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Star Trek
Mission to Horatius
Autor: Mack Reynolds
Illustrationen: Sparky Moore
1999, Pocket Books
Erstveröffentlichung: 1968
ISBN 0-671-02812-X
210 Seiten


Die Enterprise-Crew ist längst reif für einen ausgedehnten Urlaub und auch das Schiff müßte dringend einmal generalüberholt werden. Außerdem gehen sämtliche Vorräte an Bord des Schiffes bald aus. Doch im letzten Moment wird der Enterprise und ihrer Crew noch eine Mission zugewiesen, die sie erledigen muß, bevor sie eine Star Base anfliegen darf. Nachdem Kirk den Befehl gegeben hat, nach "NGC 400" zu fliegen, stürmt Dr. McCoy auf die Brücke und verlangt von Captain Kirk eine Erklärung. Er ist gar nicht damit einverstanden, daß die Enterprise diese Mission zugewiesen bekommen hat, da an Bord bereits erste Anzeichen für eine Epidemie von "space cafard" zu bemerken sind. Es handelt sich dabei um eine Krankheit, die bei Lebewesen auftaucht, die sich zu lange im Weltraum aufhalten und nicht genügend Abwechslung in ihrem Alltag vorfinden. Bricht sie aus, bringen sich die Menschen an Bord eines Schiffes bzw. einer Station häufig gegenseitig um.

Kirk kann McCoy jedoch nicht viel erzählen. Er hat mündlich den Befehl erhalten, nach "NGC 400" zu fliegen. Erst dort darf er eine Nachricht öffnen, die die genauen Befehle enthält. Ansonsten weiß er nur mehr, daß Starfleet Command offenbar einen Notruf empfangen hat.

Als die Enterprise schließlich ihr vorläufiges Ziel am Rand des bisher von der Föderation erforschten Gebietes erreicht hat, wird die Mission etwas klarer. Starfleet Command hat einen Notruf aus dem Horatius-System empfangen. Dieses System besteht (unter anderem) aus drei Klasse-M-Welten, die von menschlichen Kolonisten besiedelt wurden. Diese drei Gruppen von Menschen (auf jedem der Planeten eine) haben das Gebiet der Föderation verlassen, weil sie sich dort eingeengt fühlten und so leben wollten, wie sie sich das gewünscht haben. Man weiß allerdings kaum etwas darüber, wie sich die Kolonien tatsächlich entwickelt haben und was sich momentan in dem System so tut.

Die Enterprise fliegt daraufhin den ersten Planeten an und entdeckt dort Menschen, die aus dem Föderationsgebiet geflüchtet sind, weil sie die Technik verabscheuen und naturverbunden leben wollten. Die Crew der Enterprise ist dort somit alles andere als willkommen...

"Mission to Horatius" ist ein Star-Trek-Roman, der zum ersten Mal im Jahr 1968 veröffentlicht wurde. Pocket Books hat sich im Jahr 1999 anläßlich des 20. Geburtstages der Star-Trek-Romane von diesem Verlag dazu entschlossen, diese Geschichte noch einmal zu veröffentlichen. John Ordover erzählt in einem kurzen Vorwort unter anderem, daß man versucht hat, das Buch möglichst so aussehen zu lassen, wie das Original etwas mehr als 30 Jahre früher. Ob das gut gelungen ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, da ich die Originalausgabe aus den 60er Jahren nicht kenne. Jedenfalls ist das Buch tatsächlich anders gestaltet, als wir das von den aktuellen Büchern gewohnt sind.

Die Geschichte selbst ist recht einfach gestrickt und beinhaltet kaum echte Überraschungen. Nur ganz am Ende der Geschichte kommt eine kleine Wendung, die ich nicht erwartet hatte.

Der Autor der Geschichte, Mack Reynolds, war offenbar noch tief vom 2. Weltkrieg beeindruckt, als er dieses Buch geschrieben hat. Die "Zivilisation" auf dem dritten Planeten im Horatius-System scheint nämlich sehr stark von den Nazis beeindruckt zu sein. Sie haben zwar keinen "Führer", dafür aber einen "Nummer Ein". Außerdem teilt man Kirk dort mit, daß man auf dem Planeten statt "Miss" natürlich "Fräulein" zu sagen hat. Es kommen auch noch einige weitere der deutschen Sprache entnommene Wörter vor (zB "Feldherr", "Doppelgänger" etc.), die teilweise aber haarsträubend falsch geschrieben bzw. verwendet werden. Zum Beispiel lautet die Mehrzahl von "Doppelgänger" im Buch "Doppelgängers". Dann gibt es auch noch eine "Herr-Elite" - hier ist wohl "Herren-Elite" gemeint - und selbstverständlich den weiter oben schon erwähnten "Nummer Ein". Der Planet heißt übrigens "Bavaryan". Im Bereich der Namen fällt "Feldherr Jodl" auf.

Nicht sehr ernst genommen wird in "Mission to Horatius" die Erste Direktive. Sie wird zwar hin und wieder (unter anderem Namen) kurz angesprochen, die Crew handelt aber häufig so, als hätte sie von dieser Direktive noch nie etwas gehört. Überhaupt verhalten sich die Charaktere etwas ungewohnt.

Fazit: "Mission to Horatius" ist keine Geschichte, die man unbedingt gelesen haben muß. Wirklich unterhaltsam sind nur die deutschen Begriffe, die ich oben angesprochen habe. Allerdings ist das auch hier vor allem deshalb der Fall, weil der Autor nicht sehr viel Ahnung von Deutsch hat und diesbezüglich offenbar auch keine Nachforschungen angestellt hat. Der Kauf des Buches lohnt sich also nur dann, wenn man es als eine Art Sammlerstück wegen des Alters der Geschichte erwirbt. Wer ein gewisses "historisches" Interesse mitbringt, kann durchaus seine Freude damit haben.


© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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