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Cover von "Maximum Warp #1" Star Trek: The Next Generation #62
Maximum Warp #1
Dead Zone
Autoren: Dave Galanter und Greg Brodeur
2001, Pocket Books
ISBN 0-671-04749-3
236 Seiten

Während die Enterprise-E gerade im der romulanischen Neutralen Zone unterwegs ist, geht ihr plötzlich die Energie aus. Niemand kann sich erklären warum, aber von einem Moment auf den anderen können die Maschinen des Schiffes nicht mehr die für den Betrieb notwendige Energie erzeugen. Nur einige Notsystem und Batterien können vorerst das Allerschlimmste verhindern, an ein Weiterfliegen ist nicht zu denken.

Zuerst verdächtigt die Crew ein romulanisches Schiff, das sich in unmittelbarer Nähe der Enterprise aufhält. Doch dieser Verdacht verflüchtigt sich schnell, als sich kurz darauf herausstellt, daß es den Romulanern ähnlich ergeht. Auch sie haben große Probleme und können voraussichtlich weniger lange durchhalten, als die Enterprise selbst.

Wie bei genauerem Hinsehen deutlich wird, sind die beiden Schiffe in einem Raumgebiet gefangen, das die erzeugte Energie in irgendeiner Form zu unterdrücken scheint. Wie das geschieht, kann die Crew im Moment nicht feststellen, aber man es gelingt zumindest, einen Plan zu entwickeln, der ein Entkommen möglich machen sollte. Die beiden Schiffe müssen sich mit Hilfe ihrer Traktorstrahlen - in die dazu die letzte vorhandene Energie gepumpt werden muß - quasi gegenseitig aus der seltsamen Zone hinauskatapultieren. Und obwohl die Romulaner eher an eine Falle der Enterprise zu glauben scheinen, stimmen sie dem Plan dann doch zu, als Captain Picard anbietet, höchstpersönlich mit einem Shuttle auf das romulanische Schiff zu kommen.

Doch auf der Enterprise täuscht man sich. Der romulanische Kommandant hat absolut kein Interesse daran, den Plan gemeinsam mit der Föderationscrew auszuführen. Obwohl die beiden Mächte als Folge des Dominion-Krieges eigentlich vorsichtig gute Beziehungen zueinander unterhalten, will er mit der letzten Restenergie seines Schiffes zuerst Picards Shuttle und dann die Enterprise abschießen. Eine Wissenschaftlerin an Bord seines Schiffes erkennt jedoch, daß das Vorhaben ihres Kommandanten purer Wahnsinn und der Plan der Enterprise-Crew die letzte Chance ist, dem Phänomen zu entkommen, und sabotiert deshalb - von ihrem Kommandanten unbemerkt - die Waffen des romulanischen Schiffes, sodaß dieser nun gezwungen ist, Picard an Bord zu nehmen und den Plan auszuführen. Und somit gelingt es den beiden Schiffen doch noch zu entkommen.

Unterdessen beobachtet ein ebenso berühmter, wie von den Feinden der Romulaner gehaßter Wissenschaftler weit weg in einem Labor in der Nähe der Grenze zwischen dem romulanischen und dem klingonischen Imperium, wie sein Experiment läuft. Und es läuft tatsächlich exzellent, die "Energiewüsten" werden immer mehr und entwickeln sich prächtig.

In der Föderation wird den verantwortlichen allmählich klar, daß das, was der Enterprise beinahe zum Verhängnis geworden wäre, kein einzelnes kleines Phänomen war. Die "Todeszonen", wie sie inzwischen genannt werden, tauchen vom Mars bis in die am weitesten entfernten Gebiete der Föderation überall auf und sorgen für riesige Probleme. Doch wenn sich die Zonen noch weiter ausdehnen, könnten die aktuellen Probleme nur ein harmloser Anfang einer riesigen Katastrophe sein...

Dieser erste Teil des "Maximum Warp"-Zweiteilers hat mir sehr gut gefallen. Er enthält zwar keine genialen Charakterstudien, keine faszinierende Beschreibung einer Kultur bzw. Gesellschaft und auch keine hochemotionale Geschichte zum Mitleben, dafür aber ein extrem spannend und temporeich inszeniertes Abenteuer, das auf alle Fälle hervorragend unterhält.

Der Plot ist in mehrere Handlungsfäden aufgeteilt, die aber alle intensiv miteinander verknüpft sind. In sehr schnellem Rhytmus wird zwischen diesen hin- und hergesprungen, sodaß man immer mitbekommt, was sich wo gerade tut.

Interessant ist auch, daß auch die Crews von DS9 und Voyager je einen Kurzauftritt haben. Ihr Vorkommen wird geschickt dazu genutzt, die dramatische Größe des Problems, das diese "Todeszonen" darstellen, begreifbar zu machen. Bei DS9 ist insbesondere erwähnenswert, daß hier bereits die Crew in der Zusammensetzung, wie sie in den neuen DS9-Romanen (ab "Avatar") vorkommt, auftritt. Diese Besprechung wäre natürlich auch nicht vollständig, ohne darauf hinzuweisen, daß auch Spock kräftig mitmischt, womit auch noch ein gewisses Classis-Element enthalten ist.

Für etwas unnötig halte ich die Aufteilung der Geschichte auf zwei Bücher. Meiner Einschätzung nach hat das ausschließlich finanzielle Gründe, da beide "Maximum Warp"-Teile zusammen auf nur rund 450 Seiten kommen und diese ebenfalls nicht sehr dicht bedruckt sind. Das ganze hätte also locker in ein Buch hineingepaßt. Da das die Geschichte aber nicht schlechter macht, kann ich damit leben.

Fazit: Ich wüßte nicht, worüber ich mich hinsichtlich der erzählten Geschichte beschweren soll. Die Story ist sehr spannend und überaus gut geschrieben. Ich bin schon sehr gespannt, wie es im zweiten Teil von "Maximum Warp" weitergeht.

© Patrick Ahrer
(patrick@afss.cjb.net)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures