![]() |
Star Trek #74
Das große Raumschiffrennen Autorin: Diane Carey Heyne 06/5474 ISBN 3-453-12660-2 DM 12,90 / öS 94,00 346 Seiten |
Vor zwölf Jahren hat die U.S.S. Hood zufällig den Planeten Gullrey und dessen Bewohner, die sich Rey nennen, entdeckt. Die Rey hatten schon viele Jahrzehnte lang den Weltraum untersucht und nach anderen Lebensformen im Universum Ausschau gehalten, doch vergeblich. Schließlich ließ das Interesse der meisten Rey am Weltraum nach; man akzeptierte, daß man allein im Universum ist, und das Weltraumprogramm wurde eingestellt. Doch plötzlich fing die letzte Sendestation, die noch übrig war, etwas auf. Es war die Hood, deren Besatzung sogleich freundlich von den Rey begrüßt wurde. Sie waren überglücklich, daß sie doch nicht allein im All sind und versuchen seither, in die Föderation aufgenommen zu werden. So begeistert von den "Außerirdischen" sind sie, daß zahlreiche Rey ihre Namen in menschliche ändern, sogar ihren Planeten wollten sie umbenennen. Zur Debatte standen "Neu-Erde", "Erdfern" und "Erdtal". Captain Dodge, der Captain der Hood, konnte den Rey diese Namensänderung gerade noch ausreden, denn er ist bei ihnen hoch angesehen.
Doch bis heute, zwölf Jahre nach der ersten Begegnung zwischen den Rey und Vertretern der Föderation, wurden die Rey nicht in den Völkerbund aufgenommen. Um diesen Vorgang etwas zu beschleunigen und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, veranstalten sie ein großes Raumschiffrennen.
Gestartet wird bei Raumbasis 16. Das Ziel ist Gullrey. Obwohl einige Teilnehmer - allen voran Nancy Ransom von der Ransom Castle, die in Kirk noch immer den Schuldigen für ihren Ausschluß aus der Flotte sieht - damit keine Freude haben, sind bei dem Rennen auch vier Starfleet-Schiffe mit dabei. Natürlich gehört da auch die Enterprise dazu. Zwar müssen die Schiffe der Flotte einige ihrer Systeme weniger effizient machen, um am Rennen teilnehmen zu dürfen - die Chancen sollen ja schließlich für alle gleich sein -, doch das reicht nicht, um die Skeptiker zu überzeugen.
Als sich die Schiffe bei Raumbasis 16 versammeln, trifft plötzlich auch ein romulanisches Schiff ein. Doch seltsamerweise verhält es sich völlig friedlich. Commander Valdus, der Kommandant der Roten Klaue, behauptet, daß er einfach nur an dem Raumschiffrennen teilnehmen möchte. Kirk nimmt ihm das zwar nicht ab, er läßt die Romulaner aber trotzdem mitmachen, da sie bisher noch nichts angestellt haben. Valdus hat sogar eingewilligt, die Systeme seines Schiffes zu beschränken, um - ebenso wie die Starfleet-Schiffe - den anderen Teilnehmern gegenüber keine technischen Vorteile zu haben. Trotzdem ist sich Kirk sicher, daß die Romulaner nicht einfach nur beim Rennen mitmachen wollen. Er beschließt, die Rote Klaue auch während des Rennens genau zu beobachten und sofort einzuschreiten, sollten sich die Romulaner verdächtig verhalten.
Lange Zeit geschieht gar nichts. Die Rote Klaue beteiligt sich ganz normal an dem Rennen. Doch Kirk behält Recht. Die Romulaner sind nicht hier, um sich einfach nur ein Rennen zu gewinnen, sie verfolgen andere Ziele. Als sich die Ransom Castle in ein ziemlich gefährliches Raumgebiet begibt, um ein Abkürzung zu nehmen, folgt ihr die Rote Klaue. Romulaner beamen an Bord und entführen die Vertreterin der Rey, die an Bord des Schiffes ist. Dabei töten sie die Köchin des Schiffes, die die einzige Zeugin des Vorgangs ist. Da sich die beiden Schiffe in einem Raumgebiet mit starken Turbulenzen befinden, bekommt von den übrigen Rennteilnehmern niemand etwas mit. Nicht einmal an Bord der Ransom Castle selbst bemerkt man das Eindringen der Romulaner.
Die Romulaner haben es auf die Rey abgesehen, die ein tödliches Geheimnis in sich tragen ...
Diane Carey stellt in diesem Buch wieder einmal die Captains und deren Schiffe in den Vordergrund. Captain Kirk steht also klar im Rampenlicht, während die restliche Besatzung der Enterprise eher im Hintergrund bleibt.
Freunde der Romulaner werden erfreut sein, zu hören, daß das Volk von der anderen Seite der Neutralen Zone in diesem Buch nicht nur der Bösewicht ohne Tiefe ist. Die Romulaner sind nicht die häufig auftauchenden Schurken, die ohne Grund einfach nur böse sind. Ihre Motivation für ihr Handeln wird deutlich und ihr Vorgehen erscheint aus ihrer Sicht richtig. Das ist etwas, das man leider sehr oft vermißt. (Bei Star Trek übrigens wesentlich seltener als sonst.)
"Das große Raumschiffrennen" ist gut geschrieben, spannend und wird nie langweilig, obwohl das Ding überdurchschnittliche 346 Seiten dick ist. Da ich nichts gefunden habe, über das ich mich an dieser Stelle beschweren könnte, sehe ich keinen Grund, das Buch nicht zu empfehlen.