Buchbesprechung von Patrick Ahrer |
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Star Trek: Deep Space Nine #23
The 34th Rule Autoren: Armin Shimerman, David R. George III ISBN: 0-671-00793-9 Sprache: Englisch 425 Seiten |
Grand Nagus Zek ist gerade dabei, den einzigen Drehkörper, der in seinem Besitz ist, meistbietend zu versteigern. Selbstverständlich wollen sich die Bajoraner diese Chance, eine der verlorengegangenen "Tränen der Propheten" zurückzuholen, nicht entgehen lassen und bieten deshalb mit. Doch plötzlich schließt der Nagus die Bajoraner vor der letzten Runde der Versteigerung aus.
Bei den Bajoranern löst das natürlich großen Ärger aus. Da auch die momentan im Amt befindliche Regierung von Cardassia angedeutet hat, daß die dort zurückgehaltenen Drehkörper bald nach Bajor zurückgebracht werden könnten, wäre Zeks Drehkörper der einzige, den die Bajoraner nicht zurückbekommen könnten. Auch Major Kira ist darüber alles andere als erfreut. Sie bittet Quark, den Nagus davon zu überzeugen, die Bajoraner auch in der letzten Runde mitbieten zu lassen. Doch Quark meint, daß er nicht wüßte, warum er das tun sollte. Seiner Meinung nach hat der Nagus völlig richtig gehandelt. Wenn die Bajoraner nicht hoch genug geboten haben, müßten sie eben für die nächste Runde ausgeschlossen werden.
Quark selbst hat unterdessen das Geschäft seines Lebens gemacht. Er hat sich von einer Aktion des Nagus inspirieren lassen und selbst ein äußerst riskantes finanzielles Manöver durchgeführt, das glücklicherweise gut für ihn ausgegangen ist. Für Quark ist es ein großer Schritt in Richtung Verwirklichung seines Traums von einem eigenen Mond.
Doch noch bevor Quark seinen Erfolg ausgiebig genießen kann, reagieren die Bajoraner drastisch auf den Ausschluß von Zeks Versteigerung. Es wird erlassen, daß alle Ferengi den Hoheitsbereich der Bajoraner zu verlassen haben. Das gesamte zurückgelassene Vermögen geht in das Eigentum der Bajoraner über. Allen Ferengi ist es in Zukunft untersagt, das Wurmloch zu benutzen.
Quark und sein Bruder Rom bereiten sich - wie alle anderen Ferengi auf der Station - darauf vor, die Station zu verlassen. Quark ist zwar empört darüber, daß er man ihm seine Bar wegnimmt und ihn für etwas bestraft, was der Nagus und nicht er getan hat, aber niemand hilft ihm. Dax macht ihn jedoch darauf aufmerksam, daß er die Station ja nicht verlassen müsse, wenn er das nicht will. Er würde dann zwar gegen den bajoranischen Erlaß verstoßen, aber Jadzia kann sich nicht vorstellen, daß man ihm deshalb Gröberes antun würde. Zumindest die Starfleet-Offiziere würden nicht darauf reagieren. Der Föderationsrat hat schließlich beschlossen, daß sich die Föderation nicht in den Konflikt einmischt. Dadurch kann Starfleet den Ferengi zwar nicht helfen, sie würden ihnen aber auch nicht aktiv schaden.
Doch Jadzia täuscht sich gewaltig. Einige Zeit nachdem die Frist verstrichen ist, kommen bajoranische Offiziere auf die Station, um Quark und Rom festzunehmen. Und nach einem kurzen Katz-und-Maus-Spiel gelingt ihnen das auch. Als Quark und Rom erkennen, wo sie hingebracht werden, beginnt für sie der blanke Horror: Gallitep.
Wenig überraschend spielen in "The 34th Rule" Quark und die Ferengi allgemein eine sehr große Rolle. Sowohl der Titel, als auch die Tatsache, daß Armin Shimerman einer der beiden Autoren ist, lassen das sehr schnell erkennen. In diesem Buch werden die Ferengi aber deutlich "ernsthafter" eingesetzt, als man das mittlerweile von ihnen gewohnt ist. Während sie in der TV-Serie hauptsächlich für die Humor-Episoden herhalten müssen, stellt sie dieses Buch deutlich vielfältiger dar.
Über weite Strecken der Geschichte, hatte ich das Gefühl, die Ferengi - und hier insbesondere Quark und Rom - deutlich besser verstehen zu können, als die Starfleet-Offiziere und die Bajoraner. Die Tatsache, daß hier einmal sozusagen die Guten zu den Bösen wurden, ist ungewöhnlich. Alleine schon deshalb ist "The 34th Rule" absolut lesenswert.
Positiv ist auch, daß viele bekannte Figuren in die Geschichte integriert wurden. Mit dabei sind zum Beispiel Rom, Grand Nagus Zek, First Minister Shakaar und Kai Winn.
Ein kritischer Punkt bei Star-Trek-Romanen ist immer die Darstellung der aus den Serien und Filmen bekannten Figuren. Entsprechend dem Thema des Buches gilt hier die besondere Aufmerksamkeit natürlich Quark und Rom. Beide sind sehr gut getroffen und es ist schön, ihre Gedankengänge und Meinungen zu den verschiedensten Dingen einmal ein wenig näher kennenzulernen. Weniger gut getroffen scheint mir leider Shakaar zu sein. Ihm würde ich es normalerweise nicht zutrauen, derart blödsinnige Entscheidungen zu treffen. Und obwohl sein etwas angespanntes Verhältnis zu Kai Winn immer wieder einmal angesprochen wird, so sind die beiden in so ziemlich allen Punkten einer Meinung. Shakaars Linie ist in "The 34th Rule" also mindestens ebenso fragwürdig, wie die von Kai Winn. Diese Darstellung soll vermutlich dabei helfen, den gewollten Effekt (die Guten werden zu den Bösen) zu erreichen. Die besser gelungene Darstellung der DS9-Crew zeigt aber, daß das anders auch gegangen wäre.
Für mich sehr überraschend war die Wiedereröffnung von Gallitep. Es ist jedenfalls etwas schwierig, den Autoren abzukaufen, daß gerade die Bajoraner dieses Straflager zu neuem Leben erwecken. Aber die guten und sehr intensiven Kapitel, die dadurch erst möglich wurden, lassen mich mit Vergnügen darüber hinwegsehen.
"The 34th Rule" ist ein sehr gutes Buch, das die Ferengi einmal von einer völlig anderen Seite zeigt und gewissermaßen dabei helfen soll, die Ferengi und ihre Motivation für ihr Handeln zu verstehen. "The 34th Rule" ist auch eine sehr ungewöhnliche Geschichte, die es sich durchaus verdient hätte, als Hardcover-Ausgabe veröffentlicht zu werden. Gerade bei der DS9-Reihe hat sich da in der Vergangenheit ohnehin nicht viel getan. Das wäre eine jedenfalls eine gute Gelegenheit gewesen.