| Als Quelle dienten mir zahlreiche Gespräche mit Angehörigen, die über kürzere
oder längere Zeit Einblick in den Hospizalltag erhielten durch ihre Anwesenheit und ihr
persönliches Engagement.
Anliegen von pflegenden Angehörigen:
- Offene Information, auch über Veränderungen
- Klarheit, nicht schonen
- Bereitschaft deklarieren, über alles reden zu können
- Ansprechpartner vermitteln bei Eintritt, in einem zweiten Schritt: Bezugsperson
- Anleitung bezüglich Pflegeverrichtungen
- Berücksichtigung der Privatsphäre soweit als möglich. Wunsch: ein Stück weit
"Daheim" zu sein
- Sich trotzdem Zeit für eigene Bedürfnisse nehmen können
- Weiterhin versuchen bisherige Rollen zu leben (als Ehemann/Frau, Mutter, Berufstätiger
etc.)
- Soziale, emotionelle und spirituelle Unterstützung (persönliche Beratungsgespräche
mit Fachkräften)
- Letzte Wünsche müssen ernst genommen, respektiert und umgesetzt werden. Es ist dies
eine Vertrauensfrage
Aussage einer Angehörigen: Es fällt schwer
und ist ungewohnt solchermassen in der Öffentlichkeit zu leben...
Beweggründe sich bei der Pflege zu engagieren:
- Aus Selbstverständlichkeit
- Moralische Verpflichtung
- Versprechen
- Konsequenz aus familiären Beziehungen
- Persönliche Herausforderung
- Sinngebung, Lebenssinn
Belastung
Psychische Probleme stehen im Vordergrund, welche hauptsächlich
aus den folgenden Punkten hervorgerufen werden:
- Schuldgefühle und Angst Erwartungen nicht erfüllen zu können
- Spannungen in der Familie
- Ängste vor körperlichem Zerfall des Kranken
- Veränderung der Persönlichkeit des Kranken
- Konfrontation mit Tod, Schmerz, Trauer, Wut und Aggression von Seiten der Kranken
- Hilflosigkeit
- Eigene körperliche Beschwerden
Bereicherung
- Neue Dimension des Lebens kennenlernen
- Eigene Belastungsgrenze erfahren
- Anregung zum Nachdenken über den Lebenssinn und den Tod
- Eigene Befriedigung, einem Menschen Hilfe zu bieten und daraus gesteigertes
Selbstwertgefühl
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