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Cover von "The Two-Front War"
Star Trek: New Frontier #3
The Two-Front War
Autor: Peter David
1997, Pocket Books
ISBN 0-671-01397-1
152 Seiten


In diesem 3. Teil wird die Handlung aufgespalten in 2 Schienen - 3, wenn man den Plot rund um Selar als eigene Schiene sehen möchte.

In "Into the Void" empfing die Excalibur einen Notruf eines Wissenschaftsschiffes, das vorgab, Flüchtlinge zu transportieren. Auf der Liste der Personen fand sich auch der Name Kallinda, Si Cwans Schwester. Klar daß Si Cwan sich gleich aufmachte, um seine Schwester zu treffen - Calhoun gab ihm ein Runabout und Zak Kebron als Begleitung.

Nun stellt sich heraus, daß der Notruf nur ein Trick war, um die Excalibur in die Nähe zu bekommen - daß schließlich nicht das Schiff selbst, sondern nur ein Runabout zur Rettung kommt, war nicht vorgesehen gewesen... noch weniger allerdings, daß Si Cwan selbst antworten würde. Ein zwar unvorhergesehenes Ereignis, aber nichtsdestotrotz willkommen für Zoran, einen alten Erzfeind Si Cwans, für den sich nun die Gelegenheit ergibt, sich des thallonianischen Prinzen endgültig zu entledigen. Er feuert auf das Runabout...

In der Zwischenzeit bringt die Excalibur die 4 Dutzend Flüchtlinge, die von ihr gerettet wurden, zu dem Planeten Nelkar, dessen Bewohner sie herzlich willkommen heißen. Calhoun fühlt jedoch, daß diese Freundlichkeit auch Hacken haben könnte - aber er ist machtlos dem Wunsch der Flüchtlinge gegenüber, die endlich in Sicherheit leben möchten. Also werden sie dort abgeladen, die Excalibur will sich schon wieder auf den Weg machen, als die Nelkariten ein Ultimatum stellen...

Selar erlebt ganz uncharakteristische emotionale Ausbrüche - Wut, Ungeduld, und sie fühlt sich von Burgoyne angezogen. Um der Sache auf den Grund zu gehen, bittet sie Soleta, eine Geistesverschmelzung durchzuführen. Dieses Zusammentreffen der beiden Frauen bringt sowohl Soletas Hintergrund zum Vorschein, als auch die Ursache für Selars Gefühle...

Es geht also los, die Geschichte nimmt ihren Lauf in "The Two-Front War"...

Zak und Si Cwan werden alleine auf eine Mission geschickt, um ihre Differenzen zu begraben... ein altes Mittel, um Streithähne zusammenzubringen, lautet, sie gemeinsam irgendwohin zu pferchen, wo es keinen Ausweg gibt, als miteinander zu reden (naja, einander an die Gurgel zu gehen, wäre auch einer, aber das tun sittliche Starfleet-Offiziere normalerweise ja weniger). Es ist recht interessant zu beobachten, wie sich das Verhältnis der beiden bei dieser Mission entwickelt - aber, offen gestanden, dieses Plotdevice habe ich in ST einfach schon zu oft gesehen, damit es bei mir noch Spannung auslösen kann.

Bleibt also von dieser Handlungsschiene die Rettung der Flüchtlinge, besonders von Si Cwans Schwester, übrig. Auch da war jedoch irgendwie von vornherein klar, daß Kallinda sicherlich nicht in ihres Bruders Arme sinken wird, schließlich wurde sein Verlangen, seine kleine Schwester zu finden, einfach zu genau beschrieben, als daß man dieses Spannungsmoment schon in Teil 3 des Auftaktabenteuers fallen läßt.

An sich erinnert mich dieses "kleine Schwester ist verschwunden, großer Bruder muß sie suchen, macht sich Vorwürfe etc."-Szenario schon sehr an "Akte X" und Mulder... Auch daher habe ich nicht das Gefühl, hier irgendetwas Neues zu erleben. Mußte es denn unbedingt die Schwester sein? Hätte es nicht die Frau oder die Tochter sein können???

Der Selar/Soleta-Subplot gibt recht tiefe Einblicke in diese beiden Figuren. Interessant ist, daß bereits in "House of Cards" auf Soletas romulanisches Erbe hingewiesen wird, man jedoch hier erfährt, daß sie der Sternenflotte nie etwas davon mitgeteilt hat - ein Kontinuitätsfehler oder einfach Vorinformation für den Leser? Soletas Mutter wurde von einem romulanischen Verbrecher vergewaltigt - das daraus entstandene Baby allerdings abzutreiben, wäre nicht logisch gewesen nach der Meinung von Soletas Eltern... Ganz besonders, weil ihre Mutter vor der Schwangerschaft mit Soleta nur Fehlgeburten hatte, ist das ein erwähnenswertes Detail.

Die Entdeckung, daß Selar unter dem Beginn des Pon Farr leidet (wobei man da gar nicht so von leiden sprechen kann, da es ja keine Krankheit ist, sondern ein normaler Prozeß), verspricht interessante Entwicklungen in den zukünftigen Büchern der Serie. Einleuchtend sind auf jeden Fall die Erklärungen für diesen Trieb: Den Vulkaniern erscheint es unlogisch, schreiende Wesen in die Welt zu setzen - um also den Fortbestand zu sichern, fand die Natur den Weg übers Pon Farr... Erklärt wird auch, daß eine vulkanische Frau im Pon Farr immer schwanger wird - auch das verspricht einiges...

Dann bleibt noch der Plot um die Nelkariten. Calhoun ist in dem Zwiespalt, entweder seinen Instinkten, die ihm Gefahr andeuten, oder dem Willen der Flüchtlinge zu folgen. Daß sich hinter dem engelhaften Äußeren dieses Volkes nicht unbedingt ein ebensolches Inneres befindet, kann man sich an einer Hand abzählen. Wie drastisch jedoch das Stellen des Ultimatum beschrieben ist, das fuhr mir schon ziemlich tief rein. Bei "normalen" ST-Büchern, also Büchern nach den TV-Serien, wären die Zensoren wohl schon aktiv geworden... Ich bin nur schon neugierig auf Calhouns Reaktion, die ja schon in diesem Teil recht ungewöhnlich ist.

Bitte gebt mir den 4. Teil!!! Nein, nicht verstecken!! Quält mich nicht!

© Claudia Wlaschütz
(a9401204@unet.univie.ac.at)

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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures