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Cover von "Spock Must Die!"
Star Trek
Spock Must Die!
Autor: James Blish
1970, Bantam Spectra
ISBN 0-553-24634-8
118 Seiten


Als sich die Enterprise gerade im hintersten Winkel der Galaxis auf Kartographierungsmission befindet, starten die Klingonen überraschend einen Großangriff im Raum der Föderation - etwas, das durch den Frieden von Organia eigentlich verhindert werden sollte... ganz besonders, weil die Organier ja telepathische Wesen sind, die diesen Vertragsbruch sogleich registrieren und bestrafen müßten. Aufgrund dessen, daß die Klingonen ungestraft gewähren können, beschließt Kirk, nach Organia zu reisen, und läßt Scotty nach Alternativen forschen, da die normale Reisedauer mehrere Monate beträgt.

Der Chefingenieur baut den Transporter schließlich so um, daß gleichsam ein Abbild einer Person aus Tachyonen - Teilchen, die schneller als das Licht sind - zum Zielort geschickt wird, dort Informationen sammelt, zurückkehrt und nach Ablieferung der Informationen wieder zerstört wird. Da es keine Risiken zu geben scheint, stellt sich Spock zur Verfügung, um Kontakt mit Organia herzustellen.

Alles scheint zu funktionieren, doch als Kirk die Transporterkammer öffnet, blicken ihm zwei Spocks entgegen. Was ist schief gelaufen? Wer ist der echte Erste Offizier? Und wie kann man nun die Föderation vor den Klingonen retten?

"Spock must die!" ist ein recht gut zu lesendes Büchlein für Zwischendurch, das eine interessante Geschichte präsentiert, jedoch manchmal zu sehr in Technobabbel ausartet.

Obwohl ich recht rasch herausgefunden hatte, wer der richtige Spock ist (einerseits einfach vom Eindruck her, andererseits, weil mir schließlich dasselbe eingefallen ist wie McCoy ein paar Seiten später), ist dieses "Katz und Maus"-Spiel nett zu lesen. Da das Abbild wirklich bis ins kleinste Detail Spocks Spiegelbild ist, wundere ich mich allerdings schon, warum ganz zu Beginn keiner bemerkt hat, daß sein Uniformabzeichen auf der falschen Seite ist. Auch wenn man es vielleicht aus Gewohnheit nicht mehr bemerkt, so müßte es doch hier, eben weil es nicht am richtigen Platz ist, schon auffallen.

Kirk ist recht rasch dazu geneigt, Spock 1 für den richtigen zu halten. Und zwar, weil Spock 2 viel zu drastisch sein soll, indem er gleich auf die Probleme, die zwei Erste Offiziere an Bord schaffen könnten, hinweist und daraus folgert, daß das Replikat getötet werden muß, bevor es aufgrund der so verschiedenen Gedankenstrukturen und Meinungen zu einer Meuterei, ausgelöst von der jeweiligen Gefolgschaft, kommen kann. Schon allein diese Gedanken haben mich zu Spock 2 tendieren lassen, weil der echte Spock immer mehr an das Wohl der anderen denkt, während Spock 1, von Kirk mit diesen Gedanken konfrontiert, mit Selbstschutz reagiert. Seltsam, daß Kirk da nicht genauso stutzig geworden ist.

Auf der Seite der Klingonen tauchen Kor und Koloth auf, die hier am Schluß allerdings ein Einde erfahren, das es wohl unmöglich macht, sie später nochmals wiederzusehen. Gut, genauso ergeht es dem gesamten klingonischen Reich, das von den Organiern schließlich für 1000 Jahre am Raumflug gehindert wird (Hätte mich nicht besonders gestört!). Wenn man aber das Entstehungsjahr dieses Romans bedenkt, 1970, so können solche - aus heutiger Sicht - Diskrepanzen schon vorkommen, war doch der Fortbestand von Star Trek damals keinesfalls gesichert. Die TOS für sich genommen, gelingt es aber, Details aus verschiedenen Episoden (v.a. natürlich "Errand of Mercy") hier einzubringen und so den Roman in ein größeres Ganzes einzubetten.

Somit stellt "Spock must die!" eine gute Zwischendurch-Lektüre dar, bei der man allerdings die weitreichenden Konsequenzen, die sich am Schluß ergeben, außer Acht lassen sollte... Naja, innerhalb von 30 Jahren kann sich einiges ändern, und Star Trek ist sicher nicht mehr das, was es damals gewesen ist.

© Claudia Wlaschütz
(a9401204@unet.univie.ac.at)


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Cover-Foto: © Bantam Books/Paramount Pictures