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Cover von RequiemStar Trek: The Next Generation #42 
Requiem 
Autoren: Michael Jan Friedman & Kevin Ryan 
Heyne 06/5442 
ISBN 3-453-12653-X 
DM 12,90 / öS 94,00 
266 Seiten

„Requiem“ führt wieder einmal zwei Star Trek-Serien zusammen - TNG und Classic. Und wie funktioniert das? Richtig, mit einer Zeitreise. Dieses Mal verschlägt es Captain Picard in die Vergangenheit; in jene Zeit, in der James T. Kirk noch ein Raumschiff namens Enterprise kommandierte. Doch fangen wir vorne an:

Die Enterprise ist auf dem Weg zu einer Konferenz mit den Gorn. (Für alle, die es vergessen haben: Das Echsenwesen, gegen das Captain Kirk in der TOS-Folge „Arena“ kämpfen mußte, war ein Gorn!) Captain Picard soll mit den Gorn über engere Beziehungen mit der Föderation verhandeln. Denn er war es der 25 Jahre früher mit den Gorn verhandelt hatte, um einen Krieg zwischen den Echsenwesen und der Föderation abzuwenden. Jetzt zählt die Föderation auf ihn, da er bisher der einzige ist, der die Gorn zumindest ein wenig versteht und mit ihnen umgehen kann.

Auf dem Weg zu der Konferenz orten die Sensoren der Enterprise ein Objekt und da man ohnehin einige Tage zu früh dran ist, entschließt man sich, es näher zu untersuchen. Als sich das Schiff dem Objekt nähert, erkennt die Crew, daß es sich dabei um eine riesige Raumstation handelt. Die Station ist anscheinend schon vor sehr langer Zeit von ihren Erbauern verlassen worden. Commander Riker beamt mit einem Außenteam auf die fremde Station. Obwohl niemand so recht weiß, wie all die Geräte funktionieren oder wofür sie überhaupt gut sind, sieht es nicht so aus, als drohe dem Außenteam Gefahr. Deshalb bietet Commander Riker Picard an, zurück auf die Enterprise zu beamen, um dem Captain die Gelegenheit zu geben, sich die Station anzusehen. Picard nimmt das Angebot an und beamt sofort hinüber. Doch nach und nach tauchen auf der Station immer mehr und immer stärkere Energiefluktuationen auf. Die Raumstation erwacht plötzlich zu gespenstischem Leben. Das Außenteam beginnt sofort damit, die Geräte zusammenzupacken, um schnellstmöglich auf das Schiff zurückkehren zu können. Doch die Transporter der Enterprise können die Leute auf der Station nicht mehr erfassen. Deshalb wird ein Shuttle losgeschickt, und das Außenteam versucht inzwischen, eine Luftschleuse zu erreichen. Doch in einer Röhre vom Kontrollraum in Richtung Schleuse schließt sich plötzlich ein Schott nachdem Picard und Geordi durch sind und trennt den Rest des Teams von den beiden. Glücklicherweise gibt es einen weiteren Durchgang, den die drei benutzen können. Picard und LaForge begeben sich unterdessen zum anderen Ende des entsprechenden Durchganges und warten dort auf Lieutenant Barclay, Fähnrich Varley und Technikerin O’Connor. Wenig später steht O’Connor auch schon neben ihnen und Fähnrich Varley kriecht gerade durch die Luke. Doch plötzlich schließt diese sich und bevor irgend jemand etwas unternehmen kann, teilt sie den Fähnrich in zwei Teile. Geordi gelingt es zwar relativ schnell, die Luke wieder zu öffnen, doch das hilft Varley auch nicht mehr. Die verbleibenden Leute müssen möglichst schnell die Luftschleuse erreichen. Doch diese macht sich ebenfalls selbständig, sobald das Außenteam sie erreicht. Noch bevor Picard sie betreten kann, wird sie aktiv. Picard kann nicht mehr hinein. Aber auch die anderen haben kein Glück, denn das Shuttle von der Enterprise ist noch nicht eingetroffen und so sind sie dem Vakuum ausgesetzt und verlieren schnell das Bewußtsein. Dem Shuttle gelingt es gerade noch rechtzeitig, Geordi, Barclay und O’Connor, die nun vom Transporter wieder erfaßt werden können, an Bord zu beamen. Doch Picard muß auf der Station zurückbleiben. Plötzlich öffnen sich beide Türen der Schleuse, an dessen innerem Zugang der Captain immer noch steht und Picard droht nun ebenfalls der Tod im freien Raum. Doch bevor das passieren kann, überlädt sich die Station endgültig und Picard verschwindet.

Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich auf der Krankenstation einer Kolonie auf Cestus III, im Jahr 2267 - nur ein paar Tage bevor die Gorn die Kolonie angreifen und ausradieren werden ... (Das sind die Ereignisse, die wir aus „Arena“ kennen.)

Die Geschichte mit Picard in der Vergangenheit erinnert ein wenig an „The City on the Edge of Forever“. Obwohl der Captain weiß, daß er um jeden Preis verhindern muß, daß der Zeitstrom verändernt wird, fühlt er sich bei den Kolonisten immer wohler und verliebt sich sogar ein wenig in die Ärztin. Gleichzeitig weiß er aber, daß alle Kolonisten bis auf einen Sicherheitsoffizier innerhalb der nächsten Tage und Stunden sterben werden und sterben müssen, wenn die Zukunft, die er kennt, nicht gefährdet werden soll. Picard wird also mit dem gleichen Dilemma konfrontiert, dem Kirk in „The City on the Edge of Forever“ gegenüberstand, als er Edith Keeler sterben lassen mußte.

Auf der Enterprise hat inzwischen Riker das Kommando. Und jetzt ratet mal, wen er zu seinem 1. Offizier macht: Fähnrich Ro. Ihr Auftauchen und Agieren in dieser Rolle machen diesen Handlungsstrang, der sonst wohl ein wenig langweilig geraten wäre, ebenfalls unterhaltsam.

Beim großen Showdown am Ende steigt die Spannung schließlich ins unermeßliche. Die Gorn greifen in der Vergangenheit die Kolonie an und Picard und die Kolonisten wehren sich verzweifelt gegen die Invasoren. In der Zukunft droht währenddessen die fremde Raumstation mit einem Außenteam von der Enterprise an Bord, zu explodieren. Und außerdem steht auf Gorn eine Gruppe, die der Föderation alles andere als freundlich gesinnt ist, kurz davor, die Macht zu übernehmen.

Kurz gesagt: „Requiem“ ist ein echtes Highlight, daß Ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet.
 

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures