Buchbesprechung von Patrick Ahrer |
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Star Trek: New Frontier #10
Excalibur: Renaissance Autor: Peter David 2000, Pocket Books ISBN 0-671-04239-4 270 Seiten |
Burgoyne hat auf der Erde ein Haus eingerichtet, in dem er/sie gemeinsam mit Selar und ihrem gemeinsamen Sohn Xyon leben möchte. Doch Selar hält wenig von diesen Plänen. Sie will auf keinen Fall mit Burgoyne zusammenleben und ist davon überzeugt, daß es für Xyon am allerbesten ist, wenn sie mit ihm (und ohne Burgoyne) auf Vulcan lebt. Sie ist dennoch vorübergehend mit in das Haus gekommen, in dem der/die Hermat im Wohnzimmer sogar eine Art Mini-Wüste eingerichtet hat, damit sich Selar richtig wohlfühlen kann. Nach einer Diskussion mit Burgoyne verspricht sie ihm/ihr, für eine Nacht im Haus zu bleiben und die ganze Problematik "im Schlaf" noch einmal zu überdenken. Doch als Burgoyne mitten in der Nacht noch einmal aufwacht, ist Selar verschwunden. Und auch Xyon ist nicht mehr im Haus. Ihm/Ihr ist sofort klar, daß Selar auf diese Weise weiteren Diskussionen entkommen wollte und auf dem Weg nach Vulcan ist. Für Burgoyne ist das natürlich nicht das Ende der Angelegenheit. Er/Sie beschließt, um seinen/ihren Sohn zu kämpfen.
Zuerst wendet er/sie sich an die Behörden seines/ihres eigenen Volkes. Doch dort will ihm/ihr niemand helfen. Burgoyne gilt unter seinen/ihren Leuten als Sonderling, weil er/sie viele Traditionen einfach ignoriert. In der Vergangenheit hat er/sie auch wichtige Politiker verärgert und so gibt es jetzt niemand, der ihm/ihr helfen möchte. Aber auch das kann Burgoyne nicht zur Aufgabe bewegen. Er/Sie reist nach Vulcan und beschäftigt auch die dortigen Behörden mit seinem/ihrem Anliegen...
Morgan Primus und Robin Lefler, also Mutter und Tochter, planen unterdessen eine gemeinsame Reise, um sich einmal ein wenig näher kommen zu können. Sie kennen sich zwar schon eine ganze Weile durch die Zeit, die sie gemeinsam auf der Excalibur verbracht haben, aber durch die ganzen Aktivitäten und Pflichten auf dem Schiff, scheint ihnen das noch nicht gut genug zu sein. Unglücklicherweise haben die beiden aber recht unterschiedliche Vorstellungen von einer schönen gemeinsamen Reise. Morgan stellt Robin vor vollendete Tatsachen, indem sie - ohne mit ihrer Tochter darüber zu sprechen - einfach ein Zimmer in einem Luxushotel auf Risa gebucht hat. Robin regt sich wahnsinnig darüber auf, da Risa der letzte Ort ist, an dem sie ihren Urlaub verbringen möchte. Sie kann den künstlich generierten Wellen, künstlich reguliertem Wetter und all den anderen "Attraktionen" von Risa nichts Positives abgewinnen und würde viel lieber eine Art Abenteuerurlaub machen.
Schließlich fahren die beiden dann aber doch gemeinsam in das von Morgan ausgesuchte Hotel. Robin ist zwar noch immer nicht überzeugt, kommt aber vorerst einmal mit. In ihrem Hotel auf dem Planeten gibt es eine Bar namens "Engineering Room". Das Lokal ist ganz im Stil eines Maschinenraums eingerichtet und auch das Personal ist dementsprechend angezogen. Die größte Attraktion der Bar ist aber eine lebende Legende: Der gute alte Scotty von ersten Raumschiff Enterprise hält sich als Folge einer Vereinbarung mit dem Hotel häufig im Lokal auf und spricht ein wenig mit den Gästen. Als Scotty Morgan sieht, ist er fest davon überzeugt sie von früher zu kennen. Sie sieht einer Frau, die er vor langer Zeit einmal kannte, verblüffend ähnlich. Robin hält das ganze nur für einen schlechten Versuch, mit Morgan "anzubandeln", aber Morgan scheint das anders zu interpretieren und will nicht darüber reden.
Im laufe ihres Aufenthalts auf Risa lernen Morgan und Robin auch zwei nette Männer kennen. Zuerst treffen sie sich jeweils unabhängig voneinander, bis sie feststellen, daß die beiden Herren Vater und Sohn sind. Die beiden scheinen aber nicht so ganz die netten Herren zu sein, als die man sie anfangs einschätzt. Scotty warnt Morgan vor einem der beiden. Er meint, daß er zwar nicht genau sagen kann, was das Problem mit ihm ist, daß er sich aber sicher ist, daß er gefährlich ist...
"Renaissance" widmet sich voll jenen Charakteren, die in "Requiem" keine große Rolle spielten. Nur Shelby und (logischerweise) auch Calhoun sind auch hier nicht dabei. Wie auch im ersten Buch der "Excalibur"-Trilogie ist die Geschichte auch in "Renaissance" in einzelne Handlungsfäden unterteilt, die keine Berührungspunkte miteinander haben.
Der erste Handlungsfaden ist die Geschichte über Burgoynes Kampf um seine/ihre Rechte als Vater von Xyon. Das ist auch die Geschichte, die im ersten Teil des Buches der spannendere Teil ist. Es ist eine Geschichte, die - obwohl es auch viel um Vulkanier geht - viele Emotionen und Spannungen enthält. Insbesondere die Persönlichkeit Selars wird darin sehr genau beleuchtet. Ereignisse in ihrer Vergangenheit haben sie noch verschlossener gemacht, als das bei Vulkaniern ohnehin üblich ist. In diesem Handlungsfaden lernen wir auch Selars Bruder Slon kennen. Auftritte haben auch Botschafter Spock und T'Pau.
Morgan Primus und Robin Lefler sind die Hauptfiguren im zweiten Handlungsfaden von "Renaissance". Anfangs besticht diese Geschichte vor allem durch ihre komischen Elemente, ohne aber besonders spannend zu sein. Je näher sich die Geschichte aber dem Ende des Buches nähert, um so mehr ändert sich das. Die beiden Herren, die Morgan und Robin kennenlernen, sind nämlich mehr, als sie anfangs zu sein vorgeben. Scotty hat ihre Gefährlichkeit völlig richtig eingeschätzt, als er Morgan vor ihrer Urlaubsbekanntschaft warnt. Er selbst bekommt das als einer der ersten auf Risa zu spüren. Und ganz am Ende des Buches trifft sich dieser Handlungsfaden dann mit einer Geschichte aus "Requiem", als plötzlich Si Cwan und Kalinda auf dem Planeten erscheinen. Dabei wird auch eine Verbindung zu "Double or Nothing", der New-Frontier-Geschichte aus dem "Double Helix"-Sechsteiler geschaffen. Und auch auf die Ursache der Zerstörung der Excalibur bekommt man hier zum ersten Mal einen konkreten Hinweis.
Mit "Renaissance" kommen zu den drei Handlungsfäden aus "Requiem" also noch zwei weitere hinzu, wobei sich die Si Cwan/Kalinda- und die Robin-/Morgan-Geschichte ja schon "getroffen" haben. Ich denke, daß ich mich nicht zu sehr verschätze, wenn ich vermute, daß all diese Handlungsfäden dann in "Restoration" zusammenkommen und zu einer großen Geschichte verschmelzen werden.
Fazit: Insbesondere die zweite Hälfte von "Renaissance" ist sehr spannend, sodaß man das Buch kaum mehr weglegen kann. Wer sich für die Charaktere der New-Frontier-Serie interessiert, wird aber sicher mit dem gesamten Buch sehr viel Freude haben.