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Star Trek: The Next Generation / X-Men Planet X Autor: Michael Jan Friedman 1998, Pocket Books ISBN 0-671-01916-3 265 Seiten |
Bei "Planet X" handelt es sich um ein etwas ungewöhnliches Buch im Rahmen der Star-Trek-Roman-Reihen. Es benützt nämlich nicht nur das Star-Trek-Universum für die erzählte Geschichte, sondern auch die Figuren aus den "X-Men"-Comics. "Planet X" ist also ein Crossover zwischen zwei doch recht unterschiedlichen Serien.
Auf dem Planeten Xhaldia beginnt ein junger Mann namens Erid Sovar ein Ritual, das in dieser Gesellschaft den Übergang ins Erwachsenenleben darstellt. Zu diesem Zweck begibt sich Erid zusammen mit einigen engen Freunden in das Hochland von Ra'ad Cuhloor, um von dort aus dann alleine weiterzuwandern. Er soll sich hinauf zum "Otros Paar", dem legendären "Feld des Himmels", begeben, um dort alleine die Nacht zu verbringen. Erid schafft es auch bis zu seinem Ziel. Doch bevor er wieder zu seiner Familie und seinen Freunden zurückkehren kann, beginnt sich sein Körper plötzlich zu verändern. Seine Glieder werden schwer und überall auf seinem Körper beginnen die Blutgefäße anzuschwellen. Schließlich sehen nur mehr Erids Hände so aus wie zuvor und zu allem Überfluß schießen dann auch noch Energieentladungen aus seinen Fingern.
Es stellt sich heraus, daß es nicht nur Erid Sovar so ergangen ist. Überall auf Xhaldia mutieren ganz normale Xhaldianer. Das schockt nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Regierung des Planeten. Der Regierungschef beschließt schließlich schweren Herzens, die Transformierten einzufangen und sie in einer verlassenen Festung in der Nähe der Stadt Verdeen einzusperren. Der Kanzler, der zwar weiß, daß seine Handlungen alles andere als richtig sind, der aber keinen anderen Ausweg sieht, befürchtet, daß es sonst zu einer Art Krieg zwischen den Transformierten und den "normal" gebliebenen Xhaldianern kommen könnte, aus dem die mit atemberaubenden Kräften ausgestatteten Transformierten möglicherweise als Sieger hervorgehen könnten. Es gelingt auch tatsächlich, die Transformierten in die Festung zu verfrachten. Außerdem versucht man, die Sache gar nicht erst zum Thema werden zu lassen, indem man keinerlei Informationen an die Öffentlichkeit weitergibt. Die eingesperrten Transformierten dürfen nicht einmal ihren Familien kontaktiern, um ihnen erzählen zu können, was mit ihnen passiert ist und wo sie sich befinden.
Erwartungsgemäß geht das aber nicht lange gut. Es findet sich schließlich ein Transformierter, der es versteht, die Sorgen, die Ängste und die Wut der eingesperrten Transformierten zu bündeln und eine Rebellion anzuzetteln. Die Transformierten beginnen mit einer koordinierten Attacke auf ihre Wächter und erzielen mit den verschiedensten Kräften, die jedem und jeder Einzelnen von ihnen bei ihrer Transformation verliehen wurden, schnell den gewünschten Erfolg. Ein letzter Versuch von Osan, dem Chef der Sicherheitskräfte in der Festung, die Lage zu beruhigen, scheitert in der aufgeheizten Stimmung. Und so sind die Transformierten wieder frei. Für sie stellt sich nun aber die Frage, wie es weitergehen soll...
Die Regierung von Xhaldia - geschockt vom Ausbruch der Transformierten - weiß nun nicht mehr, was sie machen soll. Deshalb ruft sie die Föderation um Hilfe. Der Planet ist zwar nicht Mitglied der Föderation, es gibt aber Verträge, die eine solche Unterstützung möglich machen.
Auf Starbase 88 tauchen inzwischen einige seltsame Gestalten auf und sorgen kräftig für Wirbel. Es sind die "X-Men", eine Gruppe von Mutanten von der Erde eines Parallel-Universums. Jede(r) von ihnen hat besondere Kräfte und Fähigkeiten. So hat zum Beispiel einer von ihnen Flügel, während sich ein anderes Mitglied der Gruppe ohne technische Hilfsmittel durch die Gegend teleportieren kann. Die X-Men behaupten dem Starbase-Personal gegenüber, daß sie einen gewissen Captain Picard kennen würden.
Deshalb kontaktiert der Kommandant der Station Captain Picard auf der Enterprise-E. Dieser bestätigt, daß er die X-Men kennt. Die Enterprise soll die Mutanten möglichst schnell abholen, da sie auf der Starbase für ein ziemliches Durcheinander sorgen...
Auf Xhaldia bleibt es unterdessen nicht bei der Gefahr eines Konflikts zwischen den Transformierten und den Nicht-Transformierten. Im Orbit des Planeten taucht ein fremdes Schiff auf, das sofort damit beginnt, die Kommunikationssatelliten abzuschießen und somit die einzige Kommunikationsmöglichkeit zu zerstören...
Gleich zu Beginn muß ich zugeben, daß ich von der Idee, zwei völlig verschiedene Serien in einem Crossover zusammenzubringen, wenig bis gar nichts halte. Ich habe mich deshalb auch lange geweigert, dieses Buch zu kaufen. Als das Buch dann aber in einem Laden zu einem relativ günstigen Preis angeboten wurde, habe ich es doch mitgenommen. Positiv gestimmt hat mich zumindest, daß die Geschichte von Michael Jan Friedman geschrieben wurde, dessen Star-Trek-Romane mir in der Vergangenheit immer sehr gut gefallen haben.
Beim Lesen des Buches wurde ich dann positiv überrascht. Dem Autor ist es gelungen, die beiden "Universen" so zusammenzubringen, daß es im Star-Trek-Kontext nicht allzu konstruiert und lächerlich wirkt. Wie gut "Planet X" zum restlichen "X-Men-Universum" paßt, kann ich leider nicht einschätzen, da dieses Buch mein erster Kontakt mit diesen Figuren ist.
"Planet X" ist - wie man es von Michael Jan Friedman gewohnt ist - eine sehr interessante und spannende Geschichte, die an keiner Stelle langweilig wird. Das, was auf Xhaldia passiert, ist durch und durch nachvollziehbar. Man versteht beide Seiten sehr gut, obwohl in jedem Moment klar ist, daß die Handlungen der Beteiligten unweigerlich zu einer drastischen Verschärfung der Situation führen müssen.
Interessant sind auch die X-Men selbst. Ihre unterschiedlichen Besonderheiten und Charaktereigenschaften sorgen auf der Enterprise für einigen frischen Wind. Ähnlich sieht es mit den Transformierten auf Xhaldia aus.
Gut gefallen hat mir auch, daß mit Worfs Nachfolger auf der Enterprise, eine zusätzliche emotionale Komponente hinzugefügt wurde. Er ist nämlich der Bruder von Erid Sovar, einem der Transformierten auf Xhaldia.
Fazit: "Planet X" ist eine wunderbare Geschichte, die ich gerne weiterempfehle. Allerdings nicht unbedingt wegen des Crossovers, sondern eher trotz des Crossovers.