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Star Trek: Voyager #14
Marooned
Autorin: Christie Golden
1997, Pocket Books
ISBN 0-671-01423-4
276 Seiten


Auf einem Planeten namens Mishkara überbringt ein Kurier der Ja'in namens Kula Dhad seinem Commander Informationen über ein Raumschiff namens Voyager, das sich ihnen gerade nähert. Kula Dhad hatte gehofft, daß sein Commander begeistert auf die Nachricht reagiert und sofort einen Plan ausarbeitet, die Voyager zu übernehmen. Doch der Commander ist von Dhads Informationen wenig angetan. Er meint, daß er die Voyager nicht übernehmen kann, ohne ein zu großes Risiko einzugehen. Der enttäuschte Kula Dhad, der nichts mehr fürchtet als den Zorn und/oder die Enttäuschung des Commanders, spielt ihm daraufhin einige Aufzeichnungen vor, die an Bord der Voyager angefertigt wurden. Er hofft, daß er seinen Commander doch noch überzeugen kann, wenn dieser all die technischen Wunder an Bord des Föderationsschiffes sieht. Und plötzlich wächst das Interesse des Ja'in-Commanders tatsächlich. Der Auslöser ist aber nicht das Schiff selbst, sondern eine Ocampa-Frau, von deren Attraktivität er begeistert ist. Dhad erzählt ihm, daß die Frau Kes heißt. Der Commander hat sich aber noch immer nicht dazu entschlossen, die Voyager zu übernehmen, stattdessen hat er vor, Kes zu sich zu bringen.

Die Voyager hat bei ihrer Reise in Richtung Heimat inzwischen nach längerer Zeit wieder einmal eine Raumstation entdeckt. Solche Stationen scheinen nach der bisherigen Erfahrung der Crew in diesem Quadranten ziemlich selten zu sein. Janeway ist der Meinung, daß das daran liegt, daß es im Delta-Quadranten keine stabile große Macht (wie zB die Föderation im Alpha-Quadranten) gibt. Nur eine solche wäre in der Lage, derartige Stationen zu betreiben. Da Neelix das Gebiet, das die Voyager durchfliegt, schon seit einiger Zeit nicht mehr kennt, hofft man wieder einmal auf die Möglichkeit, einige Karten - die den weiteren Heimflug erleichtern könnten - erwerben zu können.

Administrator Yashar, der offenbar der Leiter von Oasis (so heißt die Station) ist, freut sich sehr über den Besuch des Schiffes aus dem Alpha-Quadranten und übergibt Captain Janeway gleich bei deren Ankunft auf der Station die gewünschten Karten. Die Kommandantin ist davon natürlich sehr positiv überrascht und fragt nach, welche Gegenleistung dafür erwartet wird. Yashar meint, daß es völlig ausreicht, wenn sie und einige Crewmitglieder ein wenig auf der Station shoppen gehen. Die Station hat nämlich schon einmal deutlich bessere Zeiten gesehen. Im Moment öffnen viele Geschäftsleute ihre Läden gar nicht mehr, weil so selten Kunden eintreffen. Der Administrator hofft, daß sich das wieder bessern könnte, wenn die Voyager-Crew sich auf der Station ein wenig "austobt".

Daraufhin begibt sich Paris gleich in eine Bar, während B'Elanna mit einem "Techniker" namens Kula Dhad entschwindet. Kes und Neelix begeben sich gemeinsam in einen großen Garten und Janeway sieht sich ein wenig im Geschäftsbereich von Oasis um. Gerade als Janeway einem Händler in sein Hinterzimmer folgen will, wird sie auf ein junges Pärchen aufmerksam, daß sich in exakt der gleichen Art und Weise streitet, wie einige Minuten zuvor, als sie noch gemeinsam mit dem Administrator unterwegs waren. Sie streiten am gleichen Ort, verwenden die gleichen Worte, bewegen sich völlig gleich und auch sonst ist überhaupt kein Unterschied zu bemerken. Das macht Janeway vorsichtig und sie nimmt sofort von ihrem Vorhaben, sich von dem Händler im Hinterzimmer einige besondere Stücke zeigen zu lassen, Abstand. Stattdessen nimmt sie mit ihrem 1. Offizier auf der Voyager Kontakt auf. Chakotay kann ihr nur erzählen, daß die anderen drei Schiffe, die angedockt waren, als die Voyager eingetroffen ist, mittlerweile alle Oasis verlassen haben. Als alle Leute von der Voyager, die auf der Station waren, zurückgebeamt werden, zeigt sich, daß Janeways ungutes Gefühl mehr als angebracht war. B'Elanna wurde von dem "Techniker" niedergeschlagen, Paris wurden einige ganz "besondere" Zutaten ins Getränk gemischt, sodaß er innerhalb kürzester Zeit umgekippt ist, und auch Neelix wurde außer Gefecht gesetzt. Noch viel schlimmer ist aber, daß ein Crewmitglied völlig fehlt: Kes.

"Marooned" ist Christie Goldens zweites Star-Trek-Buch nach "The Murdered Sun" (siehe auch "Die ermordete Sonne"). Sie scheint sich zu einer echten Voyager-Spezialistin zu entwickeln, da auch ihr drittes Buch - "Seven of Nine" - in dieser Reihe erschienen ist.

Dieses Buch sticht zwar nicht durch besondere Eigenschaften in irgendeiner Weise aus der Masse der Star-Trek-Romane hervor, unterhält aber dennoch äußerst gut. Ähnlich wie zuvor bei "The Murdered Sun" (siehe auch "Die ermordete Sonne") handelt es sich auch bei "Marooned" um eine spannende Geschichte, in der die bekannten Charaktere so reagieren, wie man es von ihnen erwartet. Außerdem hatte Christie Golden einige gute Ideen für Lebewesen, die den Planeten Mishkara bevölkern. Da gibt es zum Beispiel eine Mischung aus Fledermaus und Eichhörnchen, die von den "Einheimischen" gefürchtet wird, weil sie Halluzinationen auslösen kann. Neelix, der alleine losgezogen ist, um Kes zu befreien, trifft auf Mishkara auf so ein kleines Ding, das er einfach "Furball" nennt. Die Halluzinationen, die von vielen so gefürchtet werden, helfen ihm dabei, in der feindlichen Umwelt zu überleben. So sorgt Furball unter anderem dafür, daß Neelix kein Problem damit hat, ziemlich unappetitlich aussehende Käfer (deren Nährwert besonders hoch ist) zu essen, indem er sie für den Talaxianer als äußerst geschmackvolle Früchte erscheinen läßt.

Gut gefallen hat mir vor allem, wie in dem Buch mit dem Verhältnis zwischen dem Entführer und der Entführten umgegangen wird. Kes ist mehrmals kurz davor, die Hoffnung auf Rettung durch ihre Freunde von der Voyager aufzugeben und sich stattdessen mit der Situation abzufinden. Zu ihr ist der Ja'in-Commander schließlich die ganze Zeit hindurch recht freundlich. Er erfüllt ihr auch so ziemlich jeden Wunsch, wenn man von der Erlaubnis, auf die Voyager zurückkehren zu können, einmal absieht. Der Entführer ist auch nicht völlig grundlos zu dem geworden, was er jetzt ist, was diese Figur deutlich vielschichtiger und interessanter macht.

Auf Seite 147 hat mich etwas geschockt, daß der Katholizismus anscheinend bis ins 24. Jahrhundert überlebt hat. Eine Voyager-Offizierin erzählt an dieser Stelle als Antwort auf eine diesbezügliche Frage von Chakotay, daß sie katholisch erzogen wurde.

Fazit: "Marooned" ist ein sehr solides Voyager-Buch, das man wohl ein Stück über dem Durchschnitt ansiedeln kann.


© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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