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Star Trek: Voyager
Day of Honor #3
Her Klingon Soul
Autor: Michael Jan Friedman
1997, Pocket Books
ISBN 0-671-00240-6
275 Seiten

Auch im Delta Quadranten denkt man an den "Day of Honor" und so versuchen zahlreiche Crewmitglieder der Voyager, B'Elanna einen schönen Feiertag zu wünschen. Der Halb-Klingonin ist aber absolut nicht zum feiern zumute. Eher im Gegenteil. Sie kann den "Day of Honor" aus den verschiedensten Gründen absolut nicht ausstehen. Vor allem deshalb, weil sie über ihre klingonische Hälfte ja nie besonders glücklich war. Aber auch deshalb, weil sie es in der Vergangenheit - auch schon als kleines Kind - immer wieder geschafft hat, an diesem "besonderen" Tag in größere Schwierigkeiten jeder Art zu kommen.

B'Elanna versucht deshalb allen Dingen, die mit diesem Feiertag zu tun haben, so weit wie nur irgendwie möglich aus dem Weg gehen. Doch als ihr Neelix dann auch noch typische Spezialitäten serviert, die von Klingonen an diesem Tag normalerweise gegessen werden, liegen ihre Nerven endgültig blank. Der Talaxianer, der es eigentlich nur gut gemeint hat und nicht versteht, was er falsch gemacht hat, kann nur mehr zusehen, wie B'Elanna wütend den Raum verläßt.

Die Nahrungsmittel-Vorräte der Voyager sind wieder einmal knapp. Deshalb ist es dringend notwendig, demnächst einen Planeten anzufliegen und neue Vorräte an Bord zu nehmen. Und man hat auch tatsächlich einen Planeten ausfindig gemacht, der die Bedürfnisse der Voyager-Crew befriedigen könnte. Drei Außenteams beamen hinunter, um geeignete Pflanzen ausfindig zu machen.

Eines dieser Außenteams besteht aus Ensign Kim und B'Elanna, die überglücklich ist, endlich den ganzen "Day of Honor"-Glückwünschen auf dem Schiff zu entkommen. Bei der Suche nach geeigneten Pflanzen sind die beiden anfangs nicht sehr erfolgreich. Als sie ein wenig herumwandern entdecken sie aber doch noch eßbare Vegetation. Und zwar in einer Höhle, die von irgendwelchen störenden Mineralien umgeben zu sein scheint. Da somit eine Kommunikation mit dem Schiff nicht mehr möglich ist, sobald man einmal in der Höhle ist, teilen die beiden Captain Janeway mit, was sie vorhaben. Diese stimmt dem Vorhaben von Harry und B'Elanna zu, trägt ihnen aber auf, nicht zu lange in der Höhle zu bleiben und sich spätestens in 15 Minuten wieder zu melden.

Und so beginnen Harry und B'Elanna damit, die Höhle zu untersuchen. Plötzlich sind sie in der Höhle aber nicht mehr allein. Eine Gruppe von Kazon stürmt herein und überwältigt die beiden schließlich.

Im Orbit um den Planeten nähert sich inzwischen ein Schiff der Kazon der Voyager. Für Janeway ist natürlich sofort klar, daß das nichts Gutes bedeutet. Und so befiehlt sie ohne zu zögern, sämtliche Außenteams sofort zurück an Bord zu beamen. Der Transporter schafft es auch, fast alle auf das Schiff zu holen. Nur Harry und B'Elanna können nicht erfaßt werden, da sie sich noch in der Höhle befinden.

Kurz darauf startet ein kleineres Kazon-Schiff von der Oberfläche und fliegt in Richtung des großen Schiffes im Orbit. Auf der Voyager vermutet man, daß Harry und B'Elanna von den Kazon gefangengenommen wurden und nun mit dem kleinen Schiff an Bord des großen gebracht werden sollen. Deshalb ordnet Janeway sofort an, einen Traktorstrahl auf das kleine Schiff auszurichten. Tuvok schafft es aber nicht, das Schiff tatsächlich mit dem Strahl zu erfassen, da sich das große Kazon-Schiff genau zwischen dem kleine Schiff und der Voyager positioniert. Versuche von Lieutenant Paris, das Starfleet-Schiff in eine bessere Position zu bringen, scheitern, da die Kazon jede Bewegung sofort ausgleichen.

Somit gelingt es den Kazon, das kleine Schiff an Bord zu nehmen und den Planeten zu verlassen. Die Voyager nimmt natürlich sofort die Verfolgung auf.

