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Trek: The Next Generation #38
Der Mörder des Sli (OT: Sins of Commission) Autorin: Susan Wright Heyne 06/5438 ISBN 3-453-11924-X DM 12,90 / öS 94,00 329 Seiten |
Picard sieht sich gerade eine Aufzeichnung eines Theaterstückes in einem der Holodecks an, als Troi sich bei ihm via Kommunikator meldet und ihn fragt, ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn sie zu ihm kommt. Picard hat natürlich nichts dagegen und so betritt die Counselor das Holodeck. Die beiden plaudern noch kurz ein wenig über das Stück und dann beendet der Captain das Programm und sie verlassen gemeinsam den Raum. Auf dem Weg zur Brücke erzählt ihm Troi, daß sie sich ein wenig Sorgen um Worf macht. Sie meint, daß er ein wenig zu starrköpfig und zwanghaft ist. Picard erinnert sich an Worfs letzten Sicherheitsbericht, der um einiges länger war als üblich. Der Klingone regte sich darin über Zwischenfälle auf, die Picards Meinung nach eigentlich unbedeutend waren.
Im Bereitschaftsraum des Captains setzen die beiden ihr Gespräch fort. Troi vermutet, daß das Auftauchen von Worfs Sohn Alexander, der jetzt bei ihm lebt, wesentlich zur schlechten Stimmung des Sicherheitschefs beiträgt. Worf hatte immer versucht, rein klingonisch zu sein und keine menschlichen „Schwächen“ zu zeigen. Doch sein Sohn hält von den menschlichen Werten anscheinend mehr als von den klingonischen, was Worf verwirrt.
Troi möchte dann auch noch über Simon Tarses sprechen. (Das ist jenes Besatzungsmitglied, das in der Folge "The Drumhead" von Admiral Satie beschuldigt wurde, Mitglied einer Verschwörung zu sein. Tarses war zwar unschuldig, es kam aber heraus, daß sein Großvater Romulaner war. Aus Angst davor, wegen dieser Tatsache keine Chance in Starfleet zu haben, log er und behauptete, daß sein Großvater Vulkanier war.) Er hat kürzlich ein Versetzungsgesuch verfaßt und die Counselor möchte, daß Picard es ablehnt. Er glaubt noch immer, daß er wegen seiner romulanischen Vorfahren schief angesehen wird. Troi vermutet nun, daß eine Versetzung diesen Irrglauben nur noch bestätigen würde. Eine gewisse Kontinuität wäre besser für ihn. Picard ist einverstanden, möchte aber, daß ihm die Counselor die Nachricht überbringt. Troi macht sich sofort auf den Weg.
Auf der Brücke bemerkt sie, daß Lieutenant Worf noch immer Dienst tut, obwohl seine Schicht eigentlich schon vorbei ist. Als sie ihn darauf anspricht, erhält sie nur zur Antwort, daß die Enterprise bald ihr nächstes Ziel, den Planeten Lessenar, erreicht und daß er weiterhin auf der Brücke bleiben wird.
In seinem Quartier spricht die Counselor dann mit Tarses und erzählt ihm, daß sein Versetzungsgesuch vom Captain abgelehnt wurde. Sie erzählt ihm auch gleich, daß sie den Captain darum gebeten hat. Er ist darüber natürlich alles andere als glücklich. Er hatte gehofft, daß er an seinem neuen Einsatzort seine Abstammung wieder geheimhalten hätte können. Während des Gesprächs spürt Troi plötzlich etwas. Sie ruft sofort den Captain und fragt, ob alles in Ordnung ist.
Die Enterprise hat inzwischen Lessenar erreicht. Sie soll die stark verschmutzte Atmosphäre des Planeten reinigen. Vor diesem gab es nicht besonders viele Kontakte zwischen der Föderation und den Lessenariern, weshalb die derzeitige Mission nicht nur wissenschaftlicher, sondern auch diplomatischer Natur ist. Riker ist sehr zufrieden, daß der Captain ihn mit der Leitung dieser Mission beauftragt hat. Die Crew stellt schnell fest, daß die Transporter nicht dazu benützt werden können, sich auf den Planeten zu beamen, da die Vorgänge in der Atmosphäre, die durch die Verschmutzung ausgelöst wurden, den Vorgang stören würden. Schließlich befiehlt Riker, den Planeten zu rufen. Es meldet sich Ratssprecher Wiccy Ron Micc. Obwohl Interferenzen den Empfang stören, können sich die beiden Gesprächsteilnehmer einigermaßen verstehen. Der Ratssprecher lädt sogleich zu einem Empfang, vor dem sich Riker aber drücken kann, da die Transporter ja nicht einsetzbar sind.
Nach dem Ende des Gesprächs fliegt plötzlich ein anderes Schiff in das System ein. Es ist die Prospector, ein alter Passagier-Starliner. Im selben Moment meldet sich Troi und fragt, ob alles in Ordnung ist. Picard teilt ihr mit, daß alles unter Kontrolle ist und erkundigt sich nach dem Grund für ihre Frage. Sie erzählt ihm, daß sie eine ungewöhnliche Ausstrahlung wahrnimmt. Als die Enterprise von dem anderen Schiff gerufen wird, bittet er die Counselor, doch einfach auf die Brücke zu kommen.
Die Enterprise nimmt den Ruf entgegen und es meldet sich Captain Jacob Walch. Er erzählt, daß die Prospector ein Touristenschiff ist. Sie fliegt den Planeten an, da die durch Verschmutzung ausgelösten Reaktionen in der Atmosphäre von Lessenar schön anzusehen sind. Dann fragt er Picard, ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn die Prospector einfach in die selbe Umlaufbahn wie die Enterprise einschwenkt und sich hinter das Starfleet-Schiff hängt. Er meint, daß es den Touristen an Bord seines Schiffes sicher gefallen würde, sich die Enterprise aus der Nähe anzusehen. Noch bevor Picard antworten kann, ist die Prospector auch schon hinter der Enterprise. Sogleich lädt Captain Walch Picard ein, das Showprogramm auf seinem Schiff zu genießen. Er erzählt, daß Sli an Bord sind und emotive Konzerte geben. Sli sind Wesen, die Walch als „Quallendinger“ bezeichnet. Außerdem lädt er die gesamte Brückencrew zum Abendessen ein. Als Walch im Hintergrund Worf sieht, unterbricht er plötzlich seinen Redeschwall. Er scheint den Klingonen recht gut zu kennen. Als Riker nach Beendigung von Picards Unterhaltung mit Walch bei Worf nachfragt, teilt ihm dieser mit, daß Captain Walch ein alter Freund seiner Pflegeeltern ist.
Anschließend begibt sich Worf schnell in sein Quartier, wo er Alexander auffordert, sofort den Tisch abzuräumen, da dieser ihn wieder einmal unaufgeräumt zurückgelassen hat. Dann schenkt er seinem Sohn eine Nachbildung eines Miskazi, eines Schwertes der Samurai aus der Kamakura-Periode. Alexander freut sich über das Geschenk, doch das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist schnell wieder getrübt. Worf möchte Alexander etwas über die Samurai-Krieger erzählen, als der Junge ihn unterbricht und meint, daß ihm der Knauf mit den spiralförmigen Teilen gefällt. Worf ist wütend und fordert seinen Sohn auf, die Kunst des Schweigens zu üben.
Auf der Brücke hat unterdessen Data das Kommando. Plötzlich gibt es eine Explosion auf der Prospector. Captain Walch bittet die Enterprise um Hilfe, da die verursachten Schäden nicht zu reparieren sind. Sofort wird die Evakuierung aller Passagiere und Besatzungsmitglieder eingeleitet. Alle bis auf einen Sli überleben die Katastrophe.
Zuerst sieht es so aus, als sei der Ausfall eines Schiffssystems die
Ursache für die Explosion, doch als später ein Außenteam
auf die verlassene Prospector beamt, um den Vorfall zu untersuchen, erweist
sich diese Annahme als falsch. Es war Sprengstoff, der außen an der
Hülle angebracht war. Vermutlich sollten die Sli sterben. Nun muß
nach dem Mörder des verstorbenen Sli gesucht werden.
Doch das ist alles andere als einfach. Ein Ferengi, der sich als Manager
der Sli ausgibt, nervt die Crew der Enterprise und die Sli selbst geben
der Mannschaft Rätsel auf. Es ist nicht nur unmöglich, mit den
Sli zu kommunizieren, sie scheinen auch noch mit ihren empathischen Fähigkeiten
die Besatzung durcheinanderzubringen und deren Emotionen zu verstärken.
Und als man versucht, den toten Sli zu untersuchen, löst sich dieser
plötzlich in Luft auf.
Zwar ist bei Heyne Susan Wrights Voyager-Roman "Verletzungen" vor diesem Buch erschienen, nach der Originalreihenfolge von Pocket Books ist "Der Mörder des Sli" aber ihr erstes Star-Trek-Buch. Ich hatte vor dem Lesen befürchtet, wieder einmal eine volle Breitseite Technik-Geschwafel abzubekommen. Jeder der "Verletzungen" (Originaltitel: "Violations") gelesen hat, weiß warum. Doch dem war glücklicherweise nicht so. „Der Mörder des Sli“ ist viel mehr eine Art Krimi. Nach der Explosion beginnt ein spannendes Verwirrspiel, bei dem lange nicht klar wird, wer es denn nun tatsächlich gewesen ist.
Eine gute Idee ist auch, daß Simon Tarses mit von der Partie ist. Die Figur paßt ganz hervorragend zu dieser Art von Geschichte.
„Der Mörder des Sli“ ist ein nettes neues TNG-Buch und auf alle Fälle einer der besseren Star-Trek-Romane von Susan Wright, die neben diesem Buch und "Verletzungen" auch noch den DS9-Roman "The Tempest" sowie "The Best and the Brightest" geschrieben hat.