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Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz
Buchbesprechung von Patrick Ahrer
Buchbesprechung von Bärbel Haddrell
 

Cover von "The Valiant"
Star Trek: The Next Generation
The Valiant
Autor: Michael Jan Friedman
2000, Pocket Books
ISBN 0-671-77522-7
279 Seiten


Kurz vor meinem Geburtstag bekam ich das Buch "Valiant" von Amazon UK, was eine sehr angenehme Überraschung war. Ich bin ein grosser Fan von "Reunion" und hatte mich schon lange auf diese Stargazer Story gefreut. Dafür hatte ich sogar die "Millennium" Bücher zur Seite gelegt. Und ich wurde nicht enttäuscht: Das Buch bot tatsächlich das was ich mir davon versprach. Ich bin mir sicher, wer "Reunion" mag, dem wird auch dieses Buch gefallen :-). Ich las es in einem Zug am selben Tag durch.

Michael Jan Friedmans Stärke liegt auf jeden Fall bei den Charakterisierungen. In dieser Hinsicht hat er viel mit Peter David gemeinsam. Allerdings hat MJF einen wesentlich leichteren Schreibstil. Mir gefällt beides und obwohl PADs Stil mehr meinem Geschmack entspricht, so sagt mir MJFs Stil auch sehr zu. Ich finde es interessant, dass ich sofort eine emotionale Beziehung aufbauen kann wenn MJF einen neuen Charakter einführt. Sie nehmen sofort eine dreidimensionale Gestalt an und werden Leute mit Stärken und Schwächen, mit Meinungen und Handlungen über die man nachdenken kann. Was mir auch an "Valiant" gefällt, ist, dass obwohl es auch eine Menge Action aufweist, wir trotzdem keine langatmigen Beschreibungen von Schlachten und Technobabble zu lesen bekommen, nein, der Schwerpunkt bleibt bei den Charakteren. Das ist es, was meine Star Trek Lieblingsstories auszeichnet.

Was mich faszinierte ist wie dieses Buch die Grundlage dafür schuf was in "Reunion" und während der Schlacht von Maxia geschah. Es war interessant, Vigo in dem Buch zu begegnen. Was ich in "Reunion" las sorgte dafür, dass ich sehr neugierig auf diesen Charakter wurde und es war schön, ihn hier ein wenig kennenlernen zu können. Es war auch interessant zu beobachten wie sich die Verhältnisse der Charaktere miteinander sowie die Positionen in dieser frühen Stargazer Story veränderten, einschließlich dem Beginn der tragischen Entwicklung von Greyhorse und dem Anfang seiner Besessenheit mit Gerda Asmund, die schließlich sein Verderben war. Ich hoffe, dass MJF eines Tages ein weiteres Buch schreiben wird, das die noch vorhandene Lücke zwischen "Valiant" und "Reunion" schließen wird.

Was mich besonders beim Lesen dieser Story interessierte sind die verschiedenen Definitionen und Diskussionspunkte darüber was gute Führungsqualitäten sind und was für Qualitäten ein Offizier mitbringen muss um ein guter Captain zu sein.

Ich meine, Leach wurde von allen sehr ungerecht behandelt, einschließlich Starfleet. Er tat mir sehr leid. Wenn ich von dem ausgehe was ich gelesen habe, dann bin ich bestimmt nicht der Meinung, dass er ein schlechter Erster Offizier war. Sein Problem war, dass sein Captain eine schlechte Wahl traf. Er wählte einen Mann, dessen Stil sich nicht mit seinem vertrug. Das war nicht Leachs Schuld sondern Ruhalters. Es hätte niemals so weit kommen dürfen. Ich an Leachs Stelle wäre ebenfalls verärgert gewesen. Mir zeigte Ruhalter sehr deutlich, dass er alles andere als eine herausragende Führungspersönlichkeit war. Ich fand es unglaublich, dass er mit Picard über Leach sprach anstatt mit seinem Ersten Offizier über seine Probleme zu sprechen, die er mit ihm hat. Ich stimme damit überein was Picard am Schluss dachte. Ich finde dies tragisch, denn Leach und Ruhalter hätten sich gut ergänzen können. Ruhalter fiel es leichter, einen Draht zu anderen Leuten zu finden während Leach weniger seinen Instinkten als Fakten folgte. Leach hatte auch recht damit, Daniels und Santana zu misstrauen.

Kein Captain sollte seinem Zweiten Offizier unterbreiten, dass der Erste Offizier "offensichtlich unfähig ist, eine gute Führungspersönlichkeit zu sein". Ruhalter arrangierte bereits seine Nachfolge hinter seinem Rücken ohne dem Mann eine Chance zu geben, sich zu äußern. Ruhalter ärgerte mich sehr in dieser Szene. Das war vollkommen unangemessen.

Noch schlimmer ist allerdings was Admiral Mehdi am Schluss sagte, nämlich, dass Leach seiner Meinung nach nicht für die Position eines Ersten Offiziers geeignet ist und man eine andere Stelle für ihn finden wird. Meiner Meinung nach tat Leach nichts, dass eine Degradierung rechtfertigen würde. Er muss nur einen Captain finden mit dem er ein gutes Arbeitsverhältnis aufbauen kann und wir konnten sehen, dass es in der Tat Leute gibt, mit denen er gut zusammenarbeiten kann.

Meiner Meinung nach hätte es Jellico viel eher verdient, aus der Kommandoebene entfernt zu werden. Aber offensichtlich gibt es Leute, die ihn trotz seiner charakterlichen Mängel dafür qualifiziert halten. Und auch Calhoun ist nicht bei jedermann beliebt. Aber so lange sie nichts tun was eine Degradierung rechtfertigen könnte, wird es nicht, oder besser, sollte es nicht dazu kommen.

© Bärbel Haddrell
(Email@trekdata.demon.co.uk)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures