![]() |
Star Trek: The Next Generation #50
Dyson Sphere Autoren: Charles Pellegrino and George Zebrowski Pocket Books ISBN 0-671-54173-0 235 Seiten |
Die Enterprise kehrt zur Dyson-Sphäre zurück, die die Enterprise in der TNG-Episode "Relics" (das ist die Folge mit Scotty) entdeckt hat. Gemeinsam mit der aus Hortas bestehenden Besatzung des Wissenschaftsschiffes Darwin soll nun das riesige Objekt untersucht werden. Die Darwin wird deshalb dieser Mission zugeteilt, weil die Hortas bei archäologischen Arbeiten aufgrund ihrer Fähigkeit, sich einfach durch Gestein fressen zu können, möglicherweise sehr hilfreich sein könnten.
Doch noch bevor die Mission richtig begonnen hat, fangen auch schon die Probleme an: Plötzlich öffnet sich in der Nähe der Dyson-Sphäre ein Wurmloch, aus dem ein Neutronenstern herausschießt. Der Stern, der alles in seiner Bahn zerstört, fliegt genau auf die Dyson-Sphäre zu, die somit zum Untergang verdammt zu sein scheint. Für Picard und die anderen Starfleet-Offiziere wird die Zeit knapp. Sie haben nur wenige Tage Zeit, sich die Sphäre näher anzusehen und rechtzeitig dem Inferno zu entkommen...
Und an dieser Stelle möchte ich mit der Beschreibung des Inhalts auch schon abbrechen. Dieser Roman ist ohnehin sehr kurz, weshalb ich nicht zu viel verraten möchte.
"Dyson Sphere" hat lange gebraucht, bis das Buch tatsächlich zu haben war. Dieser Roman wurde ursprünglich schon einmal für Dezember 1997 angekündigt. Tatsächlich herausgekommen ist er dann im Frühjahr 1999. Nach dem Lesen des Buches kommt man schnell auf zahlreiche potentielle Gründe für diese Verzögerung. Einer ist, daß ihn ursprünglich auch die Verantwortlichen bei Pocket Books für zu schlecht gehalten haben, um in einer Star-Trek-Buchreihe zu erscheinen. Eine andere Möglichkeit ist, daß man krampfhaft versucht hat, den Roman noch irgendwie zu verlängern und mehr Seiten zu füllen.
Weil ich gerade die Seitenzahl angesprochen habe: Die oben angegebenen 235 Seiten sind ja schon einmal nicht besonders viel für einen typischen Star-Trek-Roman; schon gar nicht, wenn die Seiten mit so viel "Luft" gefüllt sind, wie bei "Dyson Sphere". Aber die eigentliche Geschichte umfaßt nicht einmal diese 235 Seiten. Sie ist gerade einmal 197 Seiten lang, der Rest besteht aus "Afterwords" der beiden Autoren, Infos über die Autoren und einer Bibliographie.
Nur, um nicht falsch verstanden zu werden: Es stört mich nicht wirklich, wenn eine gute und dicht erzählte Geschichte nur 200 Seiten lang ist. Aber wenn eine Story dieser Länge dann auch noch den Eindruck erweckt, künstlich in die Länge gezogen zu sein, dann gefällt mir das weniger.
"Dyson Sphere" ist eindeutig kein Roman, der zu Star Trek paßt. Die Geschichte ist eher in die Kategorie der sehr "technischen" Science-Fiction einzuordnen. Gerade das ist bei Star Trek, einer Serie, die sehr viel auf gut ausgearbeitete und beliebte Charaktere aufbaut, aber eher nicht erwünscht. Selbst in den wenigen kurzen Abschnitten, in denen sich die Autoren bemühen, ein wenig auf die Figuren einzugehen, sind diese absolut nicht gut getroffen.
Möglicherweise wurden diese Probleme maßgeblich von Autor Charles Pellegrino verursacht, der in seinem Hauptberuf Wissenschaftler ist und sich unter anderem auch mit der Entwicklung eines Materie/Antimatie-Antriebs zu beschäftigen scheint. Man hat das Gefühl, die beiden Autoren sind dermaßen vom Konzept und den gigantischen Ausmaßen einer Dyson-Sphäre fasziniert, daß sie dabei völlig vergessen, daß zu einem Star-Trek-Roman mehr gehört als die Beschreibung eines technischen Wunderwerks. Immer wieder werden die gigantischen Ausmaße der Dyson-Sphäre ausschweifend beschrieben und angedeutet.
Wer sich ein paar Informationen über die Auflösung der Geschichte noch ersparen möchte, sollte den nächsten Absatz überspringen.
Zu allem Überfluß bringen die beiden Autoren dann auch noch völlig unmotiviert die Borg in die Geschichte ein. Anfangs denken die Crew-Mitglieder hin und wieder darüber nach, ob die beobachteten Vorgänge in und um die Dyson-Sphäre nicht vielleicht irgendetwas mit den Borg zu tun haben könnten. Dann scheint es so, als wären die Autoren von diesem Element selbst nicht so ganz überzeugt, und derartige Erwähnungen kommen kaum mehr vor. Doch plötzlich, als man als Leser schon glaubt, daß sich das zweifelhafte Lesevergnügen langsam dem Ende nähert, kommen noch die Borg kurz vorbei und schauen zu, wie die Dyson-Sphäre endgültig verschwindet. Kaum ist die Sphäre weg, tauchen auch die Borg wieder unter. Man fragt sich dann wirklich, wozu das noch gut sein sollte.
Kurz gesagt: "Dyson Sphere" kann ich absolut nicht empfehlen. Auf keinen Fall darauf einlassen sollte sich jemand, der Star Trek vor allem wegen interessanter Charaktere, Humor und/oder moralisch-ethischen Problemstellungen mag.