frontier" beginnt die Excalibur ihre Mission im Sektor 221-G, also dem ehemaligen thallonianischen Reich. Diesmal konzentriert sich die Handlung nur mehr auf die Charaktere dieser neuen Reihe, alt bekannte tauchen nicht mehr auf.... wenn man mal von Personen absieht, die man in der TNG in Gastrollen gesehen hat.
Captain Calhoun nahm also den Posten auf der Excalibur an - ein Erster Offizier fehlt ihm noch. Commander Elizabeth Shelby, eine Borg-Spezialistin (s. TNG "Best of Both Worlds"), die schon vor der Umrüstung der Erste Offizier auf der Excalibur war, soll nach den Wünschen von Admiral Jellico den Posten anstreben und auch gleichzeitig für ihn spionieren. Letzteres lehnt Shelby jedoch entschieden ab. Mac und sie hatten vor Jahren eine Beziehung, waren sogar verlobt - also weiß Shelby nicht, wie er auf eine Bewerbung reagieren würde.
Calhoun sah sich in der Zwischenzeit eine Vielzahl von Kandidaten an - keiner war jedoch geeignet, da sie von Calhouns Vergangenheit abgeschreckt waren. Als sich Shelby schließlich bewirbt, nimmt er sie an, auch weil er weiß, daß sie ihm ihre Meinung sicher nicht vorenthalten würde, sollte er Mist bauen.
Soleta "schmuggelt" mit dem Wissen Calhouns den thallonianischen Prinzen Si Cwan an Bord - er bekommt die Funktion des Botschafters (köstlich sind die Szenen, in denen Calhoun Si Cwan damit droht, ihn zum Schiffskoch zu machen...), verfolgt aber auch eigene Ziele mit der Suche nach seiner vermißten Schwester Kallinda.
Sicherheitschef ist ein Brikar namens Zak Kebron - ein Koloss von einem Offizier, der jedem und allem gegenüber sehr mißtrauisch ist... v.a. gegenüber Si Cwan.
Chefingenieur ist Burgoyne 172, ein Hermat. Dies ist eine Rasse von Zwitterwesen, die aber auch beide Richtungen ihrer Sexualität ausleben (nicht wie die J'nai aus TNGs "The Outcast") - besonders interessiert scheint Burgy an Dr. Selar zu sein. Das Steuer bedient Mark McHenry, ein junger Offizier, der seinen Aufgaben immer gerade soviel Aufmerksamkeit widmet, wie sie brauchen... Vom Maschinenraum auf die Brücke versetzt, versieht Robin Lefler (TNGs "Darmok" und "The Game") ihren Dienst an der Ops-Station.
Der Zerfall des thallonianischen Reiches hatte Konsequenzen auf die Machtverhältnisse im Sektor 221-G. So versuchen die Danterianer, ihren Vorteil aus der Situation zu ziehen... Nach dem Verlust der Herrschaft über Xenex schlossen D'ndai, Macs Bruder, und die Danterianer, allen voran Ryjaan, Wirtschaftsbündnisse - etwas, das Mac nach seiner Rückkehr von der Sternenflottenakademie klar verurteilte. D'ndai soll nun seinen Bruder davon überzeugen, mit der Excalibur den Sektor zu verlassen und ihn den Danterianern zu überlassen.
"Into the Void" erzählt also ein weiteres Kapitel der Geschichte. Es werden sowohl die restlichen Mitglieder der Mannschaft als auch die jetzige Situation im thallonianischen Sektor vorgestellt.
Mit Shelby bringt man ein interessantes Element in die Geschichte ein. Aus der TNG weiß man, daß sie sehr begierig darauf ist, auf der Karriereleiter weiterzukommen. Darüber hinaus hatte sie sich selbst das Kommando über die Excalibur gewünscht - jetzt wird ihr jemand vorgesetzt, der, um es milde auszudrücken, nicht gerade ein Offizier ist, der nach den Regeln der Sternenflotte geht, und noch dazu vor Jahren die Flotte verlassen hatte. Man ist als Leser also schon versucht, ihr zuzutrauen, nicht mit offenen Karten zu spielen.
Dann ist das Fakt, daß sie und Mac eine Beziehung hatten, auch noch erwähnenswert. Auf dem Fernsehsektor gelingt es Star Trek ja nicht unbedingt immer, vergangene und gegenwärtige Beziehungen unter den Offizieren realitätsgetreu darzustellen. Daß 2 Menschen auch miteinander arbeiten oder sogar einfach nur befreundet sein können, obwohl sie mal ein Verhältnis gehabt haben, konnte man in den Serien bisher nicht glaubhaft vermitteln - da gibt's nur die grobe Unterscheidung: Beziehung oder Beruf. Und wenn's eine Beziehung sein soll, dann wird sie als platonische Freundschaft oder Verhältnis zwischen Bruder und Schwester gezeigt... Ich hoffe, da geht "New Frontier" einen anderen Weg und zeigt einfach erwachsene Menschen, die zwischen Beruf und Privatleben noch zu trennen vermögen bzw. durch ihre Gefühle zueinander nicht daran gehindert werden, ihre Pflichten auszuführen.
Die Verwicklung von D'ndai in diese Mission macht sie nur noch persönlicher für Calhoun. Er wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert werden - und es wird sich noch herausstellen, inwieweit er sich von dem jugendlichen Befreier von Xenex wirklich wegentwickelt hat.
Die gesamte Mannschaft finde ich bisher sehr interessant - daß Burgy Interesse an Selar hat (und sie auch an ihm/r), bedeutet schon, daß das Thema der Beziehungen innerhalb der Mannschaft nicht tabuisiert wird - eine begrüßenswerte Tatsache. Mit Zak Kebron habe ich noch einige Probleme, aber ich denke, die werden sich wohl auch noch geben, wenn er mal etwas näher charakterisiert wurde.
Insgesamt führt "Into the Void" die Geschichte von "House of Cards" gekonnt weiter - das Fehlen irgendwelcher wohlbekannter und beliebter Charaktere in diesem Buch fiel mir an sich nicht weiter auf, da Calhoun vom ersten Teil her schon recht gut portraitiert war und mit Shelby eine interessante Charakterdynamik eingeführt wurde. Jetzt wird es natürlich langsam Zeit, die Excalibur und ihre Mannschaft auch in Aktion zu sehen, sozusagen die Geschichte richtig starten zu lassen... Also, auf zu Buch 3!