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Star Trek: New Frontier #6
Fire on High Autor: Peter David 1998, Pocket Books ISBN 0-671-02037-4 272 Seiten |
Nachdem die Krise auf Zondar (s. "Martyr") gelöst werden konnte, untersucht nun Soleta die Überbleibsel der Höhle, in der vor 500 Jahren der Prophet Ontear gehaust hat. Als sie eine Platte im Boden der Höhle entdeckt, nimmt plötzlich etwas telepathischen Kontakt mit ihr auf, und sie fällt in eine darunterliegende Kaverne. Dort schließlich findet sie eine Art Zeitportal in die Vergangenheit und damit wohl den Grund, warum Ontears Prophezeiungen so präzise waren. Doch sie löst mit dieser Entdeckung auch eine Art Selbstzerstörungsanlage aus, der sie gerade noch entkommen kann. Das einzige, was übrig bleibt, ist eine metallene Platte mit einem Flammensymbol...
Si Cwan erhält in der Zwischenzeit immer mehr Anfragen von Planeten, die die Excalibur um Unterstützung bitten - darunter auch von Momidium, dessen Bewohner angeben, eine Frau schon 5 Jahre als Gast/Gefangene zu beherbergen. Sie schicken auch ein Foto mit, auf dem Lefler ihre Mutter erkennt... die vor 10 Jahren bei einem Shuttleunglück gestorben ist.
Auf dem Planeten Armista hingegen befindet sich eine einzelne Frau, die sich an eine Waffe klammert, die sie ihren Liebhaber nennt - kleine Haufen von Asche bezeugen, was mit den restlichen Bewohnern des Planeten geschehen ist.
Auf der Excalibur stellt Selar fest, daß sie in der Tat schwanger ist - sie rätselt, ob sie eine weitere Beziehung mit Burgoyne eingehen will, doch Burgy kommt ihr zuvor und beendet die Beziehung, um Selar zuvor zu kommen. Shelby wird aus der Krankenstation entlassen - sie fragt sich nun, ob die gesamte Crew sie jetzt nicht für wahnsinnig oder zumindest nicht fit für den Dienst hält, weil sie, bevor sie auf der Brücke zusammengebrochen war, gestammelt hatte, sie sähe Farben. Genauso zweifelt sie daran, von der Mannschaft wirklich anerkannt zu sein... Ihre Befürchtungen werden zumindest teilweise gelöst, als die Brückenbesatzung sie mit einem herzlichen Applaus empfängt.
Burgoyne muß nicht nur mit dem Privatleben kämpfen, denn es stellt sich heraus, daß sich eine Lebensform im Warpantrieb eingenistet hat. Weitere Untersuchungen ergeben, daß es sich scheinbar um einen Nachkommen des Flammenvogels (s. "End Game") handelt - wenn er schlüpft, könnte die Excalibur zerstört werden.
"Fire on High" ist quasi das Gegenteil zu Teil 5 ("Martyr") - die Geschichte ist sehr interessant, von den Charakterisierungen der Mannschaft geht allerdings weniger weiter.
Haben sich die bisherigen Romane sehr auf Calhoun konzentriert, rücken hier bisher zum Teil farblos gebliebene Charaktere in den Mittelpunkt des Geschehens. Hervorzuheben ist dabei natürlich Lefler, die mit ihrer tot geglaubten Mutter Morgan konfrontiert wird. Zwar ist Robins Reaktion durchaus verständlich, aber diese Art der Mutter-Tochter-Begegnung (unspezifischer Eltern-Kind) entspricht doch sehr dem Klischee.
Da wird eine Tochter 10 Jahre lang im Glauben gelassen, ihre Mutter sei tot... klar, daß da Wut und Unverständnis regieren - mir ist es dann einfach viel zu schnell gegangen, daß Robin Morgan verzeiht. Auch, daß Morgans Geschichte, sie sei unsterblich, so rasch geglaubt wird (gut, sie beweist es auch recht deutlich), kommt mir doch recht unwahrscheinlich vor. Interessant ist dieser Charakter der Morgan Primus vor allem durch die Reaktionen von Picard und Riker, die ihr in "Double or Nothing" begegnen... Auch scheint hier eine Art Dreieck Morgan-Robin-Si Cwan zu entstehen, das auch noch Raum für weitere Geschichten bereit hält.
Ein weiteres Dreieck (Selar/Burgoyne/McHenry) wird weitergeführt - diesmal auch wieder weit weniger penetrant als noch in "Martyr". Hier sind vor allem die Gespräche zwischen Selar und McHenry interessant, die Selar doch recht die Augen öffnen.
Shelbys Unsicherheit, ob sie bei der Mannschaft auch angesehen ist, ist doch recht bemerkenswert, vor allem, wenn man ihr selbstsicheres Auftreten in Betracht zieht. Diese Selbstzweifel geben ihrem Charakter doch mehr Profil, als es die bisherigen Bände konnten. Die Szene, als Shelby auf die Brücke kommt nach ihrem Aufenthalt in der Krankenstation, und keiner sie beachtet - und später ihr alle applaudieren, spricht schon Bände.
Soleta wird fast zu einer Art Schiffscounselor... Shelby befragt sie, ob man sieht, daß sie möglicherweise tiefere Gefühle für Calhoun hegen könnte (Wird man sich hier etwa trauen, vergangenes wiederzubeleben und Captain und Ersten Offizier zum Liebespaar zu machen???), und Selar und Burgy bitten jeweils um Rat wegen einer möglichen Beziehung. Auch finde ich die Wiedererwähnung von Fähnrich Janos sehr positiv.
Nun zur eigentlichen Handlung: Den Warpantrieb als Art Nest für das "Küken" des Flammenvogels zu verwenden, war sicherlich eine gute Idee, besonders, weil sich dies auch schon in "Martyr" angekündigt hatte. Aber es wurde nicht ganz geklärt, wie das Küken überhaupt dort reinkam...
Der 2. Handlungsfaden rund um diese Metallplatten führt schließlich nach Armista. Die Frau namens Tarella, die dort lebt, stellt sich schließlich als Reisegefährtin von Morgan heraus. Der Moment, als Tarella realisierte, daß sie im Prinzip mitgeholfen hat, die gesamten Lebewesen auf dem Planeten zu vernichten, zog mir schon die Kehle zusammen.
Hinter diesem Rätsel rund um die Waffe, die Tarella als Liebhaber angesehen hat, steckt ein hochentwickeltes Volk, in Anlehnung an die Sage um Prometheus von Morgan Prometheaner genannt, das Technologien an weniger entwickelte Kulturen weitergibt - jedoch ohne darauf zu achten, ob dieses Volk bereit für sie ist bzw. sie richtig anwendet... ein recht interessanter Gegensatz zur Föderation,
Kurz hingewiesen wird hier wieder auf die Redeemer und auch auf Calhouns Vergangenheit an Bord der Grissom (s. "Once Burned"). Da der Heimatplanet der Redeemer in unmittelbarer Nähe zu Armista liegt und sie auch noch sicherlich nicht gerade positiv gestimmt sind auf die Excalibur und auf Calhoun im besonderen, bin ich sicher, sie werden in den nächsten Romanen eine große Rolle spielen.
Fazit: "Fire on High" ist eine sehr gelungene Fortsetzung der "New Frontier"-Reihe... langsam wiederhole ich mich, aber ich bin ganz einfach begeistert von den Charakteren und dem neuen Schauplatz. Die Fäden, die in den letzten Büchern ausgelegt wurden (Redeemer, Calhouns Sohn, D'ndai, Si Cwans Schwester, die verschiedenen Charakterinteraktionen etc. etc.), versprechen noch viele spannende Abenteuer!