Zurück zur Übersicht "Star Trek"


Cover von Aus Okeanos' Tiefen Star Trek #73
Aus Okeanos’ Tiefen
Autor: Victor Milan
Heyne 06/5473
ISBN 3-453-12652-1
DM 12,90 / öS 94,00
297 Seiten

Die Enterprise befindet sich bei Starbase 23 und wird dort ein wenig umgebaut. Unterdessen genießen die Mannschaftsmitglieder die zahlreichen Erholungsmöglichkeiten der Starbase. Doch der Crew bleibt nicht lange Zeit, sich am wohlverdienten Urlaub zu erfreuen. Wie so oft wird er abgebrochen und die Enterprise muß aufbrechen. Das Schiff soll mit Moriah Wayne, einer Föderationskommissarin für interspeziäre Angelegenheiten, an Bord den Planeten Okeanos anfliegen. Der Planet gehört weder zur Föderation noch zu einem anderen Machtblock. Die angeblichen Eingeborenen des Planeten, die sich Susuru nennen, haben jedoch die Föderation um Hilfe gebeten. Sie behaupten, daß Menschen von der Erde, die sich auf dem Planeten angesiedelt haben, sie terrorisieren. Deshalb bitten sie die Föderation, die Menschen von "ihrem" Planeten zu entfernen. Die Aufgabe von Wayne und der Crew der Enterprise ist es, die Menschen auf dem Planeten davon zu überzeugen, Okeanos freiwillig zu verlassen. Für den Fall, daß sie sich gegen die Umsiedlung wehren sollten, hat die Enterprise den Auftrag, sie gewaltsam von dem Planeten zu entfernen.

Während der Reise kommen sich Captain Kirk und Kommissarin Wayne näher. Und das, obwohl Wayne keine Gelegenheit ausläßt, sich bei der Crew unbeliebt zu machen. So beschuldigt sie zum Beispiel Sulu, unverantwortlich zu handeln, weil er in seinem Quartier einen "gefährlichen" Organismus aufbewahrt und sich darüber auch noch ganz offen mit seinen Kollegen unterhält. Als der Captain Sulu dann nach dem Organismus fragt, erklärt dieser, daß es sich dabei um einen Myzel handelt, eine Art fleischfressenden, gelben und purpurnen Teppich. Die Kommissarin muß die Beschuldigung aber schnell wieder zurückziehen, da ihr schnell bewiesen wird, daß Sulu damit gegen keinerlei Gesetze verstößt.

Als die Enterprise Okeanos erreicht, muß die Crew feststellen, daß sich ein klingonisches Schiff schon dort befindet. Der Kommandant ist Captain Ersten Ranges Kain, der Kirk in der Vergangenheit schon mehrmals begegnet ist. Der Klingone gibt sich recht freundlich und erklärt, daß auch er nur hier ist, um den Krieg zwischen den Menschen und den Susuru zu beenden und Okeanos den Frieden zurückzugeben. Auch er möchte, daß die Menschen den Planeten verlassen.

Bei einem Treffen mit der politischen Führung der Susuru klagen diese über die vielen Toten aus ihren Reihen, die ihnen der Krieg gegen die menschlichen Invasoren gebracht hat.

Als die Enterprise dann aber mit den menschlichen Bewohnern auf dem Planeten Kontakt aufnimmt, wird die Situation für Kirk und die anderen schlagartig wesentlich komplexer. Da gibt es Menschen mit Kiemen, mit Panzern und alle möglichen anderen Variationen. Außerdem stellen sie die Situation völlig anders dar als die Susuru. Die Menschen behaupten, daß die Susuru erst nach ihnen auf den Planeten gekommen sind und sie sich nur gegen die ständigen Angriffe der "Stelzengeher", wie sie die Susuru nennen, wehren. Es stellt sich schließlich heraus, daß die Menschen auf Okeanos - sie nennen den Planeten "Discord" - Nachkommen von Khan Noonien Singh und den anderen gentechnisch "erzeugten" Supermenschen sind, die im späten zwanzigsten Jahrhundert die gesamte Menschheit beherrschen wollten. Doch nun scheinen diese Menschen, die nach wie vor die Gentechnik bei der Fortpflanzung einsetzen recht friedlich geworden zu sein. Sie haben in den Augen von Kirk und der Enterprise-Crew eindeutig die besseren Argumente. Nach und nach offenbart sich, daß die Susuru die eigentlichen Eindringlinge sind.

Doch Kommissarin Wayne ist anderer Meinung. Sie möchte noch immer die Menschen möglichst schnell von dem Planeten entfernen; wenn nötig, soll die Enterprise sie mit ihren Waffen vom Planeten fegen. Die Susuru haben sie so beeindruckt, daß sie von keinen auch noch so fundierten Fakten, vom Gegenteil überzeugt werden kann. Wayne traut den Klingonen mehr, als Captain Kirk und seiner Crew und fordert Starfleet auf, Hilfe zu schicken, da Kirk und seine Crew den Befehl, die Menschen zu entfernen, ignorieren...

Dieses Buch ist ein ausgesprochen gutes, wenn man nicht nur auf pure Action steht. Victor Milan ist es herausragend gut gelungen, die Charaktere darzustellen. Angefangen bei Kirks Schwäche für schöne Frauen und den liebenswerten Wortgefechten zwischen McCoy und Spock bis hin zu Sulus Begeisterungsfähigkeit ist alles vorhanden und hervorragend umgesetzt.

Die Geschichte selbst ist zwar nicht schlecht, würde das Buch aber nie zu einem echten Muß machen. Trotzdem kann ich Euch "Aus Okeanos' Tiefen" nur empfehlen, denn die Dialoge und das Handeln der Figuren erinnern den Leser immer wieder an die guten alten Zeiten, in denen Kirk und Co auch auf dem Bildschirm noch zu neuen Abenteuern aufgebrochen sind.

© Patrick Ahrer
(patrick@afss.cjb.net)

Zurück zur Übersicht "Star Trek"

Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures