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Star Trek: The Badlands #2
Autorin: Susan Wright
1999, Pocket Books
ISBN 0-671-03958-X
256 Seiten


In diesem zweiten und letzten "The Badlands"-Buch findet man die Voyager- und die DS9-Geschichte rund um die Badlands und die in dieser Gegend unerklärlicherweise immer wieder auftauchende Tetryon-Strahlung, die Raumschiff-Crews schon seit über 100 Jahren Probleme bereitet.


Die Voyager-Geschichte beginnt im Jahr 2371 bzw. Stardate 48305.8 kurz vor den aus dem TV-Pilotfilm "Caretaker" bekannten Ereignissen. Die Voyager- und die Maquis-Crew sind beide noch im Alpha-Quadranten und somit noch nicht vereint. Auch die Offiziere, die beim ersten Abenteuer der Voyager umgekommen sind, leben noch. Am Beginn der Geschichte dreht sich alles rund um Chakotay und die Crew seines Maquis-Schiffes "Selva". Zu dieser Crew gehören unter anderem B'Elanna Torres, Seska und der Vulkanier Tuvok. Chakotay hat zu diesem Zeitpunkt natürlich noch keine Ahnung, daß Seska eine Spionin der Cardassianer und Tuvok ein Agent von Starfleet ist. Mit Seska führt er sogar eine sehr intime Beziehung.

Die Selva und ihre Crew befinden sich derzeit in einer Maquis-Basis im Terikof-Gürtel, der in unmittelbarer Umgebung der Badlands liegt. Dieser Ort ist ideal für den Maquis, da er dort relativ sicher vor Sensoren feindlicher Raumschiffe ist. Die Selva wird gerade für einen größeren Einsatz ausgerüstet. In einer vier Tage lang dauerenden Aktion soll die Selva zusammen mit anderen Maquis-Schiffen eine cardassianische Schiffswerft im Oliv System überfallen. Da die Werft und dieses System im Moment kaum bewacht werden, scheint der Zeitpunkt äußerst günstig zu sein.

Obwohl es beim Maquis normalerweise so üblich ist, daß die einzelnen Mitglieder immer nur das wissen, was unbedingt notwendig ist, entschließt sich Chakotay dazu, seiner Freundin Seska schon vor dem Start etwas mehr über die bevorstehende Aktion zu erzählen. Für die als Bajoranerin getarnte Cardassianerin ist das natürlich besonders interessant. Sie benutzt sofort ihr kleines Kommunikationsgerät und berichtet ihrem Verbindungsoffizier Gul Evek von dem bevorstehenden Angriff auf die Werft. Evek informiert sie daraufhin, daß Tuvok ein Starfleet-Agent ist, was ihr bisher nicht bekannt war. Seine Verbindungsoffizierin soll eine gewisse Captain Janeway sein. Um von sich selbst abzulenken, fälscht Seska einige Beweise, die darauf hindeuten sollen, daß Tuvok die Pläne des Maquis verraten hat.

Kurz nachdem die Maquis-Flotte aufgebrochen ist, bekommt sie aber auch schon Probleme, die nichts mit den Cardassianern zu tun haben. Der "Badlands-Fluch" erwischt sie. Das Phänomen, das zuvor unter anderem auch schon die beiden Enterprises außer Gefecht gesetzt hat, wird mittlerweile so genannt.

Nachdem die Selva, die nicht so schwer beschädigt wurde, wie die meisten anderen Maquis-Schiffe, noch eine Spontan-Mission erledigt hat, wird das Schiff am Schluß des Handlungsfadens rund um die Maquis-Leute aus den Badlands in den Delta-Quadranten geschleudert. Was danach kommt, kennen wir ja aus der TV-Serie.

Während all das passiert, kommt die Voyager-Crew zusammen, um von DS9 aus mit dem neuen Schiff ihre erste echte Mission zu beginnen. Während die meisten Crewmitglieder ihre ersten Kontakte knüpfen und sich mit dem brandneuen Schiff vertraut machen, wird Tom Paris, der von Janeway gerade erst aus der Strafanstalt geholt wurde, von den meisten entweder ignoriert oder aktiv schlecht behandelt. Fast alle wissen, was er getan hat. Und kaum jemand will etwas mit ihm zu tun haben. Nur mit Ensign Kim und Lieutenant Stadi gelingen ihm einige angenehme Gespräche.

Captain Janeway ist besorgt, weil sie schon länger nichts mehr von ihrem Sicherheitschef Tuvok gehört hat. Er sollte eigentlich schon längst den Maquis verlassen und seinen Dienst auf der Voyager angetreten haben. Deshalb fliegt das neue Schiff los, um nach der Selva - auf der sich Tuvok ja noch immer aufhalten sollte - zu suchen...


Ungefähr zwei Jahre später im Jahr 2373 bzw. Stardate 50502.4 beginnt der 4. Teil von "The Badlands", die DS9-Geschichte. Starfleet hat gerade die Maquis-Basis im Terikof-Gürtel ausgehoben und alle Maquis-Mitglieder, die dort vorgefunden wurden, verhaftet. Captain Sisko ist froh, daß der Maquis damit weitgehend zerschlagen ist.

Auf Deep Space Nine ist Odo noch nicht darüber hinweggekommen, daß kürzlich der kleine Changeling, für den er zu sorgen versucht hatte, gestorben ist. (Hier geht's um die Ereignisse aus der TV-Episode "The Begotten"!) Das "Baby" ist gestorben, weil es kurz vor seiner Ankunft auf der Station starker Tetryon-Strahlung ausgesetzt war. Diese Strahlung ist für die Changelings noch gefährlicher als für die meisten Solids.

Odo nimmt sich vor, mehr über diese Angelegenheit herauszufinden. Deshalb geht er zu Quark und will von ihm wissen, woher dieser den kleinen Changeling hat. Nachdem Odo seiner Forderung wie üblich etwas Nachdruck verliehen hat, erzählt ihm der Ferengi, daß er es von einem Maquis-Mitglied bekommen hat. Er weiß aber nur den Namen und hat sonst keinerlei Informationen.

Daraufhin entschließt sich Odo dazu, zu Kasidy Yates zu gehen. Captain Siskos Freundin war ja selbst Mitglied des Maquis. Vor kurzem ist sie nach dem Absitzen ihrer Strafe wieder auf die Station zurückgekommen. Kasidy benutzt einige alte Kontakte aus ihrer Maquis-Zeit, um Odo zu helfen. Sie findet heraus, daß das Changeling-Baby im Badlands-Sektor gefunden wurde. Es ist also naheliegend, daß die "Badlands-Anomalie" für die Überdosis an Tetryon-Strahlung verantwortlich ist.

Odo ist bewußt, daß so etwas jederzeit wieder passieren kann, wenn ein weiterer Changeling versucht, zum Wurmloch zu gelangen, um zu seinem Volk zurückzukehren. Deshalb möchte er, daß dieses Phänomen endlich bekämpft wird. Captain Janeway hat vor zwei Jahren die Theorie entwickelt, daß die immer wieder plötzlich auftauchende Tetryon-Strahlung von einer AQS - einer "Artificial Quantum Singularity" - verursacht werden könnte, die seit über hundert Jahren in einer Art Orbit die Badlands umkreist. Sie vermutet, daß das romulanische Schiff, das seinerzeit bei einem Zusammentreffen mit Captain Kirks Enterprise in der Nähe der Badlands zerstört wurde, einen AQS-Antrieb hatte, wie er von den Romulanern im 24. Jahrhundert standardmäßig verwendet wird. Eine AQS ist eine Art kleines Schwarzes Loch, das sich nicht mehr vernichten läßt, wenn es einmal geschaffen ist. Es wäre also durchaus denkbar, daß diese AQS bis heute "überlebt" hat.

Da in den letzten Jahren seit Janeways Entdeckung das Gebiet rund um die Badlands durch den Konflikt mit dem Maquis in ständiger Unruhe war, ist man nie dazu gekommen, die Sache noch einmal näher zu untersuchen und einen Versuch zu unternehmen, die AQS einzufangen. Auf Odos Initiative hin, beschließt Captain Sisko, mit der Defiant aufzubrechen, um diesem Spuk endgültig ein Ende zu bereiten. An Bord ist auch Dr. Bashir. Oder besser gesagt, ein Changeling, der so aussieht wie Dr. Bashir. Der Doktor wurde vor einiger Zeit von den Gründern durch einen Changeling ersetzt. Und niemand hat es bisher bemerkt.

An ihrem Ziel trifft die Defiant auch auf das romulanische Schiff Bokra, das ebenfalls daran interessiert ist, die AQS einzufangen...


"The Badlands #2" bringt diese vier Geschichten umspannende Saga zu einem Ende. Im Voyager-Teil entwickelt Captain Janeway eine Theorie, woher die geheimnisvolle und gefährliche Tetryon-Strahlung stammen könnte, und im vierten Teil sorgen Captain Sisko und die DS9-Crew schließlich dafür, daß sie in Zukunft niemandem mehr gefährlich werden kann.

Ich habe schon in der Besprechung zu "The Badlands #1" erwähnt, daß Susan Wright immer wieder aus den TV-Episoden Bekanntes in ihre Geschichte einfließen läßt. In diesem Buch treibt sie das auf die Spitze und "verwebt" ihre Geschichte auf äußerst interessante Weise mit bekannten Ereignissen aus dem Star-Trek-Universum.

Die ganze Geschichte rund um die Maquis-Leute und die Voyager ist eine geniale Ergänzung zu dem, was wir aus "Caretaker" kennen. Die Voyager-Geschichte ist meiner Meinung nach auch eindeutig der beste Teil von "The Badlands", weil Susan Wright darin extrem gut mit den Charakteren umgeht. Die Szenen mit Tom Paris geben einen recht tiefen Einblick in seinen Zustand zu jener Zeit. Und das ist sehr interessant, weil das im TV nie so genau gezeigt wurde und auch gar nicht gezeigt werden könnte. Das ist aber noch lange nicht alles. Man erfährt zum Beispiel auch viel über Seska, ihre Motivation und ihr Verhältnis zu Chakotay. Überhaupt fand ich es äußerst interessant, etwas über den Maquis zu lesen.

Weiters erfährt man auch mehr über den Cardassianer Gul Evek, der in mehreren TV-Episoden zu sehen war. Er ist nicht nur Offizier des cardassianischen Militärs, sondern auch einer der besten und beliebtesten Poeten der Cardassianer. Für sein Volk ist er durch seine Erfolge in der Vergangenheit - sowohl als Schriftsteller, als auch als Raumschiff-Kommandant - zu einer Art lebender Legende geworden. Nachdem seine Erfolge in letzter Zeit aber immer weniger geworden sind, und er im Laufe dieser Geschichte seine bisher größte Niederlage hinnehmen muß, fällt er in eine tiefe Depression. Nicht einmal seine geliebte Frau steht mehr zu ihm. Sie übermittelt ihm eine Nachricht, in der sie ihn darüber in Kenntnis setzt, daß sie den Prozeß ihrer offiziellen Trennung von ihm bereits in Gang gesetzt hat. Es ist bemerkenswert, wie es Susan Wright gelingt, diesen Cardassianer, dessen Persönlichkeit im TV doch recht "flach" geblieben ist, interessant zu machen.

Herausragend gut gefallen hat mir darüber hinaus, daß man in "The Badlands #2" jene Voyager-Offiziere näher kennenlernt, die in "Caretaker" ihr Leben lassen mußten und dann durch die Maquis-Crew ersetzt wurden. Lieutenant Commander Cavit, die Betazoidin Lieutenant Stadi, Ensign Rollins und der ursprüngliche Doktor der Voyager kommen alle vor. Einen etwas größeren Auftritt hat insbesondere Lieutenant Stadi, die sich als eine von ganz wenigen Tom Paris ein wenig nähert.

Die DS9-Geschichte kommt nicht ganz an den Voyager-Teil heran, ist aber dennoch alles andere als langweilig. In ihr treffen wir ebenfalls auf alte Bekannte: Mit dabei sind unter anderem Rom, Weyoun und Gul Dukat. Der Vorta und der Cardassianer sind gerade dabei, dem Abkommen über die zukünftige Kooperation zwischen dem Dominion und den Cardassianern den letzten Schliff zu geben.

Fazit: "The Badlands #2" ist noch besser als das erste Buch. Zumindest die Voyager-Geschichte sollte man unbedingt gelesen haben. "The Badlands" hat mir insgesamt als Crossover-Story ebenfalls gut gefallen. Sie ist auf jeden Fall deutlich besser als die sehr enttäuschende "Invasion!"-Serie, mit der man sie unter Umständen vergleichen könnte. (Siehe dazu die Besprechung zu "The Badlands #1".)

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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