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Cover von "Reunion"
Star Trek: The Next Generation
Reunion
Autor: Michael Jan Friedman
1991, Pocket Books
ISBN 0-671-71682-4
343 Seiten


Die Enterprise begleitet Morgen, den neuen Regenten des Daa'vit-Reiches, zu seinem Amtsantritt. Morgen diente als Fähnrich auf der U.S.S. Stargazer unter Picard, und andere Mitglieder der alten Mannschaft sind als Gäste zur Amtseinführung geladen.

So kommt es zu einem Aufeinandertreffen der alten Kameraden - und der Crew der Enterprise. Picards Erster Offizier, Gilaad Ben Zoma, wurde in der Zwischenzeit Captain der Lexington, Tricia Cadwallader, damals Picards Kommunikationsoffizier, ist nun Ben Zomas 2. Offizier. Nach und nach kommen Dr. Carter Greyhorse, Commander Idun Asmund, Sicherheitschef Pug Joseph und Chefingenieur Phigus Simenon an Bord. Die ursprüngliche Vertrautheit stellt sich bald wieder ein - auch wenn sich neue Probleme zeigen.

Nicht alle sind einverstanden, daß Morgen, der seine Heimat näher an die Föderation anbinden wird, Herrscher des Planeten Daa'V wird, also ist Worf besonders gefordert. Doch eine Jahrhunderte alte Fehde zwischen den Daa'vit und den Klingonen erleichtert Worfs Aufgabe nicht. Beide entstammen einer kriegerischen Rasse, weshalb Worf besonders mißtrauisch wird, als Morgen ihn darum bittet, einem von Worfs Übungsprogrammen auf dem Holodeck nachzugehen. Und wie es nicht anders geschehen konnte, läßt sich das Holodeck plötzlich nicht mehr kontrollieren. Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich in Windeseile, und die beiden können in letzter Sekunde gerettet werden.

Doch die Frage bleibt: Wer will Morgen töten? Wer hat ein Motiv? Der Verdacht fällt schließlich auf Idun Asmund. Sie wurde zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Gerda von Klingonen aufgezogen und lernte, die Daa'vit als Feinde anzusehen. Darüber hinaus hatte Gerda noch an Bord der Stargazer versucht, Morgen umzubringen... Will Idun die Arbeit ihrer Schwester nun vollenden?

Dann geschieht schließlich ein 2. Anschlag... Und zu allem Überdruß gelangt die Enterprise in eine Raumanomalie, die sie weit in romulanisches Gebiet zieht.

"Reunion" hat nun wirklich alles, was ich in einem Buch lesen möchte: interessante Charaktere, Action - und dies noch in ausgewogenem Maße.

Im Vordergrund steht natürlich Picards alte Mannschaft, doch wird auch nicht vergessen, daß dieses Wiedersehen für einige Mitglieder der Enterprise-Crew verborgene Erinnerungen hervorruft. So ist Beverly anfangs gar nicht begeistert von der Idee, Freunden ihres Mannes zu begegnen - ganz anders Wesley, der endlich die wahren Umstände, wie sein Vater ums Leben kam, erfahren möchte. Und auch Picard ist sich schmerzlich bewußt, daß ohne Jack Crusher dieses Wiedersehen nicht komplett ist. Schließlich gibt es da noch Pug Joseph, der seit dem Tod Jacks ein schreckliches Geheimnis mit sich herumträgt.

Nach dem ersten Anschlag auf Morgen vereinbart die Enterprise-Mannschaft, darüber Stillschweigen zu bewahren... Und doch erzählt Picard Ben Zoma von dem Mordversuch, Beverly Greyhorse und Riker Cadwallader - dies fand ich doch ein interessantes Faktum, denn es zeigt, wie nahe sich die beiden Mannschaften in den wenigen Tagen gekommen sind. Daß es der Ermittlung nicht gerade dienlich ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Mit Idun, einer Einzelgängerin, die nie über die Taten ihrer Schwester hinweg gekommen ist, ist schnell eine Verdächtige gefunden. Es ist "gut" zu sehen, daß man auch im 24. Jahrhundert nicht vor Vorverurteilungen gefeit ist... Aber es wäre natürlich schon etwas sehr vorhersehbar gewesen, wenn Idun wirklich verantwortlich für die Anschläge gewesen wäre. Im Gegenteil, sie sucht seit dem damaligen Mordversuch ihrer Schwester nach einer Möglichkeit, sich von dieser Schande reinzuwaschen - dementsprechend wäre es ziemlich kontraproduktiv, würde sie jetzt hinter Morgen her sein.

Der Plot rund um diese Raumanomalie mußte wohl auch noch sein, um die Suche nach dem Mörder umso dringender zu machen. Es ist recht nett zu sehen, wie Simenon und Geordi zusammenarbeiten, aber für mich war das der eindeutig unwichtigere Teil des Buches.

Michael Jan Friedman ist es in diesem Roman gelungen, eine äußerst interessante Mannschaft rund um Picard zu entwickeln, auf die hoffentlich noch häufiger zurückgegriffen wird. Bisher waren von der Stargazer-Zeit ja nur Picard und Jack Crusher bekannt. Ab nun ergibt sich durchaus die Möglichkeit, auch von dieser Zeit Abenteuer in Form von Büchern zu erzählen, sozusagen eine Spin-Off-Buchserie zu kreieren.

"Reunion" ist ein ausgezeichneter, sehr flüssig zu lesender Roman - wenn sich daraus wirklich mal eine Buchreihe ergeben sollte, werde ich sicherlich nicht zögern zuzugreifen. Wer allerdings eher die gewohnten Charaktere in Aktion sehen möchte, der wird hier doch vielleicht enttäuscht sein, da diese bis auf die Ermittlungstätigkeiten eher wenig zu tun haben.

© Claudia Wlaschütz
(a9401204@unet.univie.ac.at)

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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures