Star
Trek #93
Die Ringe von Tautee (OT: The Rings of Tautee) Autoren: Dean Wesley Smith und Kristine Kathryn Rusch Übersetzung: Bernhard Kempen Heyne 06/5693 ISBN 3-453-14908-4 248 Seiten |
Die Tauteeaner sind auf der Suche nach einer unerschöpflichen Energiequelle für ihre Zivilisation. Nachdem über Generationen hinweg geforscht wurde, ist nun endlich der Zeitpunkt gekommen, um die neue Technologie auszuprobieren. Die Energie soll direkt aus einem der Planeten ihres Sonnensystems kommen. Doch das Experiment geht schief. Gewaltige Schockwellen breiten sich aus und zerstören alles, das sich in ihrem Weg befindet. Nacheinander brechen sämtliche Planeten und Monde des Systems auseinander und Milliarden von Tauteeanern müssen sterben. In der unterirdischen Kontrollzentrale, von der aus das Experiment überwacht wird, kann die Leiterin des Projektes - Subcommander Prescott - nicht begreifen, wie das Vorhaben so gewaltig schiefgehen konnte. Sie und andere Mitarbeiter in der Kontrollzentrale haben Glück im Unglück. Das Gestein, in dem die Einrichtung untergebracht ist, bricht nicht sofort auseinander. Trotzdem, da es kaum Möglichkeiten gibt, das Inferno überlebt zu haben, hofft niemand wirklich auf Hilfe. Zwar versuchen einige Tauteeaner in Prescotts Umgebung Hoffnung zu versprühen, aber allen ist bewußt, daß sie nicht mehr lange am Leben sein werden. Prescott selbst ist nicht recht glücklich darüber, vorerst noch überlebt zu haben. Sie ringt mit dem Gedanken, für den Tod von Milliarden von Tauteeanern verantwortlich zu sein.
Auch in der Föderation bemerkt man Anzeichen der Katastrophe. Die Enterprise und die Farragut unter dem Kommando von Captain Kelly Bogle werden zum Ort des Geschehens geschickt, um herauszufinden, was dort vorgeht. Am Ziel angekommen treffen die beiden Starfleet-Schiffe auch gleich auf vier klingonische Schiffe. Der Kommandant der Klingonen vermutet, daß die Föderation im zerstörten Sonnensystem eine neue Superwaffe getestet hat. Ähnliche Vermutungen werden auch auf der anderen Seite angestellt: Auch den Starfleet-Offizieren kommt der Gedanke, daß eine klingonische Superwaffe dafür verantwortlich sein könnte.
Vom Autorenduo Dean Wesley Smith und Kristine Kathryn Rusch kannte ich bisher nur das Voyager-Buch "Die Flucht" und das TNG-Buch "Soldaten des Schreckens" aus der "Invasion"-Reihe. Bei "Invasion" hat mir das ganze Konzept nicht so gut gefallen, weshalb ich mit "Soldaten des Schreckens" auch keine echte Freude hatte, "Die Flucht" ist aber eine sehr gute Geschichte, was auch der Grund dafür ist, daß ich schon sehr gespannt auf "Die Ringe von Tautee" war. Glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht. "Die Ringe von Tautee" ist ein sehr gutes Buch.
Vor allem zu Beginn wird die bedrückende Atmosphäre während und nach der großen Katastrophe sehr atmosphärisch geschildert. Hier wird nichts untertrieben oder beschönigt. Man spürt, daß hier etwas Schreckliches passiert. Und auch die schreckliche Last, die Subcommander Prescott zu tragen hat, ist durch und durch verständlich.
"Die Ringe von Tautee" ist allgemein eine charakterbezogene Geschichte, die man sehr viel durch die Gedanken der Beteiligten erlebt. Wie schon angesprochen werden anfangs die Gedanken einiger Tauteeaner sehr ausführlich behandelt. Später, als Captain Kirk und Captain Bogle einige Meinungsverschiedenheiten austragen, verlagert sich das dann auf die beteiligten Starfleet-Offiziere.
Ein Thema dieses Buches ist wieder einmal die Erste Direktive, die schon so oft in Romanen (aber auch anderswo) angesprochen und diskutiert wurde, daß viele schon zurückschrecken, wenn sie hören, daß es wieder einmal darum geht. Dieses Buch würde ich aber dennoch nicht ignorieren, da diese Frage in eine sehr interessante und spannende Konfrontation zwischen den beiden Captains eingebunden ist. Es geht schließlich weniger um die Erste Direktive selbst, als viel mehr darum, ob man sich nun immer und überall an die Gesetze und Regeln halten muß, oder diese manchmal auch ein wenig umgehen bzw. interpretieren kann.
Obwohl "Die Ringe von Tautee" eigentlich ähnlich aufgebaut ist
wie die meisten Star-Trek-Romane, schaffen es die Autoren, die Sache tiefgründiger
und irgenwie "wichtiger" erscheinen zu lassen. Ein wenig zu einfach gestrickt
sind eigentlich nur die Erwähnungen einer möglicherweise existierenden
Superwaffe. Diesen Aspekt hätte man sich wirklich sparen können.
Die Klingonen hätte man auch anders ins Spiel bringen können.