Angehörigenbetreuung und Angehörige in ihrer Trauer begleiten

Beweggründe und Motivation Angehörige in die Pflege miteinzubeziehen

 

Die Rolle der Angehörigen gewinnt in der Pflege an Bedeutung. Angehörige werden aktiver und gezielter in die Pflege einbezogen. Die Pflege kann so wirkungsvoller werden. Sie wird gleichzeitig aber für die Pflegenden anspruchsvoller. Angehörige sind oft durch das Kranksein eines Familienmitgliedes psychisch und physisch stark belastet. Schuldgefühle zwischen Angehörigen und Patienten können den Kontakt zueinander be- oder gar verhindern. Der Einbezug der Angehörigen muss deshalb von den Pflegenden sorgfältig vorbereitet und begleitet werden. Es braucht ein hohes Mass an Ehrlichkeit, den Bedürfnissen der Patienten und ihrer Angehörigen wirkungsvoll Rechnung zu tragen, insbesondere dann, wenn diese Bedürfnisse widersprüchlich oder gar unrealistisch sind. Es braucht ein hohes Mass an Sorgfalt, sehr verletzlichen Menschen ehrlich und echt zu begegnen und mit ihnen eine besondere spannungsgeladene Zeit durchzustehen. Es bedeutet dem andern etwas zuzutrauen, ihm zu trauen und am Leben anderer teilzunehmen.

Befragung Team

Nachfolgend werden Antworten zusammengefasst vorgestellt:

      Wie erlebst Du die Anwesenheit von Angehörigen in der Pflege?

  • Richtig
  • Meist in der Begleitung der Patienten hilfreich und entscheidend
  • Ambivalenz von Belastung und Bereicherung
  • Durch ihre emotionale Bindung wissen Angehörige am besten über die Bedürfnisse und Probleme der Kranken Bescheid

Was bedeutet es für Dich, Angehörige in die Pflege einzubeziehen?

  • Herausforderung
  • Entlastung / teilweise mehr Zeitaufwand
  • Auf die Angehörigen zugehen
  • Klären wo Scheu vor Professionalität
  • Nicht werten, wer wann wieviel helfen möchte oder kann
  • Ergänzung
  • Vermehrt Pflege hinterfragen
  • Qualitätsverbesserung durch Zugang von mehr Informationen
  • Mehr Verständnis weil Biographie des Patienten berücksichtigt werden kann
  • Im Gespräch bleiben
  • Unsicherheit Hilfe von Angehörigen anzufordern

Erkenntnisse aus der Pflege?

  • Beziehung Patient-Angehörige-Pflegende wird intensiviert
  • Klarheit und Beobachtungsgabe von Pflegenden sind wichtig um Überforderung zu vermeiden
  • Nur wenn die Angehörigen nicht überbelastet werden, erleben sie die terminale Pflege als einen wichtigen Teil des Abschiednehmens, was wiederum einen Schritt im Bewältigungs- und Trauerprozess zu Lebzeiten des Patienten ermöglicht
  • Handeln ist oft willkommen und erleichtert das Aushalten
  • Da die Lebensqualität des Patienten unmittelbar von der Lebensqualität der Familie abhängt, ist die Integration der Familie im Hospiz Grundlage für die Begleitung des Sterbenden. Das Pflegeteam muss menschliche Unterstützung anbieten und sich Zeit nehmen, um alle Informationen zu geben, die es der Familie erlauben, ihre Stelle am Krankenbett einzunehmen