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Cover von "Dark Passions #2" Star Trek: Dark Passions #2
Autorin: Susan Wright
2001, Pocket Books
ISBN 0-671-78786-1
200 Seiten

Was bisher geschah...

Troi plant mit Winn Adami, der Premierministerin von Bajor, Kira umbringen zu lassen. Ihr geht es dabei vor allem darum, daß Kira einerseits Einfluß auf Worf genommen hat, andererseits ihr persönlich die Glücksspiellizenzen von Betazed, die sie für ihr neues Freizeitressort benötigt, weggenommen hat. Sie verspricht Winn den Posten der Aufseherin. Winn läßt ihre treue Dienerin Ziyal und Leeta einen Plan austüfteln - über Dax kontaktieren die beiden Agent Seven, als bajoranische Frachterpilotin getarnt, und beauftragen sie mit der Durchführung des Mordes.

Seven berichtet Tain davon, der sie anweist, sich bei Kira einzuschmeicheln, die bekanntermaßen auf terranische Sklaven abfährt, und herauszufinden, wer hinter dem Mordkomplott steckt. Seven gelingt dies, und sie kann über Ziyal die Spur zurück zu Winn und Troi verfolgen. Nun befiehlt ihr Tain, Kira davon zu berichten und alles zu tun, um Kiras Leben zu retten. Als Beweis ihrer Loyalität beauftragt Kira Seven nun damit, Winn zu töten - und zwar schickt sie sie durch dieses Miniaturportal in den Palast der Premierministerin. Seven erfüllt den Befehl, spürt jedoch erstmals Gewissensbisse.

... die Auflösung

Um Troi zu diskreditieren, versucht Kira alles, damit Worf an ihr Gefallen findet. Doch Troi zeigt keinerlei Eifersucht, im Gegenteil, sie scheint alles zu unternehmen, um Kira zufrieden zu stellen. B'Elanna Torres ist ein anderes Kapitel, sie stellt sich Kira in den Weg, wo sie nur kann. Langsam freunden B'Elanna und Seven sich an, wobei Seven versucht, weiteren Zwiespalt zwischen der Aufseherin Kira und Torres zu säen. Kira jedoch ist diese neue Freundschaft ein Dorn im Auge.

Die Reise zurück von der Erde nach Bajor kann kaum glücklicher und lustvoller für Kira laufen, denn auch Troi scheint ihr verfallen. Deanna zeigt ihr das neue Ressort auf Betazed II und bittet sie beiläufig um die Glücksspiellizenzen. Doch da klingeln bei Kira die Alarmglocken, und sie begreift, daß Trois Zuneigung nur gespielt war... und die Aufseherin mag es ganz und gar nicht, der Spielball anderer Leute zu sein...

"Dark Passions, Book Two" führt die Erzählung konsequent weiter, wobei aber letztendlich das Setting für den Schluß bereits durch DS9 bekannt ist. Dadurch ist natürlich der Machtbesessenheit von Kira ein Riegel vorgeschoben, und das trübt ein wenig die Spannung.

Kira setzt auf jeden Fall dort fort, wo sie in Teil 1 aufgehört hat - und zwar geht sie weiter über Leichen. Personen, die ihr nicht 100%ig verfallen oder sie hintergehen, sind im Weg. Hier müssen dies sowohl Troi als auch Seven erfahren. Deannas Vorgangsweise läßt ohnehin ein wenig zu wünschen übrig, da sie darauf vertraut, daß sie Kira um den kleinen Finger wickeln kann. Wenn man bedenkt, daß sie die Geliebte des Regenten ist, so ist es schon fraglich, warum sie die Ressourcen, die ihr zur Verfügung standen, nicht besser genützt hat.

Kira auf der anderen Seite setzt alles daran, zu Macht und Einfluß zu kommen - aber trotzdem setzt sie dieses Miniportal, dem ganz offensichtlich dieselbe Technologie zugrundeliegt wie den großen Portalen der Iconier, ziemlich spärlich ein. Sie hätte es hier in der Hand gehabt, ihre Feinde reihenweise umzubringen, ohne daß eine Spur zu ihr führt... Stattdessen setzt sie dieses Instrument lediglich 2x ein. Und schließlich kann es auch noch Seven gegen sie verwenden. Kira sollte sich wirklich weniger auf ihr Ego als auf objektive Mittel verlassen, denn mit dem Portal hätte sie es sicher weiterbringen können, ohne daß Seven sie reinlegen und ihre Macht untergraben kann...

Interessant ist, daß sich die Geschichte rund um Dukat und Ziyal wiederholt. Zwar bringt nicht er selbst seine Tochter nach Cardassia (wie im "normalen" Universum), sondern Enabran Tain konfrontiert ihn mit ihr, doch das Resultat ist dasselbe, er wird aller Ämter enthoben. Auch hier hätte mir ein wenig Abwechslung von den etablierten Geschehnissen gefallen. Andererseits mußte man Dukat ja noch irgendwie von der Bildfläche verschwinden lassen, da er in den Spiegeluniversumfolgen von DS9 nicht mehr auftaucht... Und Tain verliert auch hier seinen besten Agenten (hier Seven, in der "Realität" Garak) durch Ungehorsam.

Aber was mich am meisten gestört hat, ist das Fakt, daß schließlich auch noch Janeway und die gesamte Crew der VOY auftauchen. Seven gerät nämlich, als Kira von ihr genug hat, in ein Arbeitslager in der Nähe der Erde und findet dort Anschluß an Janeway, die ganz zufälligerweise alle noch fehlenden Mitglieder der VOY-Mannschaft um sich schart. Und so ganz glaubhaft kann sie durch ihren Kontakt zu B'Elanna Torres sich selbst, Janeway und ihren Leuten auch noch eine nagelneues Schiff namens Voyager beschaffen, wo sie dann den letzten Weg zur Individualität gehen kann... äh, man weiß zwar, daß Tuvok in der Widerstandsbewegung auftaucht (s. "Through the Looking Glass"), aber hätte man da nicht wenigstens ein ganz kleines Bißchen an Einfallsreichtung erkennen lassen können???

Wie schon bei Teil 1 erwähnt, stören mich an "Dark Passions" überhaupt nicht das Setting oder die Handlung - nur die handelnden Personen! Vieles erscheint mir einfach krampfhaft und zu eingeengt. Vielleicht hätte ein größerer Rahmen, der sich beispielsweise von "Mirror, Mirror" bis "Crossover" erstreckt, dieser Geschichte besser getan - ganz zu schweigen davon, daß mich vor allem die Ereignisse unmittelbar nach "Mirror, Mirror" wesentlich mehr interessieren als die vor "Crossover"... Innerhalb dieses größeren Erzählrahmens (sowohl was die Zeitspanne als auch was die Seitenanzahl anginge) wäre es nämlich möglich gewesen, zwar alle Charaktere einzubringen, allerdings nicht so auf einem Haufen wie hier. Das beste Beispiel ist ja Janeway und ihre Mannschaft: Warum sollten sich in einer total veränderten Situation wieder dieselben Leute auf einem Schiff zusammenfinden? Glücklicherweise handelt zwar nur ein kleiner Teil von Teil 2 von diesen Leuten, aber trotzdem stört es einfach! Schließlich war es bis auf Tuvok auch überhaupt nicht notwendig, die VOY in irgendeiner Weise zu erwähnen.

Dadurch schränkt sich auch meine Begeisterung für "Dark Passions" im Kontext des bekannten ST-Universums ein - für sich gelesen allerdings, ist dieser Zweiteiler durchaus spannend und lesenswert... allzuviel nachdenken sollte man bei der Lektüre aber nicht.

© Claudia Wlaschütz
(a9401204@unet.univie.ac.at)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures