Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz |
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Star Trek
Starfleet Academy #2 Aftershock Autor: John Vornholt Illustrationen: Todd Cameron Hamilton 1996, Minstrel/Pocket Books ISBN 0-671-00079-9 118 Seiten |
Leonard McCoy, Student an der Starfleet Medical School, und ein Kadett des ersten Jahres, Jim Kirk, werden erwischt, als sie beim unerlaubten nächtlichen Football-Spiel einen Sicherheitszaun aktivieren. Zur Strafe wird Kirk zum Küchendienst abkommandiert, McCoy soll in den Weihnachtsferien das Training des Katastrophendienstes mitmachen. Leonard ist absolut nicht begeistert davon, hat er sich doch schon sehr auf Zuhause gefreut, und verflucht Kirk dafür.
Bei dem Training lernt er einen Vulkanier namens kennen, der ihn aus so mancher schwierigen Situation retten kann. Dazu kommt noch eine Kadettin namens Lisa, auf die McCoy gleich ein Auge wirft. Diese 3 bilden schließlich für die Dauer des Trainings ein Team. Nach einer Woche ist die Schinderei endlich vorbei, und Leonard glaubt, jetzt endlich nach Hause zu kommen. Doch da ereilt das Katastrophenteam die Nachricht, daß es auf dem Planeten Playamar zu einer Erdbebenkatastrophe gekommen ist. Aus dem Training wird nun bitterer Ernst.
Die Situation ist wirklich düster. Häuser sind eingesunken, Sandboden hat sich im wahrsten Sinne des Wortes verflüssigt, wodurch die Rettungsaktion umso schwieriger wird. Dazu erschüttern Nachbeben immer wieder die Krisenregion... und Ionenstürme erschweren das Heraufbeamen von Überlebenden. Schließlich entdeckt Spock eine Verbindung zwischen Nachbeben und Ionenstürmen - war die Katastrophe etwa nicht natürlichen Ursprungs?
"Aftershock" ist der zweite Roman der Starfleet Academy-Serie, und er vermochte mich nicht so zu überzeugen wie der erste. Hier konzentriert sich alles auf McCoy, der während dieses Katastropheneinsatzes erst die wahre Natur, was es heißt, Mitglied der Sternenflotte zu sein, begreift. Es gibt zwar einige wirklich nette Anspielungen auf den McCoy, der dann später in der TOS zu sehen sein wird, aber die ganze Geschichte plätschert irgendwie nur dahin.
In dem Buch wird der Schilderung der Ereignisse auf Playamar zuwenig und McCoys wiederholten Selbstzweifeln zuviel Platz eingeräumt. Dazu kommt die fehlende Interaktion mit Spock, die ja eines der Highlights der Serie ist. Hier hätte man etwas mehr daraus machen können, indem man die beiden auch mal eine Unterhaltung hätte führen lassen. So aber fragt sich McCoy ständig, ob Spock denn irgendwas bewegt, anstatt den Halbvulkanier mal so richtig zu provozieren. Auch der Einsatz schließlich läuft zu geschmiert. McCoy hat das Kommando, da er der Arzt ist - aber große Einwände macht er nicht geltend, als Spock auf einmal auf die Verbindung zwischen den Ionenstürmen und den Nachbeben hinweist. Vielleicht fehlt ihm da noch das Durchsetzungsvermögen, aber der "spätere" McCoy hätte da schon mehr darauf bestanden, mal den unmittelbar betroffenen zu helfen, bevor man irgendwelchen Theorien nachfolgt. Dies wäre eine gute Gelegenheit für eine Diskussion zwischen ihm und Spock gewesen...
Recht nett ist die Anfangsszene, als McCoy Kirk ja überhaupt nicht leiden kann, weil dieser ihn in Schwierigkeiten gebracht hat. Und daß sich Lisa schließlich als Kirks Freundin herausstellt, macht die Sache nicht besser. Dazu kommt noch McCoys Freude auf Zuhause und die Zuneigung zu seinem Vater. Dies gibt natürlich Hinweise darauf, wie schwer es ihm einmal fallen wird, seinen Vater leiden zu sehen... Leider wird aber McCoys Abneigung gegen Transporter etwas überstrapaziert. Wenn man bei jedem Transport liest, welche Gedanken ihm da durch den Kopf gehen, wird's fad. McCoy wird hier überhaupt als sehr bodenständig dargestellt, der im Prinzip jede Fortbewegungsart haßt, die nicht dem Menschen angeboren ist. Dies ist zwar einerseits eines der späteren Markenzeichen des Arztes, wird mir hier aber zu sehr betont.
"Aftershock" ist zur Zwischendurchlektüre zu empfehlen, zieht sich aber an manchen Stellen wie ein Strudelteig...