Buchbesprechung von Patrick Ahrer |
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Star Trek: The Next Generation
The Genesis Wave, Book Two Autor: John Vornholt 2001, Pocket Books ISBN 0-7434-1181-1 282 Seiten (Hardcover-Ausgabe) |
Auf Myrmidon wütet gerade die Genesis-Welle. Der gesamte Planet wird von den unheimlichen Kräften dieser Technologie quasi zerlegt und anschließend neu zusammengebaut. Doch einige kleine Flecken schaffen es, unverändert zu bleiben. Die Schutzschirme, die von Starfleet an einigen Orten auf der Planetenoberfläche errichtet wurden, halten, sodaß ein großer Teil der übriggebliebenen Bevölkerung überlebt.
Doch kaum einer der Überlebenden vermochte sich vor dieser Transformation ihres Planeten vorzustellen, was danach von ihm übrigbleibt. Abgesehen von den kleinen geschützten Flächen entsteht vor ihren Augen in unglaublich großer Geschwindigkeit eine völlig neue Welt, die kaum etwas mit der gemeinsam hat, auf der sie bisher gelebt haben. Und so kommt es, daß die überlebenden Bolianer immer unzufriedener werden und sich fragen, ob es überhaupt eine gute Idee war, den Genesis-Effekt zu überleben.
Diese Zweifel sind aber nicht das einzige Problem mit dem die Bolianer, LaForge, Dolores Linton und Admiral Nechayev zu kämpfen haben. Da ist zum Beispiel immer noch die Frage offen, wer kurz vor dem Eintreffen der Welle auf den Planeten geschossen hat, und vor allem warum. Und dann sind durch den Genesis-Effekt auch noch unheimliche Pflanzen entstanden, die eine gewisse Intelligenz zu haben scheinen und die Menschen, Bolianer und andere Humanoide offenbar als Wirtsorganismen nutzen, um Mobilität zu gewinnen. Besonders gefährlich werden sie durch ihre in erstaunlichem Ausmaß vorhandenen telepathischen Fähigkeiten.
Auch auf der Enterprise ist nicht alles in Ordnung. Niemand kann verstehen, warum Beverly Crusher und der Rest der Besatzung der Neptune auf Myrmidon geschossen hat. Erklärungsbedürftig ist auch die Tatsache, daß Crusher und die anderen von der Neptune im Koma liegend und mit Atemproblemen kämpfend auf der Enterprise ankommen.
Leah Brahms ist unterdessen gemeinsam mit ihren klingonischen Freunden in jene Richtung unterwegs, aus der die Genesis-Welle gekommen ist. Sie ist noch immer fest dazu entschlossen, den für die Welle Verantwortlichen all das heimzuzahlen, daß sie ihr und all den anderen Betroffenen angetan haben. Doch um dieses Ziel zu erreichen, muß sie erst einmal den genauen Ursprung der Welle und die für das Desaster Verantwortlichen finden.
Carol Marcus ist inzwischen krank geworden. Einerseits ist das natürlich nicht gut, andererseits aber doch, da die Krankheit offenbar dazu führt, daß sie einige Dinge klarer sieht. Langsam erkennt sie nämlich, wie falsch alles rund um sie herum ist. Ihr wird immer mehr bewußt, was passiert ist und was durch ihr Wissen über das Genesis-Projekt angerichtet wurde.
Einige Monate nach dem ersten Teil von "Genesis Wave", gibt es nun also die Fortsetzung. Am Beginn dieses zweiten Buches hatte ich ein wenig das Gefühl, daß der zweite Teil etwas langweiliger ausgefallen ist als der erste, doch dieses Gefühl verschwand ganz schnell wieder. Die Geschichte ist - wie bei John Vornholt üblich - hervorragend geschrieben und sorgt für jede Menge Spannung.
Besonders positiv ist mir die Originalität der Story aufgefallen. Diese "Pflanzenwesen" sind ein äußerst interessanter und vor allem ungewöhnlicher Gegenspieler für die Föderation und ihre Verbündeten. John Vornholt schafft es immer wieder, sich wunderbare neue Wesen, Gesellschaften und Planeten auszudenken. So auch hier.
Ein weiteres Element, bei dem diese Stärken von Vornholt voll zur Geltung kommen, ist Protus. Auch dieser Planetoid hat mich derart fasziniert, daß ich gerne einmal Fotos davon zu sehen bekommen würde.
Über die Art, wie Geordi LaForge hier mit seinen Beziehungsproblemen beschrieben wird, kann man wohl unterschiedlicher Meinung sein. Ich finde, daß diese Sache hier gut gemacht wurde und die ansonsten ernste und vor Spannung knisternde Geschichte immer wieder ein wenig angenehm aufgelockert hat.
Interessant ist, daß Carol Marcus zusammen mit Maltz bei der Explosion ganz am Ende der Geschichte offenbar gestorben ist. Es hat mich doch gewundert, daß das mit einem Charakter, der ja theoretisch noch jederzeit verwendet werden kann bzw. konnte, gemacht wurde, auch wenn ein zukünftiges Auftauchen von Dr. Marcus in Filmen oder TV-Folgen natürlich eher unwahrscheinlich ist. Verdächtig ist allerdings, daß an keiner Stelle ausdrücklich davon die Rede ist, daß sie und der Klingone tatsächlich gestorben sind. Man weiß lediglich, daß sie im Moment unmittelbar vor der Selbstzerstörung des fremden Schiffes an Bord waren. Angesichts der Tatsache, daß es voraussichtlich auch noch ein drittes "Genesis Wave"-Buch geben wird, kann man also durchaus darüber spekulieren, ob hier nicht vielleicht doch noch irgendjemand oder irgendetwas in allerletzter Sekunde Marcus und Maltz gerettet hat.
Fazit: "Genesis Wave" war eine hervorragende Geschichte, deren einziger großer Nachteil war, daß der zweite Teil erst Monate nach dem ersten erschienen ist.