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Star
Trek: Voyager #6
Die ermordete Sonne (OT: The Murdered Sun)
Autorin: Christie Golden
Heyne 06/5406
ISBN 3-453-11916-9
DM 12,90 / öS 94,00
282 Seiten |
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Die Sensoren der Voyager nehmen in der Nähe ein Phänomen wahr,
in dem möglicherweise ein Wurmloch existiert. Als sich das Schiff
der Anomalie nähert, wird es von einer Boje eines Volkes namens Akerianer
kontaktiert. Eine aufgezeichnete Nachricht teilt der Besatzung der Voyager
mit, daß sie in das Gebiet der Akerianer eindringt und ihre Anwesenheit
nicht erwünscht ist. Wenn das Schiff trotzdem weiterfliegen sollte,
muß die Besatzung die Konsequenzen tragen. Obwohl sich Neelix mal
wieder aufs heftigste gegen einen Weiterflug ausspricht, entscheidet sich
Janeway für ein weiteres Eindringen in fremdes Territorium.
Als sie schließlich das Sonnensystem, in dessen Nähe sich
die Anomalie befindet, erreichen, werden sie von den Veruniern gerufen.
Nach anfänglichem Mißtrauen gegenüber der Voyager-Crew,
erzählt Viha Nata, das Oberhaupt der Verunier, mehr über ihr
Volk. Die Verunier sind Feinde der Akerianer. Sie werden regelmäßig
von ihnen angegriffen und ihre Welt steht aus zwei Gründen vor dem
Untergang: Zum einen vernichten die Akerianer bei ihren Angriffen regelmäßig
Brutstätten der Verunier, und zum anderen wird das Sonnensystem wegen
des durch die Anomalie verursachten schnellen Alterns der Sonne bald unbewohnbar.
Viha Nata versucht, Captain Janeway davon zu überzeugen, ihrem Volk
zu helfen. Janeway beharrt aber auf der Ersten Direktive. Doch für
lange Überlegungen bleibt keine Zeit. Aus der Riesenanomalie kommen
zwei Raumschiffe der Akerianer, die einem Schiff der Verunier folgen und
es angreifen. Janeway zögert und kann die Zerstörung des verfolgten
Schiffes nicht mehr verhindern, obwohl sie die Akerianer auffordert, den
Angriff abzublasen. Die Akerianer entschließen sich dazu, nun auch
die Voyager anzugreifen. Eines der beiden Schiffe beginnt mit dem Beschuß
des Heimatplaneten der Verunier, während das andere sich die Voyager
vornimmt. Anfangs sieht es so aus, als würden die Schilde der Voyager
die Gravitationswaffe der Akerianer problemlos abwehren. Doch die Akerianer
setzen überraschend noch eine andere Waffe ein, die die Schilde des
Starfleet-Schiffes förmlich auffrißt. Obwohl die Voyager jede
Menge schwere Schäden hinnehmen muß, gelingt es Janeway &
Co. doch noch, den Aggressor unschädlich zu machen. Die überlebenden
Akerianer beamen sich auf das zweite Schiff, das den Planeten angegriffen
hat, und verschwinden erst einmal.
Die Voyager-Mannschaft muß jetzt versuchen, das Schiff wieder
auf Vordermann zu bringen, bevor die Akerianer mit einem weiteren Vernichtungsschlag
beginnen...
Das ist bei weitem noch nicht alles, doch den Rest sollte jeder selber
lesen. "Die ermordete Sonne" ist zwar nicht das ultimative Highlight, aber
auf alle Fälle ein durchschnittlicher Star Trek-Roman, den ich mit
ruhigem Gewissen weiterempfehlen kann.
Ein paar Dinge möchte ich aber noch loswerden: Immer wieder
erweist sich die Erste Direktive als Hindernis bei dem Vorhaben, den Veruniern
zu helfen. Trotzdem ist Janeway nach wie vor fest davon überzeugt,
an allen Starfleet-Vorschriften festzuhalten. Das ist jetzt gar nicht unbedingt
der Fehler von Christie Golden, denn auch in der Serie taucht dieses Problem
immer wieder auf. Ich erwarte ja nun nicht, daß alle Gewohnheiten
und Vorschriften von Starfleet über den Haufen geworfen werden, aber
angesichts der Situation, in der sich die Voyager befindet, wäre es
doch angebracht, ab und zu die Möglichkeit, gewisse Übertretungen
zuzulassen, zu überdenken.
In diesem Roman ist am Anfang ständig davon die Rede, nicht
aktiv in den Konflikt zwischen den beiden Völkern einzugreifen. Trotzdem
mischt die Voyager schließlich in großem Umfang mit. Und noch
während immer wieder über die Erste Direktive und deren Einhaltung
geredet wird, unternimmt die Crew alles, um sie zu umgehen.
Noch etwas wird inzwischen schon ein wenig langweilig: In fast jedem
(wenn nicht sogar wirklich in jedem) Voyager-Roman und auch in zahlreichen
TV-Episoden versucht Neelix ständig, Janeway davon zu überzeugen,
sich von irgendeinem Ort, an dem später das eigentliche Abenteuer
beginnt, fernzuhalten. So auch in diesem Buch. Und zu unserer großen
Überraschung ignoriert der Captain auch dieses Mal den Talaxianer.
Abschließend muß noch einmal gesagt werden, daß
diese Kritik nicht speziell auf dieses Buch, das mir sehr gut gefallen
hat, bezogen ist. "Die ermordete Sonne" besticht durch eine ansprechende
Geschichte und eine gute Darstellung der bekannten Charaktere und ist auf
alle Fälle ein lohnender Kauf.
© Patrick Ahrer
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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures