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Trek: Voyager #12
Chrysalis Autor: David Niall Wilson Pocket Books ISBN 0-671-00150-7 279 Seiten |
Die Voyager ist wieder einmal auf der Suche nach Nahrungsmittel, die auf dem Schiff schön langsam knapp werden. Neelix hat der Crew einen Planeten namens Urrytha empfohlen, auf dem es angeblich keine höheren Lebensformen, dafür aber üppige Vegetation gibt. Doch was die Lebensformen betrifft, scheint sich der Talaxianer geirrt zu haben, obwohl er beteuert, daß er bei einem früheren Besuch des Planeten keine gesehen hat, denn die Voyager registriert ein Lebenszeichen, daß aber anscheinend den gesamten Planeten umhüllt. Außerdem entdeckt die Crew Anzeichen für eine primitive Zivilisation. Es gelingt aber nicht, einzelne Lebensformen auszumachen. Seltsam ist ebenfalls, daß die Behausungen soweit wie möglich von den Gebieten, wo Lebewesen die meiste Nahrung finden würden, entfernt sind.
Da vom Schiff aus keine weiteren Informationen mehr gesammelt werden können, wird beschlossen ein Außenteam auf den Planeten zu schicken. Captain Janeway selbst möchte das Team anführen und wird deshalb von Tuvok darauf hingewiesen, daß der Captain in solchen Situationen aus Sicherheitsgründen an Bord des Schiffes bleiben sollte. Es gelingt ihm aber nicht, Janeway zu überzeugen und so beamen der Captain und der Vulkanier zusammen mit Kim und Neelix sowie Fähnrich Fowler und der Bajoranerin Kayla hinunter.
Kaum auf dem Planeten angekommen, findet Neelix auch schon die von ihm
gesuchten Wurzeln. Janeway hat bei der ganzen Angelegenheit aber kein gutes
Gefühl, denn es sieht so aus, als wäre der Garten von intelligenten
Lebewesen angelegt und nicht einfach wild gewachsen. Das Außenteam
dringt schließlich weiter vor und findet verlassene Ruinen, wo die
Frauen und Männer von der Voyager kurz darauf auf die fast drei Meter
großen Bewohner von Urrytha treffen. Der anfängliche Schrecken
ist schnell überwunden, denn die Aliens erweisen sich als recht freundlich.
Sie heißen die Besucher willkommen und erlauben es der Crew der Voyager,
mitzunehmen, was sie braucht. Sie selbst, so erklären sie, leben in
Höhlen und haben dort ihre eigenen Gärten.
Nach dem Treffen mit den Urrythanern kontaktiert Captain Janeway das
Schiff und fragt nach, ob die Sensoren des Schiffes die Aliens registriert
haben. Chakotay verneint dies und auch Tuvok kann mit seinem Tricorder
nichts feststellen. Es scheint, als wären die Urrythaner nie hier
gewesen.
Auf der Suche nach weiteren Vorräten bricht Fähnrich Kayla plötzlich ohne ersichtlichen Grund zusammen und bleibt bewußtlos liegen. Weil der Doktor selbst die Voyager nicht verlassen kann, beamt Kes mit einigen Geräten hinunter, um die Bajoranerin zu untersuchen. Sie kann feststellen, daß sich in Kaylas Körper organische Stoffe befinden, die der Computer nicht identifizieren kann. Aufgrund der von Kes ermittelten Daten vermutet der Doktor, daß eine Bakterie oder irgendwelche Pollen die Ursache für den Zusammenbruch sein könnten. Genaueres kann er aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
Plötzlich spürt Kes etwas und scheint völlig weggetreten zu sein. Nachdem sie wieder vollständig bei Bewußtsein ist, erklärt die Ocampa, daß sie Harmonie und große Kraft gespürt hat. Es fällt ihr schwer, das Erlebte zu beschreiben. Auf jeden Fall war es ein wundervolles Erlebnis und sie spürte keinerlei Absichten, daß irgend jemand oder irgend etwas ihnen schaden möchte.
Daraufhin schickt Janeway Tuvok los, um Pollen von Blumen zu sammeln, die ihr vorhin in der Nähe der Stelle, an der Kayla zusammengebrochen ist, aufgefallen sind, da sie etwas mit Kaylas jetzigem Zustand zu tun haben könnten. Weiters beauftragt sie Kim mit dem Versuch, die Aliens zu erreichen. Das gelingt auch recht schnell und Urrythaner tauchen wieder auf. Doch noch vorher erklärt Kes, daß vermutlich alle die Ursache von Kaylas Zusammenbruch in sich tragen. Der einzige Unterschied scheint zu sein, daß die Substanz bei Bajoranern schneller wirkt. Damit ist ausgeschlossen, daß die Mitglieder des Außenteams auf das Schiff zurückkehren bevor der Doktor nicht eine Möglichkeit gefunden hat, gegen die Substanz vorzugehen.
Bei dem Gespräch mit den Aliens stellt sich heraus, daß diese über solche Vorgänge Bescheid wissen. Sie haben nur deshalb bei ihrem ersten Aufeinandertreffen nichts davon erwähnt, weil sie vermuteten, daß die Voyager-Crew nicht lange genug auf dem Planeten bleiben würde, um irgend etwas von "Ambiana" zu spüren. Normalerweise reagiert niemand so schnell auf die Substanz. Vok - den Ältesten der Aliens - erklärt, daß sich Kayla im Stadium des sogenannten "Long Sleep" befindet. Er selbst erwartet diesen Zustand der absoluten Harmonie schon seit mehr als zweihundert Jahren. Die Urrythaner können überhaupt nicht verstehen, warum die Voyager-Crew unbedingt möchte, daß Fähnrich Kayla wieder aufwacht, denn für sie ist der "Long Sleep" so etwas wie das Ziel ihres Lebens. Vielmehr betrachten sie die schnelle Reaktion der Bajoranerin als ein Wunder und beginnen mit einem Ritual, daß Kayla helfen soll, das Ziel zu erreichen. Nach einiger Zeit wird es Janeway zuviel und sie unterbricht das Ritual und fordert Vok und seine Gefährten auf, sie in Ruhe zu lassen.
In der darauffolgenden Nacht nickt Janeway während ihrer Wache ein. Während der Captain fest schläft, schleichen sich die Urrythaner in das Lager des Außenteams. Sie holen Kayla und verschwinden mit ihr in die Höhlen, wo sie das Ritual vollenden wollen. Als das Schiff sie ruft, wird Janeway wieder wach. Auf der Voyager hat man seltsame Werte in der Nähe des Außenteams gemessen und nun möchte Torres wissen, ob der Captain irgend etwas bemerkt hat, denn als das Außenteam am Vortag mit den Aliens gesprochen hatte, zeigten die Instrumente die selben Werte. Janeway ist alarmiert und weckt nun auch Fähnrich Fowler, der ebenfalls während der Wache eingeschlafen war. Kurz darauf entdeckt sie, daß Kayla weg ist und weckt auch die anderen. Zusammen mit Tuvok und Kim bricht sie auf, um die Ruinen in der Umgebung näher zu untersuchen. Schon wenig später kann die Dreiergruppe keinen Kontakt mehr mit dem Schiff herstellen; die Interferenzen sind zu groß. Während sie weiter vordringen, mißt Tuvok mit seinem Tricorder, daß ein Stück vor ihnen etwas ein wenig anders ist. Er kann aber nicht erklären, um was genau es sich dabei handelt. Die Messung geht von einer Säule aus - ähnliche hatten sie zuvor schon gesehen -, die Janeway berührt. In diesem Moment macht der Captain eine ähnliche Erfahrung wie Kes einige Stunden zuvor. Nun kann sie verstehen, warum die Ocampa so begeistert davon war.
Janeway und ihre beiden Begleiter dringen in der Folge immer weiter vor und bekommen schließlich Probleme mit religiösen Fanatikern zu tun, die Vok hintergehen und die drei angreifen. Die Föderationsoffiziere müssen sich in Tunnels unter den Ruinen zurückziehen und werden eingekreist...
Schön langsam wird es zwar ein bißchen langweilig, daß die Autoren immer die Nahrungssuche als Vorwand benutzen, um die Voyager-Crew auf Planeten zu locken, aber anscheinend gibt's da nicht viele andere Möglichkeiten. Glücklicherweise tritt dieser Aspekt in "Chrysalis" aber bald in den Hintergrund. Die Charaktere sind recht gut getroffen, sodaß es hier keinen Grund zu Beschwerden gibt.
Im Laufe des Romans nimmt die Religion der Aliens immer mehr Platz
innerhalb der Handlung ein und die Angehörigen des Außenteams
müssen - nachdem sie anfangs recht skeptisch waren - erkennen, daß
wesentlich mehr dahinter steckt, als sie ursprünglich vermutet hatten.
Eines anderen Buches annehmen sollten sich also alle, die der Behandlung
des Themas Religion in Star Trek ablehnen. Ansonsten hinterläßt
"Chrysalis" einen ganz guten Eindruck.