Buchbesprechung von Patrick Ahrer |
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Star Trek: New Frontier #7
The Quiet Place Autor: Peter David 1999, Pocket Books ISBN 0-671-02079-X 258 Seiten |
Auf dem Planeten Barspens wird gerade die Hinrichtung eines jungen Mannes namens Xyon vorbereitet. Doch der junge Mann scheint nicht wirklich verunsichert zu sein. Er gibt sich stattdessen sehr selbstbewußt. Er ist überzeugt davon, die Umstände seines tatsächlichen Todes zu kennen. Und die aktuellen Geschehnisse entsprechen diesen überhaupt nicht. Rund um die Hinrichtungsstätte hat sich eine große Menge von Einwohnern von Barspens versammelt. Für sie ist die Hinrichtung ein riesiges Spektakel.
Gerade als es für Xyon knapp wird - man ist kurz davor, ihn vor der endgültigen Hinrichtung noch ein wenig zu foltern, indem man ihm die Zunge herausschneidet -, wird Barspens angegriffen. Schiffe der "Dogs of War", die bei einem genetischen Experiment (etwas anders als ursprünglich geplant) entstanden sind, legen das Gebiet rund um die Hinrichtungsstätte in Schutt und Asche. Aufgrund dieses "glücklichen" Umstandes gelingt es Xyon, seiner Hinrichtung im letzten Moment zu entkommen.
Das eigentliche Ziel der Dogs of War ist es, einen Thallonianer zu finden, der sich angeblich auf diesem Planeten zurückgezogen hat. Sie scheinen davon besessen zu sein, von ihm eine ganz bestimmte Information zu bekommen. Das gelingt ihnen schließlich auch.
Xyon, der neugierig geworden ist, warum die Dogs of War Barspens angegriffen haben, schnappt sich einen der Dogs und bringt mithilfe seiner telepathischen Fähigkeiten die anscheinend so wichtige Information in Erfahrung.
Die Dogs of War sind auf der Suche nach einem Mädchen namens Riella. Sie soll sich auf einem Planeten namens Montos aufhalten. Die Dogs of War sind davon überzeugt, daß sie das Mädchen zu einem Ort namens "Quiet Place" führen kann. Xyon erkennt, daß Riella in großer Gefahr schwebt und nimmt sich vor, sie rechtzeitig zu warnen. Für ihn selbst springt dabei zwar nichts heraus, aber er schafft es in solchen Situation nie, sich einfach herauszuhalten.
Auf dem Planeten Montos wird das Mädchen Riella indessen Nacht für Nacht von schrecklichen Träumen heimgesucht. Sie tut beinahe alles, um nicht mehr einzuschlafen, doch immer, wenn sie ihren Körper einfach zu lange wachgehalten hat und schließlich doch einschläft, kommen die Träume wieder. Ihre Mutter scheint sich große Sorgen um sie zu machen, weshalb Riella seit einiger Zeit dazu übergegangen ist, ihr nicht mehr alles zu erzählen. Sie möchte nicht, daß ihre Mutter auch darunter leidet.
Doch eines Nachts hört sie plötzlich ihre Mutter mit einem fremden Mann sprechen. Riella belauscht das Gespräch und späht schließlich auch in den Raum. Als sie den Gesprächspartner ihrer Mutter sieht, erschreckt sie kräftig. Es ist ein Thallonianer, der in ihren Träumen eine zentrale Rolle spielt. Noch dazu sprechen die beiden die ganze Zeit über sie und ihre Träume. Die Teile des Gesprächs, die sie verstehen kann, formen ein schreckliches Bild: Ihre Mutter ist anscheinend gar nicht ihre Mutter und möglicherweise ist auch sie selbst nicht die, die sie bisher zu sein glaubte...
"The Quiet Place" ist nach langer Wartezeit das erste "echte" New-Frontier-Buch seit "Once Burned". ("Double or Nothing" ist ja eigentlich in der Next-Generation-Reihe erschienen, obwohl eigentlich die New-Frontier-Crew im Vordergrund steht.) Während in "Once Burned" Captain Calhoun recht deutlich die zentrale Rolle eingenommen hat, ist in "The Quiet Place" von den bereits bekannten New-Frontier-Charakteren über weite Strecken nicht viel zu sehen. Die zentralen Figuren dieser Geschichte sind Xyon und Riella. Auch die Dogs of War kommen neu hinzu.
Schon bekannt sind hingegen die Redeemer, die in diesem Buch wieder auftauchen. Zur Erinnerung: Das sind jene religiösen Fanatiker vom Planeten Tulaan IV, die versuchen, möglichst viele Völker zu Dienern ihres Gottes Xant zu machen. Auch sie sind auf der Suche nach dem "Quiet Place" und somit sehr an Riella interessiert.
"The Quiet Place" ist zwar prinzipiell eine in sich geschlossene Geschichte, sie enthält aber auch einige Elemente, die bereits in früheren Büchern begonnene bzw. angedeutete Handlungsstränge fortführen. So hat hier Calhouns Sohn seinen ersten Auftritt, der von vielen Fans bereits erwartet wurde. Auch Si Cwans über lange Zeit hinweg vermißte Schwester taucht auf.
Dadurch, daß die etwas "schrille" Crew der Excalibur in diesem Buch weniger als sonst auftritt, sind auch die für sie typischen witzigen Szenen etwas seltener. Aber auch dieses Element kommt vor. Besonders sticht hier die Szene heraus, in der Lefler - motiviert von ihrer Mutter - in Si Cwans Quartier stapft und ihm ihre Liebe gesteht. Dieser ist jedoch nicht zu Hause. Stattdessen ist Captain Calhoun anwesend. Noch bevor Lefler diesen Umstand bemerkt, hat sie ihre "Rede" losgelassen, was sie in eine etwas peinliche Situation bringt. Köstlich sind in vielen Fällen auch die Dialoge zwischen Zak Kebron und Si Cwan, die noch immer gewisse Probleme miteinander haben.
Auch wenn man auf den ersten Blick vielleicht etwas enttäuscht ist, weil diese Geschichte die bisherigen Zentralfiguren von New Frontier nicht so sehr in den Mittelpunkt rückt, tut dieser Roman der Serie an sich sicherlich ganz gut. Indem er das New-Frontier-Universum mit neuen Figuren und neuen Orten ausdehnt, macht er viele weitere Geschichten möglich. Auch der TV-Serie Deep Space Nine hat es gut getan, schon frühzeitig viele wiederkehrende Figuren einzuführen.
Fazit: "The Quiet Place" ist auf jeden Fall eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Dennoch hoffe ich, daß Peter David bald auch wieder einmal ein Buch in der Art von "Martyr" schreibt.