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Star Trek #18 (Rihannsu #1) My Enemy, My Ally Autorin: Diane Duane 1984, Pocket Books ISBN 0-7434-0369-X 309 Seiten (Neuauflage 2000!) |
Im romulanischen Imperium hat sich in den letzten Jahren vieles geändert. Die jungen Rihannsu (= Romulaner), die in wichtige Positionen vorgedrungen sind, haben kaum Interesse an alten Traditionen und den Werten, die für ihre Gesellschaft in den Augen der Älteren so positiv waren. Ehrenvolles Auftreten gegenüber den Feinden und auch eine gewisse Achtung vor ihnen ist "out". Die älteren Mitglieder der führenden Institutionen sind inzwischen in der Minderheit und können sich somit nicht mehr durchsetzen.
Khre'Riov Ael i-Mhiessan t'Rllaillieu kann sich mit diesen Veränderungen nicht abfinden. Sie ist eigentlich eine angesehene Person innerhalb des Militärs und hat in der Vergangenheit viele Erfolge für das Imperium erreicht. Doch dadurch, daß sie keine Freude mit den neuen Mächtigen hat und sich auch nicht sonderlich bemüht hat, das geheim zu halten, hat sie sich viele Feinde geschaffen. Und so wurde sie vor kurzem versetzt. Ihre großen Erfolge feierte sie als Kommandantin der "Bloodwing". Mit diesem Schiff und seiner Crew hat sie über lange Zeit hinweg hervorragend zusammengearbeitet und alle Beteiligten sind zu einer Art Familie verschmolzen. Doch nun ist sie Kommandantin auf der "Cuirass" und muß sich mit einer Crew herumschlagen, von der sie genau weiß, das viele vor allem deshalb an Bord sind, um sie zu überwachen.
Doch lange will sie sich das nicht mehr antun. Sie ist mit der Crew ihres früheren Schiffes, der Bloodwing, in Kontakt geblieben und hat mit ihr gemeinsam einen Plan entwickelt, der sie nicht nur aus der momentanen unbefriedigenden Position befreien, sondern auch ein ihrer Meinung nach schreckliches Projekt, das von den Machthabern vorangetrieben wird, vernichten soll. Auf einer Forschungsstation irgendwo im romulanischen Imperium werden nämlich die mentalen Fähigkeiten gefangengenommener Vulkanier dazu benutzt, eine Art Superwaffe zu schaffen, mit der sich jeder telepathisch kontrollieren lassen wird. Ael hält dies für absolut untragbar, da mit solchen Machenschaften sämtliche Grundsätze der Rihannsu mit Füßen getreten werden.
Ihr Ziel kann sie aber alleine nicht erreichen. Damit ihr Plan Erfolg haben kann, muß sie zur Verräterin werden und mit ihren schlimmsten Feinden, gegen die sie über Jahrzehnte hinweg in vielen Schlachten gekämpft hat, zusammenarbeiten: Der Enterprise unter dem Kommando von Captain James T. Kirk.
"My Enemy, My Ally" ist das erste Buch der "Rihannsu"-Reihe. Der nächste Roman in dieser Serie ist "The Romulan Way". Ursprünglich wurden diese Bücher nicht selbständig durchnumeriert und sind einfach als #18 und #35 in der Classic-Reihe erschienen. Bei der Neuauflage der beiden Bücher im Jahr 2000 wurde in die Titel dann aber "Rihannsu #1" bzw. "Rihannsu #2" eingefügt. Der Grund dafür ist, daß im Oktober 2000 zwei weitere Bücher in dieser Reihe erscheinen werden: "Swordhunt" und "Honor Blade".
Das Buch, um das es in dieser Besprechung geht, ist ein äußerst gelungener Auftakt für diese "Serie in der Serie". Ich habe vor einigen Jahren schon einmal die deutsche Version gelesen, konnte mich aber nicht mehr an den Inhalt erinnern. Da demnächst zwei neue Rihannsu-Bücher erscheinen werden und mir "My Enemy, My Ally" als sehr gutes Buch in Erinnerung geblieben ist, habe ich mich dazu entschlossen, die Gelegenheit (= die billige Neuauflage) zu nutzen und mir den Roman auch in Originalsprache zuzulegen und ihn noch einmal zu lesen. Und diese Entscheidung bereue ich nicht.
"My Enemy, My Ally" ist eine der besten Star-Trek-Geschichten, die ich bisher gelesen habe. Die bekannten Charaktere sind alle sehr gut dargestellt. Das ist aber nicht der Hauptgrund, warum dieses Buch so besonders positiv auffällt. Der Grund dafür ist die Beschäftigung mit den Romulanern, die sich selbst "Rihannsu" nennen und mit dem Namen, den ihnen die Föderation gegeben hat, nicht besonders glücklich sind. Dadurch, daß Teile der Geschichte aus der Sicht der romulanischen Kommandantin Ael t'Rllaillieu erzählt werden, bekommt man sehr viel über die romulanische Sicht der Dinge, ihre Motivation und ihre Grundsätze mit. Und das ist sehr interessant, da die "Rihannsu" hier keinesfalls einfach als typische Bösewichte dargestellt werden, sondern ihre vielen verschiedenen Facetten, die es wohl in den allermeisten Gesellschaften gibt, deutlich werden. Dieses Buch ist sicher einer der Auslöser dafür gewesen, daß die Romulaner zu einem meiner Lieblingsvölker im Star-Trek-Universum geworden sind.
Gut gelungen sind aber auch die Szenen, die man aus der Sicht der bekannten Charaktere erzählt bekommt. Diane Duane hat es wieder geschafft, Starfleet als viel "abwechslungsreicher" darzustellen, als das im TV (aufgrund von beschränkten finanziellen und technischen Möglichkeiten) jemals möglich wäre. Mit dabei sind wieder der Horta-Ensign Naraht, Recreation Chief Lt. Cmdr. Harb Tanzer und zahlreiche exotische Aliens.
Ein kleines, aber feines positives Detail ist Spocks Bericht über aktuelle Probleme, mit denen sich die Enterprise beschäftigen könnte, ganz am Schluß des Buches. (Seite 308 in der Auflage 2000.) Mit diesem kurzen, nicht einmal eine Seite langen Absatz habe ich mich köstlich amüsiert.
Fazit: "My Enemy, My Ally" ist ein rundum gelungenes Buch und ein Must-Read-Roman für Fans, die von den Romulanern schon immer fasziniert waren.