Auf dem Planeten befindet sich aber noch ein zweites kleines Schiff der Kazon, das von den Sonsoren der Voyager nicht wahrgenommen werden konnte, da es von einem entsprechend Energiefeld abgeschirmt wird. Die störenden Mineralien, die die Voyager zu sehen glaubte, waren alles andere als eine natürliche Erscheinung. Sie waren einfach nur ein Störfeld der Kazon, das den Sensoren die Mineralien vorgetäuscht hat. Nachdem die Voyager den Orbit verlassen hat, ist der Weg für dieses zweite Schiff nun frei. Mit B'Elanna und Harry an Bord verläßt es den Planeten und schlägt einen Kurs ein, der dem des ersten Schiffes, das von der Voyager verfolgt wird, genau entgegengesetzt ist...

Nachdem ich die ersten beiden Bände aus der "Day of Honor"-Reihe ("Ancient Blood" und "Armageddon Sky") als absolut schrecklich empfand, habe ich lange gezögert, ein weiteres Buch aus dieser Reihe zu lesen. Schließlich habe ich mich dann aber doch noch dazu entschlossen, "Her Klingon Soul" zu lesen, und ich habe es glücklicherweise nicht bereut. Dieses Buch ist ganz anders als seine beiden Vorgänger.

B'Elanna hält von dem ganzen Getue der Klingonen rund um die Ehre gar nichts und so ist auch der Day of Honor für sie alles andere als ein Feiertag. Dennoch scheint das niemand so richtig wahrzunehmen. Man erinnert sie stattdessen immer wieder an ihre klingonische Hälfte, indem ein Crewmitglied nach dem anderen versucht ihr zu gratulieren. Jede(r) der schon einmal versucht hat, irgendeinem Thema zu entkommen, aber dennoch immer wieder daran erinnert wurde, kann in dieser Situation mit B'Elanna mitfühlen.

Allen, die fürchten, daß die ach so furchterregenden Kazon in "Her Klingon Soul" eine übergroße Rolle spielen, kann ich diese Angst nehmen. Sie sind nur eine erste Zwischenstation auf dem nicht sehr einfachen Weg, den B'Elanna zusammen mit Harry Kim in dieser Geschichte überstehen muß.

Die beiden treffen dann auch noch auf ein anderes nichts sehr friedliches Volk, die Nograkh, die von Kämpfen untereinander, die normalerweise mit dem Tod eines der Beteiligten enden, besonders begeistert sind. B'Elanna hält anfangs wenig von den Nograkh, erkennt aber schließlich, daß hinter deren Verhalten ein auf eigene Art und Weise bewundernswerter Ehrenkodex steckt.

In einer Art B-Plot rettet die Voyager eine Frau namens Pacria von einem zerstörten Schiff der Emmonac. Sie ist die einzige Überlebende. Nachdem der Doktor ihre offensichtlichen Wunden geheilt hat, entdeckt er, daß Pacria schon länger an einer tödlichen Krankheit leidet. Laut Schätzungen des Doktors bleiben ihr nur mehr einige Tage, wenn keine Möglichkeit sie zu heilen gefunden wird. Der Doktor findet in den Daten, die die Voyager von dem Emmonac-Schiff heruntergeladen hat, aber dann doch ein Heilmittel. Als er das Mittel dann anwenden möchte, protestiert Pacria dagegen. Sie erklärt, daß das Mittel von einem Arzt der Zendak'aa entwickelt wurde, der zu diesem Zweck unheimlich viele Emmonac als Versuchskaninchen mißbraucht hat. Eine große Zahl von Emmonac starb bei seinen Versuchen, bis er schließlich doch ein wirksames Heilmittel entdeckt hat. Diese Thematik erinnert sehr stark an die TV-Episode "Nothing Human" aus der 5. Staffel von "Star Trek: Voyager", die allerdings erst nach diesem Buch geschrieben wurde. Wenn hier jemand abgeschrieben haben sollte, waren es also die Autoren von "Nothing Human".

Fazit: "Her Klingon Soul" ist ein weiteres sehr gutes Buch von Michael Jan Friedman, der schon für viele echte Meisterwerke gesorgt hat. Ein solches ist "Her Klingon Soul" zwar nicht unbedingt, es ist aber sicher eines der besseren Bücher aus der Voyager-Buchreihe. Auf alle Fälle ist es "Ancient Blood" und "Armageddon Sky" deutlich überlegen.

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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