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Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz
Buchbesprechung von Patrick Ahrer


Cover von "Double or Nothing"
Star Trek: The Next Generation #55
Double Helix (Book 5 of 6)
Double or Nothing
Autor: Peter David
1999, Pocket Books
ISBN 0-671-03478-2
277 Seiten


Dieses Buch beginnt wieder einmal mit einem kleinen Rückblick auf Ereignisse, die schon länger zurückliegen. Dieses Mal geht es sieben Jahre in die Vergangenheit. Eine orionische Tänzerin namens Vandelia wurde von Zolon Darg, einem Thallonianer, gefangengenommen. Sie gefiel ihm beim Tanzen so sehr, daß er sie für sich alleine behalten möchte. Nun ist er davon besessen, sie zu "zähmen", was angesichts des Temperaments von Frauen vom Orion schwierig werden könnte. Doch Darg schreckt offensichtlich vor keiner Methode zurück und erzählt Vandelia, was er mit Ihr anstellen will. Aber schon kurze Zeit später werden Dargs Pläne durchkreuzt. Mackenzie Calhoun taucht plötzlich auf, befreit Vandelia und verhindert auch das Gelingen anderer Pläne von Zolon Darg, die hier nicht näher ausgeführt werden.

Jetzt geht´s wieder in die Gegenwart (natürlich in jene, die wir in Star Trek - speziell in "New Frontier" - verfolgen) und wir lesen von Ereignissen, die auf einer Forschungsstation der Föderation stattfinden. Dort arbeitet Dr. Elias Frobisher im Auftrag des Daystrom Instituts an einem Supercomputer namens Omega 9. Dieser neuartige Computer soll es ermöglichen, daß sich das Bewußtsein des Lebewesens, das ihn "bedient", direkt in den Computer begeben kann. Auf diese Art und Weise würden herkömmliche Schnittstellen überflüssig und alles könnte viel schneller und effizienter erledigt werden. Plötzlich wird die Station angegriffen. Frobishers Bewußtsein befindet sich zu diesem Zeitpunkt gerade in dem Computer. Wenige Augenblicke vor dem Angriff hat er erkannt, daß sein Assistent Kendrow sämtliche Abwehrsysteme der Station sabotiert hat. Es gelingt ihm nicht, die entsprechenden System wieder zum Funktionieren zu bringen. Im letzten Moment schafft es Frobisher, einen Notruf abzusetzen. Wenige Sekunden später wird er von Zolon Darg umgebracht.

Dieser Notruf wird von der U.S.S. Independence aufgefangen. Das Schiff ist gerade dabei, Commander Riker zu einer Feier auf der Erde zu bringen. Captain Garfield gibt natürlich sofort den Befehl, zur Station zu fliegen. Als die Independence dort ankommt, befindet sich das Schiff der Angreifer immer noch dort. Rufe der Independence werden von den Angreifern ignoriert. Anstatt zu antworten, greifen sie das Starfleet-Schiff an. Doch noch bevor es zu einem echten Kampf zwischen den beiden Schiffen kommen kann, verschwinden die Angreifer auch schon. Sie haben, was sie wollten: Den Omega-9-Computer. Die Independence nimmt die Verfolgung des Schiffes auf, das sich anscheinend schnellstmöglich in thallonianischen Raum begeben möchte. Kaum ist die Grenze überflogen, wird das Föderationsschiff auch schon von romulanischen Schiffen angegriffen. Wenig später wird klar, daß eine alte Bekannte das Kommando über die romulanischen Schiffe hat: Sela. Die Independence wird von der übermächtigen feindlichen Streitmacht zerstört. Einem Teil der Leute, die sich an Bord des Schiffes befanden, gelingt es aber, sich rechtzeitig in die Rettungskapseln zu retten. Doch nachdem die Independence endgültig erledigt ist, wenden sich die romulanischen Schiffe den Rettungskapseln zu und zerstören eine nach der anderen. Gerade in dem Moment, in dem Rikers Kapsel an der Reihe wäre, taucht die U.S.S. Excalibur auf und vertreibt die Romulaner.

Schließlich wird Captain Calhoun von Admiral Nechayev von seinem Posten als Captain der Excalibur vorübergehend abgezogen. Er soll als Agent des Starfleet-Geheimdienstetes versuchen, die Organisation von General Thul, einem Mann, der offenbar hinter all diesen Ereignissen steckt, zu infiltrieren. Für diese Zeit wird Riker zum Captain der Excalibur gemacht, da dieser schon öfter mit Sela zu tun hatte.

Gleich jetzt möchte ich loswerden, daß "Double or Nothing" zwar der fünfte Teil des "Double Helix"-Sechsteilers ist, gleichzeitig aber der erste Teil, den ich gelesen habe. Ich kann hier also nicht auf Zusammenhänge mit den anderen "Double Helix"-Büchern hinweisen.

Etwas fragwürdig ist, daß dieses Buch von Pocket Books in der "The Next Generation"-Reihe herausgebracht wurde. Denn obwohl Riker und im zweiten Teil auch Picard eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen, steht doch eindeutig die "New Frontier"-Crew im Vordergrund. Deshalb vergleiche ich es hier auch mit den anderen "New Frontier"-Büchern und nicht mit den TNG-Romanen.

Mir hat dieses Buch (wie alle "New Frontier"-Bücher bisher) sehr gut gefallen, obwohl es meiner Meinung nach nicht an die Vorgänger "Martyr", "Fire on High" und "Once Burned" herankommt. Zwar gibt es auch in "Double or Nothing" zahlreiche Abschnitte, bei deren Genuß man aus dem Lachen gar nicht mehr herauskommt, aber dazwischen (und insbesondere am Ende gehäuft) finden sich viele Abschnitte, die nicht in irgendeiner Form positiv herausstechen. Das heißt nicht, daß sie schlecht wären, aber sie sind eben nicht so auffallend originell und unterhaltsam, wie man das von "New Frontier" normalerweise gewöhnt ist. (Zugegeben, ich bin schon sehr verwöhnt.)

Zu den genialen Szenen dieses Buches gehören eindeutig jene, in denen Riker versucht, sich auf der Excalibur zurechtzufinden. Dabei fällt erst auf, wie sehr man sich schon an die ungewöhnliche Crew von "New Frontier" gewöhnt hat. Riker, für den das alles völlig neu ist, hat damit jedenfalls seine liebe Not.

Ein absolutes Highlight ist auch die Szene, in der Calhoun für seine Mission als Geheimagent ausgestattet wird. Hier ist Peter David eine wunderbare Anspielung auf die James-Bond-Filme gelungen.

In "New Frontier" gehen die handelnden Charaktere oft etwas anders vor, als man das von Starfleet-Offizieren gewohnt ist. Und das ist auch gut so, denn das macht wohl auch den (bzw. einen von vielen) Reiz(en) dieser Buchreihe aus. Vielleicht sollte man da aber in Zukunft doch ein wenig aufpassen, daß man nicht zu weit geht. Wenn Soleta und Dr. Selar versuchen, unter allfälliger Gewaltanwendung eine Gedankenverschmelzung mit Sela durchzuführen, überschreitet das eine Grenze, die man bei Star Trek meiner Meinung nach nicht überschreiten sollte. Zwar weigert sich Selar anfangs und macht nur sehr widerwillig mit, das ändert aber nichts daran, daß Soleta und die anderen offenbar durchaus davon überzeugt sind, daß hier der Zweck die Mittel heiligt.

Fazit: "Double or Nothing" ist zwar nicht das beste "New Frontier"-Buch bisher, wer die Serie kennt, weiß aber, daß das immer noch bedeutet, daß es eines der besseren Star-Trek-Bücher ist. Somit empfehle ich "Double or Nothing" mit Freude weiter.

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures