Oberwiler 900 Joor Wettbewerb


Die Fragen


1. Wie gross ist Oberwil? (100 Hektaren sind 1 Quadratkilometer)

a) 456 ha
b) 789 ha
c) 1234 ha


2. Wie lang ist die oberwiler Grenze insgesamt?

a) 7.1 km
b) 14.3 km
c) 21.5 km


3. Zu welcher Gemeinde hat Oberwil die längste Grenze?

a) Therwil
b) Allschwil
c) Biel-Benken


4. Und zu welcher Gemeinde hat Oberwil die kürzeste Grenze?

a) Reinach
b) Neuwiller
c) Binningen


5. Wie gross ist der Höhenunterschied zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt von Oberwil? (Der tiefste Punkt ist am Birsig an der Gemeindegrenze zu Bottmingen und der höchste liegt auf dem Bielhübel auf 425m. Er ist im Wald einige Meter vom dreieckigen Grenzstein zu Biel-Benken und Neuwiller entfernt.)

a) 123 m
b) 135m
c) 147 m


6. Aus wie vielen öffentlich zugänglichen Brunnen fliesst in Oberwil Trinkwasser?

a) ca. 7
b) ca. 17
c) ca. 47


7. Welche heutige oberwiler Strasse war früher ein wichtiger Teil des Wegs von Basel nach Pruntrut?

a) Bielstrasse
b) Hohestrasse
c) Neuwillerstrasse


8. Wie kommt die Allschwilerstrasse zu ihrem umgangssprachlichen Namen "Napoleonstrasse"?

a) Napoleon persönlich kam auf dieser Strasse vom Elsass her in die Schweiz.
b) Für einen Einmarsch seiner Armee liess Napoleon diese Strasse nach Allschwil neu errichten.
c) Napoleon veranlasste den Ausbau dieser schon bestehenden Strasse, da seine kaiserliche Regierung einen sicheren Zugang vom Elsass ins damals französische Birseck haben wollte.


9. Als die Ziegelei neu gebaut wurde, rentierte sie zuerst nicht. Dies änderte sich aber nach kurzer Zeit und führte zu einem langjährigen Erfolg. Was war dafür verantwortlich?

a) Die Mechanisierung.
b) Es wurde ein neues Brennverfahren eingesetzt.
c) Der Lehm wurde vor dem Brennen chemisch behandelt.


10. Oberwil war lange Zeit bekannt für seine Storchenstation beim Gymnasium. Diese gibt es aber seit kurzem nicht mehr. Weshalb wurde sie wieder geschlossen?

a) Das Ziel wurde erreicht, die Störche sind hier wieder heimisch geworden.
b) Der bisherige Betreuer konnte sie nicht mehr weiterführen – und es wurde kein Nachfolger gefunden.
c) In einer Zeit, in der überall gespart werden muss, wurde das Geld zur Weiterführung nicht mehr bewilligt.


11. Wieso steht das Gymnasium mitten in der Landwirtschaftszone auf dem Hügel oben – so weit weg, dass alle mit einem langen Anfahrtsweg bestraft werden?

a) Weil der ganze Hügel als zukünftiges Überbauungsgebiet geplant ist.
b) Das Land war zwar in der Landwirtschaftsszone, die Bodenqualität war aber miserabel.
c) Weil damals das Land massiv günstiger war als in der Talsohle am Alternativstandort "Unterer Stallen".


12. An der Stelle, wo heute die oberwiler Gemeindeverwaltung steht, war früher ein anderes Gebäude. Es wurde 1960 abgebrochen. Was war das für ein Bau?

a) Ein hübsches, spätklassizistisches Schulhaus aus dem Jahre 1860.
c) Ein in den 1930er Jahren erbautes Lagerhaus aus Beton, das nicht ins Dorfbild passte.
b) Ein bäuerliches Mehrzweckhaus im traditionellen Fachwerkstil, vermutlich aus dem 17./18. Jahrhundert.


13. Wie kommt das "Sprützehüüsli" – das heutige "Kulturhaus" in Oberwil – zu seinem Namen?

a) Es war ein Feuerwehrmagazin, in dem auch die Wasserspritze untergebracht war.
b) Es diente eine Zeit lang als Krankenstation, wo v.a. Impfungen durchgeführt wurden.
c) Das Vieh wurde davor gewaschen und abgespritzt – im Haus waren Reservoir und Gerätschaften dazu.


14. Was geschah vor 900 Jahren, dass Oberwil im Sommer 2003 sein 900 Jahre Jubiläum feiert?

a) Oberwil wurde erstmals urkundlich erwähnt.
b) Das älteste Grab in Oberwil war vor 900 Jahren angelegt worden.
c) Die älteste, in Stein gemeisselte Jahreszahl auf einem Türsturz ist die Zahl 1103.


15. Als die "Birsigthalbahn" noch eine "richtige" Eisenbahn war, transportierte sie nicht nur Passagiere (unter der Woche Pendler und am Wochenende Ausflügler), sondern hatte sogar Güterwagen. Für welches Produkt gab es einen speziellen Wagen, der sich nicht für andere Güter einsetzen liess?

a) Ein Kühlwagen für das Eis vom Eisweiher.
b) Ein Silowagen für das Getreide der Bauern.
c) Ein Wagen mit eingebauten Regalen für die Ziegel aus der Ziegelei.


16. Weshalb kam es in den Anfangsjahren mehrmals zu Einbrüchen bei den beförderten Passagierzahlen?

a) Das Bahnpersonal trat in den Streik.
b) Wegen Preiserhöhungen boykottierte die Kundschaft die Bahn und diese fuhr leer.
c) Infolge widriger äusserer Umstände war kein Betrieb möglich – die Bahnbetreiber traf aber keine Schuld.


17. Bei der ersten schweizer Volksabstimmung hatte das Volk über eine mehrfach überarbeitete neue Verfassung zu entscheiden. Das Resultat war deutlich: ca. 92500 Nein zu ca. 72500 Ja bei einer Stimmbeteiligung von ca. 50%. Weshalb trat diese Verfassung dennoch in Kraft?

a) Die Annahme wurde künstlich erzwungen, indem nach früherem Beschluss die zahlreichen Nichtstimmenden als Annehmende gezählt wurden.

b) Die konkrete Frage auf dem Stimmzettel war, ob die Verfassung abgelehnt werden solle, und nicht, ob sie angenommen werden solle. So bedeutete ein Ja die Ablehnung und ein Nein die Annahme.

c) Es hätten 50% der Stimmberechtigten zustimmen oder ablehnen müssen, damit die Abstimmung gültig gewesen wäre. So entschied die Regierung, dass die neue Verfassung in Kraft gesetzt wurde.


18. Weshalb wurde bei der in Frage 17 genannten ersten schweizer Volksabstimmung kein Resultat aus Oberwil an den Sitz der eidgenössischen Regierung nach Aarau gemeldet?

a) Oberwil gehörte damals zu Frankreich – und zwar zum Departement Hoch-Rhein (wie Neuwiller heute). Es gehörte zum Kanton Laufen und war in der Unter-Präfektur Delémont.

b) Es bestand ein Zensuswahlrecht, d.h. es durfte nur abstimmen, wer ein gewisses Vermögen hatte – und in Oberwil war damals niemand ansässig, der diese Bedingung erfüllen konnte.

c) Oberwil gehörte zu dieser Zeit zur Raurachischen Repuplik, dem unabhängig gewordenen ehemaligen Fürstbistum Basel. Hauptort war Pruntrut, und auch ein Oberwiler sass dort in der Nationalversammlung.


19. Weshalb wurde Oberwil kurz nach der Kantonsgründung von baselbieter Truppen militärisch besetzt?

a) Frankreich versuchte, das Leimental wiederzugewinnen. Die Truppen wurden aufgestellt, um Frankreich von einer Besetzung abzuhalten.

b) Basel-Stadt wollte unterbaselbieter Gemeinden zurückhaben – so auch Oberwil. Die Truppen waren zum Schutz vor einem Stadtbasler Überfall.

c) Die Oberwiler liessen sich ihren Pfarrer nicht vom Bischof vorschreiben, sondern wollten ihn selbst wählen. In der Folge kam es zu Handgreiflichkeiten mit Todesfolge von Polizisten, den damaligen Landjägern. Die Oberwiler schützten die Schuldigen und Verdächtigen. Der Kanton musste Truppen aufbieten, um die Übeltäter dingfest zu machen.


20. Der Kanton Baselland trennte sich im Frühjahr 1832 einseitig von der Stadt. Zur gleichen Zeit war ein weiterer schweizer Kanton geteilt. Im Gegensatz zu Basel, dessen Trennung im Herbst 1833 definitiv wurde, kam es nach einer militärischen Besetzung des anderen Kantons zu dessen Wiedervereinigung. Welcher Kanton war damals ebenfalls geteilt?

a) Der Kanton Jura spaltete sich vom Kanton Bern ab (Hauptort Delsberg).

b) Der Kanton Ausserschwyz spaltete sich vom Kanton Schwyz ab (Hauptort Lachen).

c) Der Kanton Wallis spaltete sich in Unterwallis und Oberwallis (Hauptorte Sion und Brig).


© BLS


Am Dorffest durfte noch etwas weiteres angekreuzt werden:

Und nun darf noch etwas allerletztes angekreuzt werden!

Damit die Gewinner wirklich Freude an ihrem Preis haben, ist es bei diesem Wettbewerb erlaubt, etwas wählerisch zu sein! Dies wird nach Möglichkeit, v.a. in den vorderen Rängen, berücksichtigt! Also:

Sollte ich tatsächlich zu den glücklichen Gewinnern gehören, so würde ich mich über einen der folgenden Preise besonders freuen (bitte drei Wunsch-Preise ankreuzen): [ ] Taschenlampe – [ ] Hallenbadeintritt – [ ] Décor-Kissen – [ ] BLT/TNW Tageskarte – [ ] Velo-Werkzeug – [ ] Keramik-Schnecke – [ ] Kupfer-Windlicht – [ ] Essig & Olivenöl – [ ] Leimentaler-Buch "Vo hinge füre" – [ ] Migros-Gutschein

Zur Freude der Teilnehmer konnten die Preiswünsche fast ausnahmslos erfüllt werden!


Von ca. 400 ausgegebenen Formularen waren nicht einmal 40 zurückgebracht worden. Niemand hatte alle Fragen richtig beantwortet. Alle Interessierten hatten jedoch die Möglichkeit, sich etwas mit der Geschichte Oberwils auseinanderzusetzen, und viele hatten grosse Freude daran.

Es war nicht ganz einfach, geschichtsträchtige Ereignisse wie den Landjägerstreit von 1835 oder die Zugehörigkeit zur Raurachischen Republik 1792/93 und zu Frankreich 1793 bis 1815 in eine unscheinbare Wettbwerbsfrage einzupacken, bei der die Lösung nicht schon bei der Fragestellung verraten wird. Dies mag mit ein Grund für die sehr anspruchsvollen Fragen gewesen sein.

2 Personen hatten 18 richtige Antworten gegeben - sie gewannen "den ersten Preis"
je 4 Personen hatten 17, 15 und 14 richtige Antworten gegeben - sie gewannen einen der Hauptpreise
je 5 Personen hatten 13 und 12 richtig - sie gewannen einen der kleineren Preise

Insgesamt hatten 3/4 der Teilnehmer einen Preis gewonnen - mitmachen lohnte sich also!

Herzlichen Dank allen, die mitgemacht haben!


Und auch nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Preissponsoren:

Carbone
BLT / TNW
Gschir-Lädeli
madörin der erste
2-Rad Shop Zürcher
Betten-Haus Bettina
Migros Nordwestschweiz
VerkehrsVerein Leimental
Hallenbad / Gemeinde Oberwil
Ermacora AG Elektrofachgeschäft


Die Antworten


1. (b) Oberwil ist 789 Hektaren gross.


2. (b) Die oberwiler Grenze zu den 7 Nachbargemeinden ist insgesamt 14.3 km lang. Sie setzt sich zusammen aus Teilstücken zu den Gemeinden Bottmingen (3.5 km) , Binningen (1.2 km), Allschwil (1.9 km), Neuwiller (1.45 km), Biel-Benken (2.0 km), Therwil (4.0 km) und Reinach (0.25 km).


3. (a) Oberwils Nachbargemeinde mit der längsten gemeinsamen Grenze ist die 4.0 km lange Grenze zu Therwil.


4. (a) Oberwils Nachbargemeinde mit der kürzesten gemeinsamen Grenze ist das 250 m lange Stück zu Reinach.


5. (b) Der Höhenunterschied zwischen beiden Punkten beträgt 135m.


6. (b) In Oberwil stehen ca. 17 öffentlich zugängliche Brunnen, in denen Trinkwasser fliesst. Möglicherweise sind es noch einige wenige mehr, aber 47 wäre sicher zu hoch gegriffen. Brunnen ohne Trinkwasser wie z.B. die Schnecke vor dem Coop wurden hier nicht mitgezählt.


7. (b) Die frühere Strasse nach Pruntrut ist die heutige Hohestrasse. Sie war eine wichtige Verbindungsstrasse, da sie zum Sitz des Fürstbischofs führte. Ihre Bedeutung nahm 1815 ab, als Oberwil zum Kanton Basel kam. Die Bielstrasse wurde erst 1869 gebaut. (Siehe auch Antwort zur Frage 18.)


8. (c) Die Strasse nach Allschwil wurde um das Jahr 1730 als Verbindung zwischen dem Passwang und dem Elsass auf 5.4m Breite ausgebaut und danach eher schlecht als recht unterhalten. Als das Birseck im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts zu Frankreich kam, erlangte die Strasse erhöhte Bedeutung. Napoleons kaiserliche Regierung liess sie nochmals verbreitern – dabei wurden nicht nur Männer zum Unterhalt in Frondienst beigezogen.


9. (a) Als die Ziegelei neu gebaut wurde, war sie in den ersten Betriebsjahren noch nicht mechanisiert. Der am Fabrikgebäude angeschriebene Name "Mechanische Ziegelei Oberwil" war also nicht von Anfang an!


10. (a) Oberwils Storchenstation war von Erfolg gekrönt! Die Störche sind hier wieder heimisch geworden und benötigen keine Betreuung mehr. So konnte die Storchenstation aufgelöst werden.


11. (c) Das Gymnasium ist in der Hand des Kantons. Er war auch der Bauherr und konnte sich aus in erster Linie aus Kostengründen einen derart abgelegenen Standort erlauben. Der Bodenpreis war um ein mehrfaches tiefer als im Tal. Der eher abgelegene Standort bietet aber auch noch weitere Vorteile im Vergleich zu einem Standort mitten in einem Wohnquartier: bei Bedarf könnten problemlos Erweiterungsbauten hinzugefügt werden, und schon jetzt können Feste gefeiert werden, bei denen keine Anwohner die Lärmbelästigung tragen müsste, und für Sportplätze und Parkplätze gibt es auch genügend Raum.


12. (a) An der Stelle, wo heute die oberwiler Gemeindeverwaltung steht, war früher ein spätklassizistisches Schulhaus aus dem Jahre 1860. Es würde auch heute noch gut ins Dorfbild passen. (Im Sprützehüsli waren noch viele Photos mit dem alten Schulhaus zu sehen.)


13. (a) Das "Sprützehüüsli" musste schon für vieles herhalten. Es war Oberwils erstes Schulhaus. Aber es war auch einmal ein Feuerwehrmagazin, in dem die Wasserspritze untergebracht war.


14. (a) Vor 900 Jahren wurde Oberwil zum ersten mal schriftlich erwähnt – und zwar in einer Urkunde vom 23. September 1103. Basels Bischof Burchhard bestätigt darin, dass u.a. Oberwil als Grundbesitz dem 1083 gegründeten Kloster St. Alban zusteht (siehe Festschrift von René Salathé). Die ersten Siedlungsspuren weisen aber darauf hin, dass Oberwil schon in der späten Römerzeit im 1. Jahrhundert besiedelt war. Die erste Kirche stand wohl schon in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts. (Wer den BiBo oder die Festschrift gelesen hatte, war hier im Vorteil!).


15. (a) Oberwils Bahnhof war im Leimental die Nummer 1 im Güterumschlag: mit dem Eis vom Eisweiher, und dazu gab es einen speziellen Kühlwaggon.


16. (b) Die BTB musste sogar Preiserhöhungen rückgängig machen, da die Kundschaft ausblieb!


17. (a) Die erste schweizer Volksabstimmung war die Verfassungsabstimmung von 1802. Das politische Staatswesen in der Schweiz war damals die von Napoleon errichtete Helvetische Republik mit Regierungssitz in Aarau. Die Untertanenverhältnisse wurden zwar überwunden, aber zugleich traditionelle Landsgemeinde-Demokratien durch einen Einheitsstaat nach französischem Vorbild ersetzt, in dem das Volk nicht mehr viel zu entscheiden hatte. So konnte eine Regierung, die sich selbst an die Macht geputscht hatte, einen Volksentscheid derart "geradebiegen".


18. (a) Oberwil gehörte bis 1792 zum Fürstbistum Basel. Der Fürstbischof hatte seinen Sitz aber nicht in Basel, sondern in Pruntrut (Porrentruy). 1792 wurde das Fürstbistum Basel unter Napoleon für unabhängig erklärt und erhielt den Namen Raurachische Repuplik. Hauptort war wiederum Pruntrut, und auch ein Oberwiler sass dort in der Nationalversammlung. Dieses Staatsgebilde war aber nicht lebensfähig und wurde 1793 als eigenes Departement mit dem Namen "Département du Mont-Terrible" Frankreich eingegliedert. Doch auch dieses Departement war zu klein. So wurde es 1800 dem Département du Haut-Rhin angehängt (dieses Departement gibt es immer noch – es hat heute die Nummer 68 auf Autonummern und Postleitzahlen). Oberwil gehörte zum Canton Laufen, dieser war in der Sous-Préfecture Delémont. Erst mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses 1815 kam Oberwil wieder zur Eidgenossenschaft zurück. – Als 1802 in der Schweiz die erste Volksabstimmung stattfand, gehörte Oberwil also zu Frankreich.


19. (c) Viele Oberwiler lehnten den Pfarrer ab, der ihnen vom Bischof zugeteilt wurde. Sie wollten ihn selbst wählen. Dass während der ersten Messe des neuen, bischöflichen Pfarrers ständig die Kirchentüren auf- und zugeknallt wurden, reichte nicht, dass der Bischof seinen Entscheid überdachte. Die Oberwiler mussten sich anderweitig zu wehren versuchen. In der Folge kam es zu Handgreiflichkeiten mit Todesfolge zwei von Polizisten, den damaligen Landjägern. Da aber die Oberwiler die Schuldigen und Verdächtigen schützten, musste der Kanton Truppen aufbieten, um die Übeltäter dingfest zu machen. Das war der Landjägerstreit von 1835! – Eine Gefahr, dass Basel-Stadt oder gar Frankreich das Leimental wieder beanspruchen könnte, bestand nicht, da an den Beschlüssen der Kantonstrennung wie auch des Wiener Kongresses die territoriale Zugehörigkeit vertraglich festgelegt worden war.


20. (b) Die beiden schwyzer Zürichsee-Bezirke March und Höfe, die in der Helvetik beim Kanton Linth waren, spalteten sich in Lachen zusammen mit dem Bezirk Einsiedeln unter dem Namen "Ausserschwyz" vom Kanton Schwyz ab. Wie bei der Trennung Appenzells und Basels war es die Loslösung eines äusseren Kantonsteils von einem konservativen Zentrum. Jene Region ist geographisch mehr zum Zürichseebecken hin ausgerichtet als in die Innerschweiz. – Bemerkenswert aus baselbieter Sicht ist der Umstand, dass das Baselbiet in den Jahren 1832/33 nicht allein war mit seinen Problemen gegenüber einem kantonalen Zentrum (hier Basel, dort Schwyz), und beide Kantone waren in den Jahren 1832/33 während fast den gleichen 18 Monaten aus ähnlichen Gründen getrennt. Die Baselbieter konnten die Trennung durchsetzen, die Ausserschwyzer jedoch nicht.


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