Star
Trek: Voyager
Starfleet Academy #2 The Chance Factor Autoren: Diana G. Gallagher and Martin R. Burke Pocket Books/Minstrel Books ISBN 0-671-00732-7 115 Seiten |
Dieses Buch ist in gewisser Weise die Fortsetzung von "Lifeline" und der Vorgänger von "Quarantine". Dennoch ist es problemlos möglich, dieses Buch unabhängig von den beiden anderen zu lesen.
Nachdem Kathryns erste Wochen an der Starfleet Academy (die man in "Lifeline" nachlesen kann) vorüber sind, hat sie immer noch Probleme. Zusammen mit einigen anderen Kadetten verpatzt sie eine Übung. Wäre die Simulation die Realität gewesen, wäre die Besatzung eines gesammten Starfleet-Schiffes tot. Um sich zu beruhigen, begibt sie sich in den Stall der Academy, um mit einem der Pferde auszureiten. Unterwegs hört sie plötzlich Schreie. Als sie sich auf die Suche, nach der Herkunft dieser Schreie macht, entdeckt sie einen wild durch die Gegend laufenden Saurier, auf dessen Rücken ein Kadett sitzt, der das Tier nicht mehr kontrollieren kann. Janeway folgt dem Saurier mit ihrem Pferd und schafft es schließlich, ihn einzuholen und ruhigzustellen. Ein Starfleet-Captain der ebenfalls in der Nähe war, trifft kurz nach ihr ein und hilft ihr, den Saurier einzufangen. Captain Holbrook ist von ihrer Aktion beeindruckt.
Aufgrund dieses kleinen Zwischenfalls kommt Kathryn zu spät zur Besprechung der kürzlich schiefgegangenen Übung. Commander Roberts ist erwartungsgemäß nicht allzu glücklich über das Ergebnis, daß die Kadetten bei dem Test erreicht haben. Als die Besprechung vorüber ist, informiert Roberts Kathryn, daß sie in 10 Minuten im Büro von Academy-Counselor Commander Brannon sein soll. Im laufe des Gesprächs wird erneut klar, warum Kathryn immer wieder Probleme hat: Sie erwartet von sich und allen anderen immer Perfektion. Brannon meint schließlich, daß es für alle das beste ist, wenn nur jene Leute für längere Zeit die Academy besuchen, die auch wirklich für Starfleet geeignet sind. Als Kathryn schon glaubt, von der Academy geschmissen zu werden, erfährt sie, daß sie doch noch eine Chance hat: Captain Holbrook möchte sie auf einer Mission dabei haben.
Holbrooke ist sicher, daß unter gewissen Umständen Tiere sehr nützliche und lebenswichtige Begleiter sein können. Da Starfleet ihm für seine Projekte nur sehr wenig Mittel bereitstellt, möchte er mit dieser Mission beweisen, daß er recht hat und es sich lohnt, in dieses Vorhaben zu investieren. Eine Gruppe von jungen Menschen von den verschiedensten Planeten (darunter zB ein Klingone und eine Vulkanierin) soll zusammen mit einer Gruppe von Tieren, die ebenfalls von den verschiedensten Welten stammen, eine Mission auf einem wilden, nicht von intelligenten Wesen bewohnten Planeten absolvieren.
Anfangs haben sowohl die intelligenten Teilnehmer, als auch die Tiere von den verschiedenen Planeten Probleme miteinander klar zu kommen. Erst nach einiger Zeit arbeiten sie immer mehr zusammen, da dies die einzige Möglichkeit ist, die Mission erfolgreich zu beenden.
"The Chance Factor" ist eine würdige Fortsetzung des sehr guten "Lifeline", auch wenn man am Anfang vielleicht nicht so ganz diesen Eindruck hat. Doch mit der Zeit wird die anfangs eher uninteressant scheinende Mission immer interessanter. Besonders wichtig ist auch, daß man die Charaktere immer näher kennenlernt.
Schade ist, daß die Ereignisse aus dem ersten Buch so gut wie überhaupt nicht erwähnt werden. Ganz plötzlich ist Janeway mit völlig anderen Leuten zusammen, obwohl sie in Band 1 gerade erst neue Freunde kennengelernt hat. Daß ihre Mitbewohnerinnen und anderen Bekannten aus "Lifeline" nicht mit auf die Mission kommen, ist klar und logisch, aber zumindest am Anfang des Buches, als Janeway noch auf dem Gelände der Academy ist, hätten sie eigentlich auftauchen müssen. Positiv ist hingegen, daß Janeway selbst genauso dargestellt wird wie in Band 1.
Sehr gut gelungen sind auch einige Weisheiten: Beispielsweise wird Janeway auf Seite 101 bewußt, welche großen Auswirkungen eine einfache Handlung eines Tieres haben kann. (Eine Beschreibung der gesamten Situation würde hier zu weit gehen. Bitte selbst nachlesen.) Ebenfalls nett ist der letzte Satz der Geschichte, der eine Anspielung auf Janeways Zukunft ist.
"The Chance Factor" ist zwar nicht ganz so gut wie "Lifeline",
aber dennoch nicht zu verachten. Wer mehr über Janeways Erlebnisse
während ihrer Academy-Zeit erfahren möchte, sollte unbedingt
auch dieses Buch lesen.