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Cover von Once BurnedStar Trek: New Frontier 
The Captain's Table #5 
Once Burned 
Autor: Peter David 
1998, Pocket Books 
ISBN 0-671-02078-1 
262 Seiten

Schon in jungen Jahren als Führer des Volkes von Xenex gegen die danterianischen Unterdrücker stolperte M'k'n'zy von Calhoun über die Bar "Captain's Table"... er war der jüngste Captain, der jemals in diese Bar Einlaß gefunden hatte.

Jahre später auf der U.S.S. Excalibur kämpft Captain Mackenzie Calhoun gegen sein inneres Gefühl an, bei der Schlacht gegen das Dominion dabeisein zu wollen anstatt einfach im thallonianischen Raum Patrouille zu schieben. Zur Entspannung sucht er das Holodeck auf - und findet dort eine Bar namens "Captain's Table" vor. Er tritt ein, und alles ist so, wie er es vor Jahren hinterlassen hatte... mit einer Ausnahme: An einem Tisch sitzt Norman Kenyon, Captain der U.S.S. Grissom, der von seinem Schicksal noch nichts zu ahnen scheint. Denn in dieser Bar scheinen außergewöhnliche Zeitverhältnisse zu herrschen, die es ermöglichen, daß sich Captains der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum gleichen Zeitpunkt treffen können... Allerdings herrscht hier auch ein Gesetz: In das jeweilige Schicksal der Besucher darf nicht eingegriffen werden.

Ein anderes Gesetz besagt, daß Drinks mit Geschichten zu bezahlen sind. Mackenzie führt uns in seine Vergangenheit auf die U.S.S. Grissom.

Auf Empfehlung von Admiral Jellico kam Calhoun vor Jahren, kurz nachdem die Beziehung zu Elizabeth Shelby auseinander gebrochen war, als Erster Offizier auf die Grissom unter dem Kommando von Captain Kenyon, der auf seinem vorherigen Posten als Captain der U.S.S. Harriman seine Frau Marsha verloren hatte. Trotz dieses Verlustes gelang es Kenyon, sein freundliches Gemüt zu bewahren - kurz, er war ein äußerst beliebter und fürsorglicher Captain, der die Nöte seiner Crew zu seinen eigenen machte und seinen Leuten versuchte zu helfen, wo er nur konnte. Seine Mannschaft war ihm treu ergeben, und er wußte, sie würde ihm folgen, ohne ihn in Frage zu stellen... Gerade aus diesem Grund suchte er jemanden wie Calhoun, der seine Meinung offen aussprach, auch wenn sie mit der Kenyons nicht übereinstimmte.

Calhoun war respektiert, aber nicht sonderlich beliebt, weil er lieber für sich alleine blieb. Mit der Zeit begann er eine Affäre mit dem 2. Offizier, Katerina Mueller, die ebenso wie er eine Einzelgängerin war. Mackenzie fand auch heraus, daß sich der Sicherheitschef Cray, ein Andorianer, Hoffnungen auf den Posten als Erster Offizier gemacht hatte, und wußte, daß er auf diesen ganz besonders achten mußte.

Nach einigen Monaten wurde die Grissom ins Anzibar System berufen, um Friedensgespräche zwischen den Cavargna, die Anzibar II bewohnten, und den Dufaux von Anzibar IV zu leiten. Die Cavargna waren immer schon ein friedliebendes Volk gewesen, das die Dufaux, deren Sonne kollabiert war, auf Anzibar II willkommen geheißen hatte. Diese allerdings waren weitaus kriegerischer und vermehrten sich auch rascher, was bald die Ressourcen von Anzibar II erschöpft hatte.. Daraufhin hatten die Cavargna die Dufaux auf den unwirtlicheren Planeten Anzibar IV vertrieben, und seitdem herrschte Krieg zwischen den beiden Völkern.

Die Sternenflotte schickte für diese Mission 2 Diplomaten auf die Grissom - Byron und Stephanie Kenyon, des Captains Bruder bzw. Tochter. Kenyon freute sich über das Wiedersehen sehr, was Calhoun auch an seine doch nicht gerade gute Beziehung zu seinem eigenen Bruder D'ndai denken ließ. Darüber hinaus fand  Mackenzie Stephanie von Anfang an äußerst attraktiv, was auf Gegenseitigkeit beruhte, doch weil sie die Tochter des Captains war, wurde nicht mehr als Freundschaft aus dieser Beziehung...

Bald hatte die Grissom das Anzibar-System erreicht, doch die Dufaux verweigerten jedes Gespräch. Erst nach langer Diskussion konnte Byron sie dazu überreden, ihn und Stephanie zu empfangen. Die beiden sollten alleine hinunterbeamen, etwas, das Kenyon und Calhoun zwar nicht zulassen wollten, wogegen sie sich aber auch nicht wehren konnten, da die beiden Diplomaten dem Captain nicht direkt unterstanden.

Und so beamten sich Byron und Stephanie Kenyon, mit subdermalen Implantaten und der Anordnung versehen, sich stündlich durch Klopfen auf diese Implantate zu melden, auf die Oberfläche. Calhoun aber spürte instinktiv, daß diese Verhandlungen kein gutes Ende finden würden...

So, hier ist es Zeit, die Erzählung zu beenden.

"Once Burned" erzählt von Ereignissen in Mackenzie Calhouns Leben, die in den bisherigen 6 Büchern der New Frontier-Reihe nur angedeutet wurden. Durch seine gewaltvollen Erfahrungen aus frühester Jugend weiß Mackenzie genau, was Wut und auch Rachsucht in einem Lebewesen auslösen können. Er selbst war Zeuge des Mordes an seinem Vater - dies führte dazu, daß er begann, die Befreiung seiner Heimat Xenex zu planen und zu organisieren. Aber auch dieses Rachegefühl hatte ihn damals nicht darauf vorbereitet, was es bedeutet, Lebewesen wirklich töten zu müssen. Damals bei seinem ersten Kampf war etwas in ihm zusammengebrochen... und tief in seinem Innersten möchte er alle anderen davor bewahren, dasselbe durchzumachen bzw. ebenfalls etwas von sich selbst zu verlieren.

Genau in dieser Stimmung erzählt Calhoun in der Bar "Captain's Table" diese Geschichte von der Grissom. In jedem Kapitel, in jeder Wendung der Geschichte spürte ich Bedauern und Mitleid, aber kein Wort der Rechtfertigung. Mackenzie erzählt diese Geschichte so, wie er sie erlebt hat - daher ist man als Leser auch nicht in dem Vorteil, mehr zu wissen als der Protagonist selbst. Natürlich streut Calhoun in seine Erzählung auch Gedanken ein, die ihn jetzt beim Zurückblicken auf diese Ereignisse bewegen, aber sie greifen an sich der Geschichte nicht vor.

Ich wußte zwar schon, wie dieses Buch ausgehen würde - und zwar nicht nur, daß Calhoun nach dieser Mission auf der Grissom die Sternenflotte verlassen wird (was ja im ersten Buch der New Frontier-Reihe erwähnt wird), sondern auch, wie dieses Abenteuer enden würde - , aber dieses Buch fesselte mich trotzdem wie kaum ein anderes Star Trek-Buch.

Normalerweise bin ich kein Freund von Ich-Erzählungen, hier aber funktionierte diese Sichtweise extrem gut. Meiner Meinung nach hätte der Autor Peter David die ganze Emotion dieser Geschichte gar nicht rüberbringen können, hätte er die normale Erzählform der 3. Person angewandt. Auf dem Cover steht "Mackenzie Calhoun told in his own words! Once Burned... as recorded by Peter David", und treffender hätte man den Erzählstil gar nicht ausdrücken können.

Mir schien es beinahe tatsächlich so, daß Mackenzie Calhoun mir gegenüber sitzt und mir seine Geschichte erzählt, so exzellent ist dieses Buch geschrieben. Durch diese Ich-Form bzw. die andauernde direkte Rede ist es dem Autor nicht möglich, den Erzählenden von außen zu beschreiben (zB.: er ist traurig, setzt eine betroffene Miene auf etc.) - das, was Calhoun beim Erzählen fühlt, muß also in dieser direkten Rede, in der Erzählung eingebaut sein. Und ich als Leserin konnte wahrhaftig mit Calhoun mitfühlen wie mit noch kaum einem anderen Roman"helden".

Fazit: Wenn man ein wirklich außergewöhnlich gut geschriebenes und spannendes Star Trek-Abenteuer sucht und sich nicht scheut, von Charakteren zu lesen, die man nicht aus dem Fernsehen kennt, dann kommt man um diesen Roman nicht herum. Mehr noch, meiner Meinung nach ist "Once Burned" ein Muß für jeden Star Trek-Fan!
 

© Claudia Wlaschütz
(a9401204@unet.univie.ac.at)
 
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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures